Kernen

Dank neuem Hühnermobil: Freiland-Eier bei Pusters Hofladen in Kernen

Pusters Hofladen
Die Freiland-Hennen vor dem Hühnermobil: Eifriges Scharren im hohen Gras. © ALEXANDRA PALMIZI

Wer zum Hof der Familie Puster geht, kommt zuerst an einem großen Hühnerauslauf vorbei: Neben einer Scheune tummeln sich hier weiße und braune Hennen. Eine Henne spaziert gerade selbstbewusst über den Hof – außerhalb des Zauns. „Das ist normal“, beruhigt Nicole Puster. „Die büxen hier manchmal aus, gehen dann aber auch wieder rein.“

Doch um diese Hennen geht es heute eigentlich gar nicht: Auf einer nahen Streuobstwiese sind nämlich weitere 170 Hühner zu finden - um einen neuen Stall auf Rädern herum.

170 Hühner im mobilen Stall

Auf den ersten Blick sieht das Hühnermobil aus wie ein grüner Bauwagen. Ein bisschen mehr kann der mobile Hühnerschlag aber schon: Auf dem Dach ist ein Solarmodul, das den Elektrozaun, der ein weitläufiges Gehege absteckt auf der Streuobstwiese, mit Spannung versorgt. Der Zaun hält nicht nur die Hennen im Auslauf – sondern soll vor allem Füchse und andere Raubtiere draußen halten.

Als Nicole und Marc Puster sich der Wiese nähern, kommen ihnen die Hennen sofort eifrig gackernd entgegen. „Die sind schon sehr zutraulich“, sagt Nicole Puster. Seit Ende April hat das Landwirt-Ehepaar das Hühnermobil, die 170 braunen Hennen sind damals als gerade legereife Jungtiere eingezogen.

Die Legeleistung ist den Betreibern nicht so wichtig

Ungefähr noch zwei Jahre sollen sie bei den Pusters bleiben dürfen – das sei länger als bei den meisten Betrieben, erklärt Marc Puster. Ältere Hühner legen irgendwann nur noch wenige Eier. „Hochleistungsbetriebe tauschen ihre Hennen deshalb meistens so nach 16 Monaten aus“, weiß der Landwirt. Seine Hennen sollen länger bleiben dürfen. „Die Legeleistung ist uns nicht so wichtig“, findet auch seine Frau.

Die circa 100 bis 150 Eier, die die Freiland-Hennen am Tag legen, verkaufen die Pusters in ihrem Hofladen in der Jägerstraße, der an drei Tagen in der Woche geöffnet hat. Dort gibt es zum Beispiel auch frisches Gemüse, entweder aus eigenem Anbau oder von benachbarten Betrieben zugekauft, und eigenen Wein.

Freiland-Eier sind im Trend

Die Freiland-Eier gehören zu den beliebtesten Produkten: Die seien im Trend, und außer ihnen gebe es in der Gegend um Rommelshausen kaum andere Anbieter, die in großen Mengen Eier aus dieser Haltungsform verkaufen. „Eigentlich sonst vor allem kleine, private Anbieter“, sagt Marc Puster.

Den Hühnern gefallen der mobile Stall und der Auslauf auf der Streuobstwiese ganz offensichtlich: Sie scharren im frischen Gras, sitzen in Grüppchen im Schatten unter den Obstbäumen oder auch unter dem Hühnermobil. Andere turnen auf dem Gittersteg herum, der in den mobilen Hühnerstall führt.

Die Hühner fressen täglich frisches Gras

Doch auch für die Halter bringt das Hühnermobil einige Vorteile mit sich: Es hat einen großen Wassertank, das die vielen Nippeltränken an den Sitzplätzen innen bedient, auch das Futter muss nur alle paar Tage nachgefüllt werden. Dieses kommt übrigens auch größtenteils aus eigenem Anbau. Den Weizen und den Mais baue er eigens dafür selber an, sagt Marc Puster.

„Eiweiß und Mineralien müssen wir natürlich noch hinzufügen.“ Für die Farbe der Dotter wird aber nichts zugefüttert. Die werde schon dadurch schön kräftig, dass die Hennen täglich das frische Gras fressen. Etwa alle zwei Wochen zieht das Hühnermobil um – für insgesamt vier ihrer Wiesen haben die Pusters schon eine entsprechende Genehmigung.

Die Klappe schließt und öffnet automatisch

Die Eier, die die Hennen legen, kullern in Schubladen unter den Legeplätzen. So lassen sie sich unkompliziert einsammeln. Etwa eine Stunde pro Tag seien seine Frau und er normalerweise mit dem Eiereinsammeln beschäftigt. Wenn die Sonne untergeht, ziehen sich die Hennen in das Hühnermobil zurück, 180 Hühner hätten maximal auf den zwei Etagen Platz. Dann schließt dank einer Zeitschaltuhr die Hennenklappe automatisch, früh am Morgen öffnet sie sich wieder.

So sind die Hühner nachts vor Raubtieren geschützt, und die Pusters können nach den Hennen sehen, wenn sie gerade Zeit haben. Von Passanten, denen der mobile Hühnerstall aufgefallen ist, hätten sie bis jetzt eigentlich nur positive Rückmeldungen bekommen, sagen die Pusters. Sie sind sehr zufrieden mit der neuen Haltungsform: Die Freiland-Eier sind im Hofladen sehr beliebt, die Streuobstwiesen können endlich richtig genutzt werden, und den Hühnern geht es richtig gut.

Wer zum Hof der Familie Puster geht, kommt zuerst an einem großen Hühnerauslauf vorbei: Neben einer Scheune tummeln sich hier weiße und braune Hennen. Eine Henne spaziert gerade selbstbewusst über den Hof – außerhalb des Zauns. „Das ist normal“, beruhigt Nicole Puster. „Die büxen hier manchmal aus, gehen dann aber auch wieder rein.“

Doch um diese Hennen geht es heute eigentlich gar nicht: Auf einer nahen Streuobstwiese sind nämlich weitere 170 Hühner zu finden - um einen neuen Stall

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