Kernen

Erster Corona-Fall in der Diakonie Stetten

Schloss_0
Das Schloss Stetten ist Sitz der Diakonie. © ZVW

Kernen.
Die Corona-Krise hat in der Diakonie Stetten zu weitreichenden Maßnahmen geführt, die von einem Planungs- und Krisenstab koordiniert werden. Unter anderem gelten umfassende Besuchsverbote in den Wohn- und Pflegeeinrichtungen. Zahlreiche Dienste wurden geschlossen oder verlagert. Inzwischen gibt es auch eine erste bestätigte Infektion mit dem Coronavirus. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Eine Mitarbeiterin des Wohnbereichs in Stetten, die sich nach ihrem Aufenthalt in einem österreichischen Skigebiet entsprechend der Anordnung in häusliche Quarantäne begeben hatte, wurde demnach positiv getestet. In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt wurden die notwendigen Schutzmaßnahmen eingeleitet. Kontaktpersonen wurden isoliert beziehungsweise für die häusliche Quarantäne freigestellt, heißt es in der Pressemitteilung.

Bereits seit Montag und bis zum 19. April bleiben demnach sämtliche Angebote der Offenen Hilfen, wie etwa die interdisziplinäre Frühförderstelle in Winnenden, sowie die Assistenzdienste im Rems-Murr-Kreis, in Stuttgart, im Landkreis Ludwigsburg und im Landkreis Göppingen vorsorglich geschlossen. Ebenso weitere Einrichtungen und Dienste mit Besucherverkehr wie etwa das Betriebsrestaurant „La Salle“ in Stetten, die Fundgrube-Läden und die interdisziplinäre Praxis des Gesundheitszentrums in Stetten.
Die Theodor-Dierlamm-Schule in Stetten, die Torwiesenschule mit angeschlossenem Hort in Stuttgart, die Ludwig-Schlaich-Akademie und die Johannes-Landenberger-Schule in Waiblingen sowie das Kinder- und Familienzentrum Bachwiesen in Stuttgart und die Kita Baumhaus in Waiblingen sind seit Dienstag entsprechend der landesweiten Anordnung geschlossen.

Der Geschäftsbereich Berufliche Bildung, zu dem das Berufsbildungswerk Waiblingen gehört, führt seine Angebote nach Rücksprache mit der Bundesagentur für Arbeit bis zum 19. April in veränderter Form fort. Die Teilnehmer der verschiedenen Bildungsmaßnahmen bleiben zu Hause und werden dort per Telefon oder E-Mail von ihren Ausbildern begleitet.

Zur weiteren Minimierung der Kontakte sind die Tagesstruktur-Angebote der Remstal-Werkstätten seit dem heutigen Mittwoch in die Wohnbereiche für Menschen mit Behinderung verlagert. Lediglich an den Standorten in Waiblingen und in Schorndorf findet tagsüber noch eine Notbetreuung für Klienten statt, die zu Hause in ihren Familien leben. Die Mitarbeiter der Remstal-Werkstätten leisten die Tagesbetreuung jetzt vor Ort in den Wohngruppen, ebenso wie weitere Mitarbeiter aus Arbeitsbereichen, die geschlossen sind oder ihr Angebot stark reduziert haben. Diese Mitarbeiter helfen auch aus, wenn in den Wohnbereichen für Menschen mit Behinderung oder im Alexander-Stift durch zunehmende Mitarbeiter-Freistellungen Personalengpässe entstehen.

Der Vorstandsvorsitzende Rainer Hinzen wird in der Pressemitteilung zur aktuellen Lage wie folgt zitiert: „Die Corona-Krise ist für uns eine enorme Herausforderung, die uns derzeit extrem belastet. Es geht darum, unsere Klienten und Mitarbeiter zu schützen, aber auch darum, ihnen in allen Ängsten und Sorgen die Zuversicht zu behalten, die wir aus unserem christlichen Glauben schöpfen. Zudem sind wir intensiv mit der Aufrechterhaltung unserer Versorgungs- und Betreuungssituation beschäftigt. Unser Planungs- und Krisenstab leistet von früh morgens bis spät abends hervorragende Arbeit. Unsere Mitarbeiter zeigen sich sehr flexibel und nehmen die zusätzliche Arbeitsbelastung mit hohem persönlichen Einsatz an. Dieses Engagement verdient hohe Anerkennung, dafür bin ich ihnen sehr dankbar.“