Kernen

Für BMX, Mountainbike und Co.: Sportpark in Kernen soll im Herbst eröffnen

Bikepark
Am Bike-Parcours am Ortsrand von Rommelshausen wird endlich gearbeitet. Torsten Möller formt mit seinem Bagger aus Erde eine Bahn mit Bodenwellen, Steilkurven und Co. © Benjamin Büttner

Die Baustelle am Rand von Rommelshausen ist nicht nur für BMX- oder Mountainbikefahrer interessant. Schließlich wird der Sport- und Fitnesspark, der an der Verbindungsstraße der beiden Ortsteile entsteht, die Landschaft nachhaltig verändern. Gewissermaßen schafft die Anlage, begreift man sie als Erweiterung von Rommelshausen, auch eine größere Nähe zur Hangweide. Das ehemalige Diakoniedorf wird bekanntlich in den kommenden Jahren zu einer Wohnsiedlung für mehr als 1000 Menschen umgewandelt.

So viel zur Städteplanung – denn natürlich ist die insgesamt knapp 400 000 Euro teure Anlage in erster Linie ein großes Geschenk für alle begeisterten Radsportler. Und sie ist der lang herbeigesehnte Ersatz für die frühere BMX-Bahn, die vor einigen Jahren nur wenige Meter entfernt dem Sportvereinszentrum Sportpunkt weichen musste. Der Bauherr, die Sportvereinigung Rommelshausen, wird in Zukunft auch ein Auge auf den Bike-Parcours, den Skatebowl (eine Art leerer Swimmingpool, in dem spektakuläre Tricks möglich sind) und den sogenannten Pumptrack (eine spezielle Mountainbikestrecke mit zahlreichen Wellen) haben, die jetzt hier entstehen.

Der Skatebowl ist so gut wie fertig

Nachdem sich das Projekt Sportpark zunächst wegen einer fehlenden Baugenehmigung um einige Zeit verzögert hatte und zuletzt die Corona-Krise dazwischenfunkte, ist jetzt zumindest die Skatebowl so gut wie fertig. Laut dem Kernener Tiefbau-Chef Ralf Bulling fehlen an dieser Stelle nur noch die Ausbesserung kleinerer Mängel und die Tüv-Abnahme, ehe die „Schüssel“ im Herbst freigegeben werden kann. Wenn dann zeitgleich auch die beiden anderen Sportpark-Elemente in Betrieb genommen werden, „wird hier ganz sicher einiges los sein“, sagt Ralf Bulling. „Das ist richtig spannend, was hier entsteht.“

Mit dem nahe am Sportpunkt gelegenen Pumptrack soll erst in den Sommerferien begonnen werden. Die Arbeiten am Bike-Parcours laufen bereits seit vergangenen Montag. Die Abteilung Bikesport der Sportvereinigung war in die Planung eingebunden, die vom erfahrenen Bahnbauer Diddie Schneider verantwortet wird. Unter seiner Regie sind weltweit Bike-Parks entstanden, unter anderem auch die Vorgänger-Bahn in Rommelshausen. Jetzt soll er eine „Übungs- und Erlebnisplattform für alle Mountainbiker“ erschaffen, die „Herausforderungen und Spaß für Anfänger wie auch für Fortgeschrittene“ bieten soll, heißt es aus dem Rathaus.

Am Freitagvormittag ist Schneiders Mitarbeiter Torsten Möller mit der Modellierung der Bahn beschäftigt. Er häuft mit seinem Bagger Erdhügel auf, die später zu Rampen, Bodenwellen und Steilkurven werden. Das Material besteht aus dem Aushub von Baustellen. Der 47-Jährige weiß, was er tut, er ist selbst begeisterter Radsportler. Zwei, drei Wochen, schätzt er, werden die Bauarbeiten an diesem Teil des Parks noch andauern. Dann muss der Fahrbahnbelag aufgebracht werden. Unterm Startpunkt wird ein Container stehen, der vor allem als Materiallager dienen soll, erklärt Möller aus dem Führerhaus heraus.

Parallel entsteht ein Lärmschutzwall zur Anlage: Ein knapp 2,40 Meter hoher Damm, der mit Winkelsteinen zu den Parkplätzen am Sportvereinszentrum und Hallenbad abschließt, wie es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus heißt.

Ärger im Rathaus über Grünstreifen

Was in dieser Mitteilung nicht steht, im Rathaus aber für Ärger sorgte: Der Gemeinde ist es bis zuletzt nicht gelungen, einen circa 900 Quadratmeter großen Grünstreifen südlich des Sportpunkts zu erwerben, der sich in privater Hand befindet. Dieser Streifen, auf dem laut Ralf Bulling vor circa einem halben Jahr Apfelbäume gepflanzt wurden, liegt mitten im Park. Er darf aber nicht befahren oder überquert werden. Wie das den Sportlern klargemacht werden soll, muss die Gemeinde noch entscheiden. Möglich wäre laut Bulling eine begrenzende Bepflanzung rund um das Stückle herum.