Kernen

Freibäder bleiben wegen Corona vorerst geschlossen: Vorsichtiger Optimismus in Kernen und Korb

BaedleStetten
Zur Zeit könne man in Stetten höchstens ein „Schlammbad“ nehmen, sagt Tamara Diebel (mit Thomas Kubiak), die Vorsitzende des Bädlesvereins. Das Becken wird aber in den nächsten Tagen mit frischem Wasser befüllt. Ob darin in diesem Sommer überhaupt jemand planscht? © Gaby Schneider

Der 1. Mai ist für Freibad-Fans normalerweise ein magisches Datum. Die Winterpause ist vorbei, die Bäder öffnen ihre Pforten. Endlich wieder Bahnen schwimmen unter freiem Himmel, Pommes Rot-Weiß auf der Liegewiese essen, Freunde treffen und Sonne tanken! Doch in diesem Jahr ist alles anders. Oberste Priorität hat die Eindämmung des Coronavirus’.

Laut der Coronaverordnung des Landes bleiben die Freibäder bis mindestens 3. Mai geschlossen. Was danach kommt, ist ungewiss. Fest steht: Am Freitag wird die Freibadaison auf keinen Fall starten – und wenn überhaupt irgendwann, dann vermutlich nur unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen. Das betrifft nicht nur die städtischen Freibäder in Waiblingen und Weinstadt, sondern auch die beliebten Bäder, die in Kernen und Korb von gemeinnützigen Bädlesvereinen betrieben werden. Die gute Nachricht lautet: Die Ehrenamtlichen stecken den Kopf nicht in den Sand.

„Wenn die Regeln es erlauben, ist hier sofort offen“

„Normalerweise hätten wir jetzt schon seit zwei, drei Wochen offen bei dem Wetter“, sagt Albert Heinrich, der den Korber Bädlesverein vor zehn Jahren mitgegründet hat. Der 74-Jährige sitzt auf der Terrasse vor dem Kiosk des Freibads und macht eine Pause. Seit Wochen wird im Korber Bädle geschafft: Erst wurden neue Bäume gepflanzt, dann besserte ein Spezialist das Becken aus, zuletzt wurde geputzt, gegärtnert und natürlich immer wieder der saftig grüne Rasen gemäht. Jetzt lassen die Korber das Wasser ein und nehmen die Technik in Betrieb. Die Pumpen laufen schon, Chlor wird eingespeist, sagt Heinrich.

Das klingt ja fast, als sei alles wie immer! Rechnet der Bädlesverein etwa schon bald mit den ersten Badegästen? Nein, Heinrich winkt ab. Die Korber seien zwar guter Dinge, dass sie dieses Jahr noch öffnen dürfen. Heinrich sagt: „Wir sind bereit. Wenn die Regeln es erlauben, ist hier sofort offen!“ Die Inbetriebnahme der Anlage hat aber noch einen anderen Hintergrund: Stillstand schadet der Technik.

Noch ist das Becken in Stetten ein „Schlammbad“

Das wissen auch die ehrenamtlichen Bädlesbetreiber in der Kernener Ortschaft Stetten. Ihnen steht der Beckenputz noch bevor. Die große Aktion mit allen Vereinsmitgliedern, die am vergangenen Wochenende hätte stattfinden sollen, ist der Coronaverordnung zum Opfer gefallen. Das Becken gleicht deshalb aktuell noch einem „Schlammbad“, wie die Vorsitzende Tamara Diebel (51) scherzt. Doch in den kommenden Tagen soll es ebenfalls mit frischem Wasser befüllt werden. Von Technikvorstand Thomas Kubiak bekommt der Pool dann ein „Notchlorierung“ verpasst. Die Dosis ist deutlich geringer als im Badetrieb, wenn viele Menschen das Wasser verschmutzen. Dann werden die Pumpen in Betrieb genommen und der Reinigungsbetrieb setzt ein: „Sonst geht uns die Anlage kaputt“, erklärt Tamara Diebel. Leitungen verdrecken, Technik rostet ein.

Gedankenspiele: Mitglieder zuerst? Begrenzte Badezeiten?

Wie Albert Heinrich in Korb, hofft auch Tamara Diebel, dass das Bädle im Laufe des Sommers öffnen darf. Es sei freilich davon auszugehen, dass dann deutlich weniger Badegäste eingelassen würden als sonst. In beiden Bädern bliebe das Planschen je nach Verordnung erst einmal nur den Mitgliedern der Bädlesvereine vorenthalten. Vorstellbar wäre auch, dass die Besuchszeit begrenzt wird, „damit wir einen Wechsel haben“, sagt Diebel – wenn schon nicht alle gleichzeitig reindürfen. Wobei die Verantwortlichen in beiden Vereinen trotz all der Gedankenspiele natürlich noch nicht wissen, ob überhaupt und wenn ja, unter welchen Auflagen sie öffnen dürfen.

Ein vorsichtiger Optimismus, dass es eine Freibadsaison 2020 geben wird, ist in den Bädlesvereinen aber vorhanden. Tamara Diebel will sich einen Sommer ohne Freibad auch gar nicht vorstellen. Sie sagt: „Das wäre besonders bitter für die Kinder und Jugendlichen hier. Das Freibad ist im Sommer ein so zentraler Ort.“ Die Stettener wollen jetzt erst einmal die Grünanlagen pflegen und das Bädle mit kleineren Reparaturen auf Vordermann bringen. „Dann sind wir in der Lage“, sagt Diebel, „wenn das Go kommt, sofort aufzumachen.“ In existenzielle Nöte würde eine fehlende Badesaison den Verein aber zum Glück nicht bringen.

Korber wollen Dauerkarten - obwohl das Bädle geschlossen ist

Das ist auch in Korb so, dank der Mitglieder. Wie Albert Heinrich berichtet, haben aber auch schon viele Korber um eine Dauerkarte gebeten – Corona hin oder her, einfach, um das Bädle zu unterstützen. „Ich hoffe aber, dass es losgeht. Die Leute werden ja langsam nervös“, sagt der 74-Jährige. Dass er und seine Mannschaft im Zweifel verantwortlich dafür wären, dass Sicherheits- und Abstandsregeln eingehalten würden, stellte für ihn kein Problem dar, sagt Albert Heinrich. „Das lässt sich lösen mit ein bisschen Verstand und Vernunft. Wer sich nicht an die Regeln hält, der muss halt wieder heim. Das geht bei uns ganz schnell.“

Der 1. Mai ist für Freibad-Fans normalerweise ein magisches Datum. Die Winterpause ist vorbei, die Bäder öffnen ihre Pforten. Endlich wieder Bahnen schwimmen unter freiem Himmel, Pommes Rot-Weiß auf der Liegewiese essen, Freunde treffen und Sonne tanken! Doch in diesem Jahr ist alles anders. Oberste Priorität hat die Eindämmung des Coronavirus’.

Laut der Coronaverordnung des Landes bleiben die Freibäder bis mindestens 3. Mai geschlossen. Was danach kommt, ist ungewiss. Fest steht: Am

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