Kernen

Elftes Gedächtnisturnier für Yvan Schneider

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Stefan Schoch, stellvertretender Abteilungsleiter der Handballer des TV Stetten, bei den Gedenkminuten für Yvan Schneider. Die dunklen Trikots mit der Nummer 10, der Nummer von Yvan, sind blauen Trikots gewichen. © Ralph Steinemann Pressefoto

Kernen-Rommelshausen. „Etwas enttäuscht“ seien sie darüber, dass nicht alle angemeldeten Mannschaften den Weg nach Rommelshausen fanden, sagt Harald Faulhaber, Abteilungsleiter Handball des TV Stetten. Nur drei von fünf Teams bestritten das elfte Yvan-Schneider-Gedächtnisturnier, mit dem die Erinnerung an den im Jahr 2007 auf grausame Weise ermordeten ehemaligen Spielerkollegen und Freund wachgehalten wird.

Die Gewalt der Mörder des damals 19-jährigen Yvan Schneider war grenzenlos. An den auf grausame Weise Ermordeten erinnert seither ein Handballturnier, Handball war sein Sport, er war Aktiver des TV Stetten. „Ein Termin, den man nicht vergessen wird“, sagt Stefan Schoch, der stellvertretende Abteilungsleiter der Handballabteilung, in einer Ansprache. Seit der Tat habe sich das Gefühl „etwas gewandelt“. Anfangs hätten sie sich alle schwarze Trikots übergezogen, jetzt tragen sie ein „positiveres Blau“, so Schoch. Jedes Jahr am Todestag am 21. August lassen sie Ballons steigen, auch diese seien seit 2016 blau. Als „Zeichen der Hoffnung“, wie Abteilungsleiter Harald Faulhaber ergänzt.

Konfliktlösung beginnt im Kleinen

Über die Trauer sei etwas Positives entstanden: „Eine starke Gemeinschaft“, so Stefan Schoch. Für diese sei das Yvan-Schneider-Gedächtnisturnier ein fixer Termin, mit dem das neue Jahr startet, kurz vor Start der Rückrunde. „Um der Verrohung entgegenzutreten, als Zeichen des Zusammenhalts“, formuliert Harald Faulhaber den Hintergrund des Gedenkturniers. Die Art, miteinander umzugehen, verbale Umgangsformen und gewaltfreie Konfliktlösung begännen im Kleinen, auch hier auf dem Spielfeld, wo sich viele Heranwachsende gegenseitig die Bälle zuwerfen, die keinen persönlichen Bezug mehr zu Yvan hatten. Sie hören gebannt zu, als Schoch sie in das Gedenken an den hoffnungsvollen jungen Mann einbezieht. Es sei wichtig, „junge neue Gesichter“ zu gewinnen, „die die Erinnerung an Yvan weiterhin zeigen“.

In den Zuschauerrängen verfolgt eine Mutter aus Rommelshausen das Spiel. Ihr 14-jähriger Sohn spielt im B-Jugend-Team mit. „Ein guter Gedanke, auch Jugendliche über das Turnier zu gewinnen, damit es weitergetragen wird“, sagt sie. Zuschauer Adrian hat einige Jahre mit Yvan Schneider in einer Mannschaft gespielt. Heute ist er Trainer in Korb. Ihm ist es eine „Herzensangelegenheit“, das Turnier zu besuchen. „Es setzt ein Zeichen, damit es nie in Vergessenheit gerät“, sagt er. Schön findet Adrian, dass trotz der Absage von zwei Teams viele Handballfreunde gekommen sind.
 


Dabei sein!

Der Turnierverlauf wurde improvisiert, da statt der fünf angemeldeten Teams nur drei Mannschaften mitspielten. Das Team „Eichenkreuz Auswahl Württemberg“ und der CVJM Untertürkheim sagten aufgrund von Personalproblemen ab.

Die drei Teams ermittelten im „Jeder-gegen-jeden“-Verfahren mit „Hin- und Rückspiel“ den Sieger, wobei der sportliche Aspekt zweitrangig sei. „Es geht um das Dabeisein“, sagt Abteilungsleiter Harald Faulhaber.