Kernen

Er war Seelsorger in Kernen, Weinstadt, Remseck: Pfarrer Michael Friedl ist tot

WKZ-0839a Pfarrer Michael Friedl
Pfarrer Michael Friedl im Jahr 2016, kurz vor seinem Abschied aus Kernen. © jansssen.com

Der katholische Pfarrer Michael Friedl, der bis 2016 Pfarrer in Rommelshausen und Stetten war, ist am Freitag, 7. Mai, im Alter von 57 Jahren verstorben. Wie die Seelsorgeeinheit Remseck mit Poppenweiler, bei der Michael Friedl bis zu seinem Tod Pfarrer war, auf ihrer Internetseite mitteilt, ging seinem Tod eine kurze, aber schwere Erkrankung voraus. „Sehr traurig und tief betroffen bleiben wir zurück“, schreibt die katholische Kirchengemeinde Remseck.

Viele Menschen in Kernen und Weinstadt dürften den engagierten Pfarrer noch gut in Erinnerung haben: Im September 1994 kam der damals erst 30-jährige Michael Friedl aus Wasseralfingen bei Aalen als neuer Pfarrer nach Kernen.

Als junger Pfarrer kam er nach Kernen

Für ihn war diese Stelle seine erste als katholischer Pfarrer. Davor hatte Friedl sein Vikariat gemacht, in Stuttgart und in Schorndorf. Als frischgebackener Pfarrer war er zunächst ausschließlich für Stetten und Rommelshausen zuständig. Später kamen dann auch die Weinstädter Ortsteile Endersbach, Großheppach und Strümpfelbach dazu, weil dort die katholischen Pfarrer nach und nach in den Ruhestand gegangen waren.

Bei seinem Abschied vor knapp vier Jahren erinnerte er sich im Gespräch mit unserer Redaktion an zahlreiche Hochzeiten, rund 500 Taufen, ebenso viele Beerdigungen sowie unzählige Messen und persönliche Gespräche. Für ihn war nach 22 Jahren in Kernen jedoch die Zeit für einen Neuanfang gekommen: Im Dezember 2016 fing er als Pfarrer in der Seelsorgeeinheit Remseck mit Poppenweiler an – diese Position hatte ihm der Bischof übertragen.

Die Maiandacht ist ihm gewidmet

Die katholische Kirchengemeinde in Remseck, die als Seelsorgeeinheit die Ortschaften Aldingen, Neckarrems, Neckargröningen, Hochberg, Hochdorf und auch den Ludwigsburger Teilort Poppenweiler betreut, trauert nun um ihren Pfarrer.

Die Maiandacht unter dem Titel „Maria fühlt mit“, die am kommenden Freitag online stattfinden soll, war eigentlich dem erkrankten Michael Friedl gewidmet: „Maria kennt Leid und Schmerz“, schreibt die Kirchengemeinde in ihrer Ankündigung.

„So wollen wir in dieser Andacht in besonderer Weise all diejenigen einschließen, die einen schweren Weg vor sich haben, die Unterstützung brauchen, die krank sind und leiden. Wir wollen unseren Pfarrer besonders in dieses Gebet mit einschließen.“

"Er war Seelsorger durch und durch"

Diese Andacht darf Pfarrer Friedl leider nicht mehr miterleben. Gemeinde-Referentin Irmgard Schmitt hat ihren Kollegen als weltoffenen und bis zum Schluss sehr engagierten Mann in Erinnerung. „Sein Tod macht mich sehr betroffen, weil wir sehr gut zusammengearbeitet und uns gut ergänzt haben“, sagt Irmgard Schmitt, die bis zuletzt gemeinsam mit Pfarrer Friedl das Remsecker Pastoralteam bildete.

„Er war ein Seelsorger durch und durch, genauso, wie man sich das vorstellt“, attestiert sie ihrem verstorbenen Kollegen. Ein Pfarrer also, der sich wirklich für seine Gemeindemitglieder interessierte, immer ein offenes Ohr gehabt habe und bei seinen Ratschlägen grundsätzlich auf die individuellen Lebensumstände der Menschen eingegangen sei. „Er war ein Mensch, der versucht hat, die Kirche für alle offen zu halten“, so die Gemeinde-Referentin.

Pfarrer Franz Klappenecker: „Wir waren wirklich Freunde“

Pfarrer Franz Klappenecker von der katholischen Kirchengemeinde St. Antonius in Waiblingen kann sich noch gut erinnern, wie der junge Michael Friedl damals in Kernen angefangen hat.

„Da sind wir uns begegnet“, erzählt der Pfarrer. Damals seien sie zwei komplett Fremde gewesen – schnell sei der junge Pfarrer, der viel „frisches Blut“ mitgebracht habe, aber ein enger Vertrauter und ein „ganz, ganz wertvoller Nachbar“ geworden.

Ein Mensch, auf den man sich verlassen konnte

„Wir haben uns oft und gerne ausgetauscht, konnten uns zu 100 Prozent aufeinander verlassen.“ Auch ein echter Nothelfer sei der junge Pfarrer für ihn gewesen: Wenn er mal dringend jemanden gebraucht habe, um eine Predigt zu halten oder ein Gespräch mit Jugendlichen zu führen – „wen ruf' ich da an? Den Michael Friedl!“, erinnert sich Pfarrer Klappenecker.

Doch sei Pfarrer Friedl für ihn viel mehr gewesen als nur ein Kollege: „Das wäre zu wenig. Wir waren wirklich Freunde“, sagt Franz Klappenecker. Umso härter hat ihn die Nachricht vom Tod des gerade mal 57-Jährigen getroffen: „Ich bin tief betroffen von dieser Nachricht. Ich konnte es nicht fassen.“

22 Jahre lang Nachbarn gewesen

Auch Ulrich Gerlinger aus Rommelshausen möchte ein paar Worte zu seinem ehemaligen Nachbarn sagen: Immerhin haben er und Michael Friedl 22 Jahre in direkter Nachbarschaft gewohnt.

Es sei wirklich ein Schock gewesen, vom Tod des ehemaligen Pfarrers zu hören. Ein Mann, den er wie so viele Gläubige in Kernen ins Herz geschlossen hat. Er sei ein sehr zugänglicher Mensch gewesen, erinnert sich Ulrich Gerlinger an seinen Nachbarn. „Er war nicht orthodox, sondern offen für alles.“

Die Faschingspredigt bleibt im Gedächtnis

Seine Frau erinnere sich immer gerne an Friedls jährliche Faschingspredigt: Das sei immerhin alles andere als selbstverständlich, dass sich ein Pfarrer an Fasching auf die Kanzel stelle und eine Predigt halte.

Auch ökumenisch habe Pfarrer Friedl in seiner Amtszeit in Kernen viel geleistet, Menschen katholischer und evangelischer Glaubensrichtung zusammengeführt, erinnert sich Ulrich Gerlinger.

Der katholische Pfarrer Michael Friedl, der bis 2016 Pfarrer in Rommelshausen und Stetten war, ist am Freitag, 7. Mai, im Alter von 57 Jahren verstorben. Wie die Seelsorgeeinheit Remseck mit Poppenweiler, bei der Michael Friedl bis zu seinem Tod Pfarrer war, auf ihrer Internetseite mitteilt, ging seinem Tod eine kurze, aber schwere Erkrankung voraus. „Sehr traurig und tief betroffen bleiben wir zurück“, schreibt die katholische Kirchengemeinde Remseck.

Viele Menschen in Kernen und

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