Kernen

Großbaustelle in Rommelshausen: Warum Kälte-Fischer noch nicht nach Kernen umgezogen ist

Kälte-Fischer
Veit Scholl, der geschäftsführende Gesellschafter von Kälte-Fischer, vor dem neuen Firmensitz in Rommelshausen. © Benjamin Büttner

Die Corona-Krise hat der Firma Kälte-Fischer einen Strich durch die Umzugspläne gemacht. Eigentlich hätten die Mitarbeiter am vergangenen Freitag ihre neuen Büros am Ortsteingang von Rommelshausen, nahe der S-Bahn-Haltestelle, beziehen sollen. Über das Wochenende wäre dann das neue, rund 30 Millionen Euro teure Hauptquartier des Familienunternehmens eingerichtet worden. Daraus wurde nichts. Der geschäftsführende Gesellschafter Veit Scholl erklärt die Hintergründe und nennt einen neuen Bezugstermin: Mitte September.

Die Firma Fischer Kälte-Klima, kurz Kälte-Fischer, verlagert ihren Hauptsitz von Untertürkheim nach Kernen. Zehn Niederlassungen mit insgesamt rund 350 Mitarbeitern in Deutschland betreiben die Experten für Kälte- und Klimatechnik. Als „Jahrhundertinvestition“ hat Veit Scholl das Bauprojekt auf dem ehemaligen Rüsch-Gelände in Rommelshausen bezeichnet, als er unsere Zeitung kurz vor dem Jahreswechsel durch den Rohbau geführt hat. Circa 100 Mitarbeiter ziehen mit um, in Büros, die „bestimmt die schönsten in der ganzen Region“ sein werden, wie Veit Scholl (55) schwärmt.

Den Umzugstermin Ende Juni hat das Unternehmen aber nicht halten können. Schuld ist die Corona-Krise, die Deutschland im März erfasst hat. Fischer-Chef Veit Scholl erklärt: „Uns war das Risiko zu groß, dass wir die Baustelle schließen und im Chaos umziehen müssen. Da hängt ja nicht nur der Umzug der Leute und das Equipment dran, sondern unsere gesamte Serverlandschaft.“ Von diesen Servern seien alle zehn Fischer-Niederlassungen abhängig. Bekannte von Scholl in Spanien, Italien und Frankreich, die dort ähnliche Projekte umsetzen wollten, hätten ihm berichtet: „Bei uns geht gar nichts mehr.“

Neuer Bezugstermin ist der 18. September

Dass auf Baustellen in Deutschland weitergearbeitet werden durfte, sei nicht absehbar gewesen. Nichtsdestotrotz wurde in Rommelshausen ein Gang heruntergeschaltet: „Wir haben natürlich den Bauzeitenplan angepasst und so etwas Druck rausgenommen. Das wäre sonst auch den Bauarbeitern gegenüber unfair gewesen.“ Neuer Bezugstermin ist der 18. September. „Das muss unbedingt klappen“, sagt Veit Scholl. Er geht aber davon aus, dass die Bauarbeiten am Bürogebäude und den angeschlossenen Lager- und Werkstatthallen bereits Ende Juli abgeschlossen sind.

Frust beim Chef? „Nein, nein, nein, so bin ich überhaupt nicht gelagert“

Frustriert es den 55-Jährigen eigentlich, dass er in dieser Woche noch nicht in seinem neuen Büro arbeiten darf? „Nein, nein, nein, so bin ich überhaupt nicht gelagert. Jeden Tag beschäftigen wir uns damit, Probleme zu lösen. Wir sind daran gewöhnt.“ Zumal durch die Verzögerung kein übermäßig großer Schaden droht. Auch ist der Großhandelspartner und Dienstleister für Handwerk, Industrie und Anlagenbau von der Corona-Krise nicht so schwer betroffen wie andere Wirtschaftszweige. „Auf den Baustellen, auf denen Kälte-Technik eingebaut werden muss, haben die Handwerker das auch weiterhin getan“, erklärt Veit Scholl. Allerdings: Kälte-Fischer begleitet auch viele Projekte in Hotels und Gastronomie, zum Beispiel, wenn Kühlelemente für Küchen installiert werden. Veit Scholl: „Da merken wir schon, dass Projekte, die eigentlich in der Pipeline waren, geschoben oder ganz gecancelt werden. Wir erwarten die große Delle in einem Dreivierteljahr.“

Auf eine große Einzugsparty im September wird das Unternehmen wohl verzichten. Diese könnte dann bei einem Sommerfest im kommenden Jahr nachgeholt werden, sagt Veit Scholl. Erst einmal gilt es aber, das Großprojekt fertigzustellen.

Die Corona-Krise hat der Firma Kälte-Fischer einen Strich durch die Umzugspläne gemacht. Eigentlich hätten die Mitarbeiter am vergangenen Freitag ihre neuen Büros am Ortsteingang von Rommelshausen, nahe der S-Bahn-Haltestelle, beziehen sollen. Über das Wochenende wäre dann das neue, rund 30 Millionen Euro teure Hauptquartier des Familienunternehmens eingerichtet worden. Daraus wurde nichts. Der geschäftsführende Gesellschafter Veit Scholl erklärt die Hintergründe und nennt einen neuen

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