Kernen

Gemeinde Kernen entwickelt Ziele bis 2035

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Bürgermeister Benedikt Paulowitsch. © Benjamin Büttner

Der Gemeinderat Kernen hat vergangene Woche einstimmig beschlossen, das von Bürgermeister Benedikt Paulowitsch schon 2019 im Wahlkampf groß angekündigte „Gemeindeentwicklungskonzept Kernen 2035“ (GEK) anzugehen. Das Konzept soll eine Art zukunftsweisender Leitfaden sein, an dem sich künftige Entscheidungen des Gemeinderats orientieren können. Verschiedene Arbeitsgruppen, der wiederbelebte Zukunftsrat und vor allem eine umfassende Bürgerbefragung sollen herausarbeiten, wie das Kernen der Zukunft aussehen soll.

„Das GEK war mein einziges Wahlversprechen“, betonte der Bürgermeister in der Sitzung am Donnerstag der Presse gegenüber. Jetzt, in Paulowitschs zweitem Amtsjahr, soll dieses Vorhaben endlich Gestalt annehmen.

Auf der Suche nach Perspektiven

„Wir haben einen erheblichen Vertrauensverlust in etablierte Institutionen“, so Paulowitsch am Donnerstag. Das liegt seiner Meinung nach auch daran, dass es der Politik in letzter Zeit nicht zu gelingen scheint, der Bevölkerung eine langfristige Perspektive aufzuzeigen. Mit dem GEK soll sich das wenigstens innerhalb der Kernener Ortsgrenzen ändern. Das Gemeindeentwicklungskonzept soll ein Dach bieten, unter dem verschiedene Projekte und Arbeitsgruppen alle ihren Platz finden: Egal, ob es um das neue Mobilitätskonzept, Tourismus, die Sorgen von jungen Familien, alten oder noch ganz jungen Menschen, von Landwirten, Menschen mit Behinderung, Ärzten, Migranten oder Klimaschützern geht. Gemeinsam mit möglichst vielen Beteiligten soll in diesen ganz verschiedenen Handlungsfeldern eine Grundsatzfrage erörtert werden: „Wo möchten wir gemeinsam hin?“. Dadurch sollen, so die Sitzungsvorlage, Ideen, Ziele und Maßnahmen für einen Zeitraum von etwa 15 Jahren erarbeitet werden.

Da verschiedene Arbeitsgruppen vielleicht zu sehr widersprüchlichen Ergebnissen kommen könnten, es viel zu koordinieren gibt und es insgesamt eine schwierige Aufgabe ist, eine Bürgerbefragung zu erstellen, durchzuführen und korrekt auszuwerten, wird ein externes Beratungsbüro den Prozess begleiten. Laut Gemeinde Kernen wurden bislang drei Beratungsbüros zur Abgabe eines Angebotes aufgefordert, über die Vergabe dieses Postens soll Ende Mai im Gremium abgestimmt werden.

Vor 15 Jahren Grundstein gelegt

Ganz bei null fängt die Gemeinde mit dem GEK bei weitem nicht an: Schon vor 15 Jahren entstand das Leitbild „Kernen aktiv mitgestalten“, dieses soll laut Paulowitsch in das neue Konzept mit einfließen. Auch der Zukunftsbeirat, den es in Kernen bereits seit knapp 20 Jahren gibt, soll wiederbelebt und als themenübergreifende Lenkungsgruppe fungieren. Dafür wünscht sich die Verwaltung allerdings, dass eventuell einige neue Mitglieder in den Beirat aufgenommen werden sollen: Es sei wichtig, dass dort auch Menschen, die erst seit kurzem in Kernen leben, Jugendliche, Menschen mit Migrationshintergrund und auch Menschen mit Behinderung Zugang finden können.

Damit dieses Gremium möglichst gut die Breite der Bevölkerung abbildet, überlegt die Verwaltung sogar, zufällig ausgewählte Bürger in den Zukunftsbeirat einzuladen. Das genaue Vorgehen werde aber noch mit den bisherigen Mitgliedern besprochen.

Befragung aller Haushalte

In den kommenden Monaten will die Gemeinde zunächst einmal eine Bestandsaufnahme machen und die nächsten Schritte, wie Aufgabenstellung und Aufgabenverteilung, vorbereiten. Als Nächstes soll die Bürgerbeteiligung in Angriff genommen werden: Dafür ist eine Befragung aller Haushalte geplant. Den Fragebogen soll es sowohl online, als auch auf Papier geben. Sobald die Antworten mit Unterstützung des Begleitbüros ausgewertet und dokumentiert sind, sollen sie der Verwaltung und dem Lenkungskreis vorgestellt werden, anschließend wird der Gemeinderat darüber beraten.

Erst danach startet das GEK wirklich: Es soll eine Auftaktveranstaltung zur Vorstellung der Gemeindeentwicklungsstrategie Kernen 2035 geben – „hoffentlich bis dahin in Präsenz“, so Benedikt Paulowitsch. Hier sollen dann auch die einzelnen bis dahin gebildeten Arbeitskreise vorgestellt werden.

Diese Arbeitskreise sollen in vier Sitzungen unter Beteiligung der jeweiligen Fachämter und des Beratungsbüros die endgültigen Ergebnisse herausarbeiten – Zukunftsziele, die dann auch so konkret formuliert sind, dass sie sich auch umsetzen lassen, hofft die Gemeindeverwaltung.

Zum Schluss wird dann der Gemeinderat über diese Ergebnisse beraten und abstimmen.

Der Gemeinderat Kernen hat vergangene Woche einstimmig beschlossen, das von Bürgermeister Benedikt Paulowitsch schon 2019 im Wahlkampf groß angekündigte „Gemeindeentwicklungskonzept Kernen 2035“ (GEK) anzugehen. Das Konzept soll eine Art zukunftsweisender Leitfaden sein, an dem sich künftige Entscheidungen des Gemeinderats orientieren können. Verschiedene Arbeitsgruppen, der wiederbelebte Zukunftsrat und vor allem eine umfassende Bürgerbefragung sollen herausarbeiten, wie das Kernen der

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