Kernen

Besondere Events im Ochsen in Stetten: Was Wirtin Ilka Jeggle für 2023 plant

Ochsenwirtin
Wirtin Ilka Jeggle im Ochsen in Stetten. © Gabriel Habermann

Das Weihnachtsgeschäft war endlich wieder ein voller Erfolg: Viele Weihnachtsfeiern und viele Freundeskreise und Familien, die an richtig großen Tischen endlich mal wieder in Gemeinschaft schön essen gehen wollten. Und irgendwie hat es das Team im Restaurant „Zum Ochsen“ in Stetten geschafft, trotz Krankheitswelle den Hochbetrieb zu meistern und den Service bis ins neue Jahr hinein aufrechtzuerhalten. Trotzdem: Die Nachwirkungen der Pandemie und die Auswirkungen von Krieg, Inflation und hohen Energiepreisen seien auch bei ihnen im Betrieb deutlich spürbar, sagt Ochsen-Wirtin Ilka Jeggle.

„Corona hat etwas mit den Menschen gemacht“, glaubt sie. Zwar überwiege bei ihren Gästen die Freude und die Wertschätzung darüber, dass ein Gastronomiebesuch jetzt wieder ohne 3G, 2G, Kontaktnachverfolgung und Co. möglich ist. Tendenziell erlebe sie seit der Pandemie aber deutlich mehr Ungeduld bei den Menschen, oft sei eine gewisse „negative Grundstimmung“ da.

Langzeitverträge bei der Energie, alles ist teurer geworden

Und natürlich wirken sich auch die jüngsten Entwicklungen auf die Branche aus. Der Ochsen habe bei den Energiekosten zwar großes Glück, hier gebe es Langzeitverträge, so die Inhaberin. Aber trotzdem ist alles teurer geworden. Das wirkt sich vor allem bei der angegliederten Metzgerei aus: „Das Fleisch ist teurer geworden“, so Ilka Jeggle, aber nicht nur das: Auch die Transportkosten bei sämtlichen Lieferanten seien angestiegen.

Und wer ins Restaurant geht oder auch nur zum Einkaufen zum Metzger, der überlegt sich vielleicht mehr als noch vor einem Jahr, wie viel Geld er ausgeben kann oder möchte. „Man merkt, dass bei einigen das Geld nicht mehr so locker sitzt.“

Ilka Jeggle stört an der aktuellen Situation besonders, dass es wieder die Discounter sind, die zu profitieren scheinen. Gab es während der Pandemie einen Trend zu lokalen Produkten und besonders bewusstem Einkaufen, sei jetzt wieder ein gewisser Rückschritt zu erkennen: Hauptsache billig. Das sei ein gesellschaftliches Problem, findet die Wirtin: „Bei den Lebensmitteln läuft was schief.“

Für alles ist Geld da, nur nicht für Lebensmittel

Dabei gehe es ihr ausdrücklich nicht um die Menschen, die sich wirklich nur das Günstigste leisten können, betont sie: „Man muss immer auch betrachten, was eine Familie zur Verfügung hat.“ Sondern eben um diejenigen, die weiterhin Geld für alles Mögliche ausgeben - nur bei den Lebensmitteln wird gegeizt. Ausgerechnet beim Essen auf Dumpingpreise zu bestehen, sei eine ziemlich deutsche Eigenart und gehe schlussendlich auf Kosten der Länder, aus denen die günstigen Lebensmittel importiert werden.

Die Menschen in der Gastro- und Lebensmittelbranche haben schließlich auch einen fairen Lohn und Wertschätzung verdient, fordert Ilka Jeggle. Und gerade hier sieht sie in Deutschland noch einiges im Argen. Das Ergebnis: auch hier Fachkräftemangel an allen Ecken und Enden. Von diesem ist der Ochsen in Stetten zum Glück nur bedingt betroffen. Das Restaurant ist ein echtes Traditionsunternehmen und genießt im Rems-Murr-Kreis einen guten Ruf, die Mitarbeiter würden in der Regel übertariflich bezahlt, so die Inhaberin - im Restaurant sei das Team gerade wirklich gut besetzt.

Metzgerei vorübergehend geschlossen: Viele Mitarbeiter sind krank

In der Metzgerei sieht das schon ein bisschen anders aus. Am Tag des Interviews hängt ein Zettel an der Eingangstür zum Verkaufsraum: Wegen Krankheit geschlossen. Ein nicht unerheblicher Teil der Mitarbeiter sei erkrankt, bestätigt die Chefin. In der Metzgerei sei der Fachkräftemangel allerdings deutlich zu spüren: Die Branche sei so umkämpft, dass es fast unmöglich sei, neue Mitarbeiter zu finden. Es gebe schlicht keine Fachkräfte mehr. Für die Zukunft möchte Ilka Jeggle deswegen an einem neuen Konzept für die Metzgerei arbeiten. Schließlich handle es sich bei der Ochsen-Metzgerei nicht um den klassischen Filialbetrieb.

Auch wenn die Planung ob der vielen Unsicherheiten immer noch schwerfällt: 2023 soll es wieder besondere Events im Ochsen geben. Startschuss dafür ist am Freitag, 17. Februar, mit einem „Swinging Winter BBQ“: Innen spielen das Max Greger jr. Trio und Eva Leticia Padilla, außen bedient Ilka Jeggles Lebensgefährte Daniel Hartenstein, frischgebackener Fleischsommelier, den Kamado-Keramik-Grill „Big Green Egg“. Es wird nicht die einzige Veranstaltung 2023 bleiben. „Das Ochsenfest wollen wir auf jeden Fall wieder machen“, verrät die Wirtin. Auch den „Sommernachtstraum“ zum längsten Tag des Jahres soll es erneut geben. „Ansonsten haben wir noch ein paar andere tolle Ideen.“

Das Weihnachtsgeschäft war endlich wieder ein voller Erfolg: Viele Weihnachtsfeiern und viele Freundeskreise und Familien, die an richtig großen Tischen endlich mal wieder in Gemeinschaft schön essen gehen wollten. Und irgendwie hat es das Team im Restaurant „Zum Ochsen“ in Stetten geschafft, trotz Krankheitswelle den Hochbetrieb zu meistern und den Service bis ins neue Jahr hinein aufrechtzuerhalten. Trotzdem: Die Nachwirkungen der Pandemie und die Auswirkungen von Krieg, Inflation und

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper