Kernen

Gemeinderat Kernen: Rainer Schlegel rückt für Benjamin Treiber (CDU) nach

Rainer Schlegel
Der neue CDU-Gemeinderat Rainer Schlegel. © Benjamin Büttner

Rainer Schlegel sitzt auf der Terrasse seines Hauses in Stetten mit Ausblick auf die Weinberge und die Streuobstwiesen. Die Wand hinter ihm ist in einer aufwendigen Technik blau gestrichen – der Maler- und Lackiermeister mit eigenem Betrieb ist spezialisiert auf so etwas.

Schon vor 20 Jahren habe er das erste Mal damit geliebäugelt, sich in den Gemeinderat wählen zu lassen. Bis jetzt sei er aber von der Arbeit immer viel zu sehr eingespannt gewesen. Jetzt steht im Betrieb ein Wechsel bevor: Ein angestellter Meister wird bald übernehmen. Seine neue freie Zeit möchte der Stettener nun der Kommunalpolitik widmen.

Er ist Gewerbetreibender, Musiker und fährt Mountainbike

Rainer Schlegel ist ein Mann mit vielen Interessen: Er ist seit langem im Vorstand des Gewerbevereins Kernen (GVK) und setzt sich dort für die Interessen der örtlichen Betriebe und Handwerker ein. „Dort habe ich immer wieder Berührungspunkte gehabt mit der Kommunalpolitik“, sagt Rainer Schlegel. 

Er ist auch Musiker: Früher hat er in einer größeren Cover-Band Keyboard gespielt, er jammt gerne mal mit der schwäbischen Blues-Gitarren-Größe Werner Dannemann und nimmt auch eigene Stücke auf. Außerdem fährt er regelmäßig Mountainbike und interessiert sich für Fotografie und deutsche Geschichte.

Einem Jüngeren hätte er den Vortritt gelassen

Dadurch, dass Benjamin Treiber in Plüderhausen zum Bürgermeister gewählt worden ist, ist im Kernener Gemeinderat ein Sitz freigeworden. Als die CDU-Fraktion ihn dann gefragt habe, ob er bereit wäre, als Nachfolger für Benjamin Treiber in den Gemeinderat nachzurücken, habe er gerne zugesagt, berichtet der 64-Jährige. Mitglied in der CDU ist er jedoch nicht.

Zwar hätte es ihn gefreut, wenn jemand Jüngeres als er Treibers Nachfolger geworden wäre: Die Person auf dem Listenplatz nach ihm sei allerdings sogar noch älter als er selbst. Sein Einzug ins Gremium erfolgte ausgerechnet in der letzten Sitzung vor der Sommerpause. Das sei aber auch gut so, findet Rainer Schlegel: „So habe ich mehr Luft und kann mich drauf vorbereiten.“

Einiges an Lesestoff über die Sommerpause

In die vielfältigen Themen, die in Kernen aktuell zur Diskussion stehen, muss er sich schließlich erst einmal einlesen – nicht umsonst hat ihm der Bürgermeister bei seiner Bestätigung in der jüngsten Sitzung eine mit Unterlagen prall gefüllte Kernen-Stofftasche überreicht.

Trotzdem hat der frischgebackene Gemeinderat in seiner allerersten Sitzung gleich eine wichtige Abstimmung mitgemacht: In dieser Sitzung fiel die Entscheidung über die beiden Trassenvarianten des Radschnellwegs RS 5 auf Höhe Kernen. Kein einfaches Thema: Er habe sich vor der Sitzung so gut wie es eben ging in die Diskussion eingelesen, erzählt der 64-Jährige. „Dann während des Sachvortrags habe ich gemerkt: Das Landratsamt weiß einfach Dinge, die ich nicht wissen kann - und habe meine Meinung noch mal geändert.“

Das Handwerk und die Betriebe vor Ort im Blick

Bei der Abstimmung sei er dann sehr froh darüber gewesen, dass seine Stimme nicht das Zünglein an der Waage war. „Ich war überrascht, dass es so eindeutig ausging. Ich dachte, das wird knapper“, so der Gemeinderat. Konkrete Themen, für die er brennt und die er im Gemeinderat unbedingt durchboxen möchte, habe er bis jetzt noch keine im Sinn, sagt Rainer Schlegel.

Insgesamt ist es ihm als lokaler Unternehmer und als Handwerker wichtig, sich für das örtliche Gewerbe starkzumachen. Die besondere Perspektive, die er als Maler auf das Leben der Menschen in der Gemeinde hat, verschafft ihm viel Einsicht, glaubt der Malermeister: „Ich bin bei den Menschen zu Hause, sie erzählen mir alles Mögliche.“ So bekomme er oft ungefiltert mit, was ganz verschiedene Menschen gerade bewegt. „Das finde ich gerade nett.“

In Stetten und Rommelshausen verwurzelt

Seine Tätigkeit als Handwerker schlägt für ihn auch die Brücke zwischen den beiden Teilorten. „Stetten ist meine Heimat, ich bin hier geboren und in diesem Haus hier aufgewachsen. Mir gefällt’s hier“, sagt der 64-Jährige. Hier sind seine beiden Kinder großgeworden, Tochter und Schwiegersohn leben mit ihm und seiner Frau im gleichen Haus. Vor kurzem ist Rainer Schlegel Großvater geworden: Seine kleine Enkelin ist erst zehn Wochen alt: „Die ist so goldig“, so der Gemeinderat verzückt.

In Rommelshausen ist Schlegel aber durchaus auch verwurzelt: „Ich bin in Rommelshausen zur Schule gegangen und war dann auch im Jugendzentrum sehr aktiv“, erzählt er. „Als Jugendlicher war ich eigentlich die ganze Zeit in Rommelshausen.“

Stetten lebenswert erhalten

Zwischendurch hat Rainer Schlegel kurzzeitig auch Stadtluft geschnuppert: „Ich habe ein Jahr lang in Stuttgart gewohnt. Das vermisse ich gar nicht.“ Zwar sei Stetten für ihn objektiv nicht der schönste Ort der Welt – schließlich ist er jemand, der auch gerne verreist und es an vielen Orten auf der Welt sehr schön findet. „Aber es ist mein Heimatort. Und ich möchte mich dafür einsetzen, dass es ein lebenswerter Ort bleibt.“

Rainer Schlegel sitzt auf der Terrasse seines Hauses in Stetten mit Ausblick auf die Weinberge und die Streuobstwiesen. Die Wand hinter ihm ist in einer aufwendigen Technik blau gestrichen – der Maler- und Lackiermeister mit eigenem Betrieb ist spezialisiert auf so etwas.

Schon vor 20 Jahren habe er das erste Mal damit geliebäugelt, sich in den Gemeinderat wählen zu lassen. Bis jetzt sei er aber von der Arbeit immer viel zu sehr eingespannt gewesen. Jetzt steht im Betrieb ein Wechsel

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