Kernen

Haushalt 2021: Wie wirkt sich Corona auf die Gemeindefinanzen aus?

Neujahrsempfang Kernen
Bürgermeister Benedikt Paulowitsch hat in der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres 2020 seine Haushaltsrede gehalten. © Gabriel Habermann

In der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres 2020 am Donnerstag, 17. Dezember, hat die Gemeindeverwaltung den Haushalt 2021 in den Gemeinderat eingebracht. In seiner Haushaltsrede erläuterte Bürgermeister Paulowitsch, wie sich die Corona-Pandemie auf die Finanzen der Gemeinde auswirkt, welche Mehrkosten dadurch entstanden sind – und warum es dennoch möglich ist, für das kommende Jahr einen ausgeglichenen Haushalt vorzustellen.

Viele Anschaffungen wegen Corona

Die Corona-Krise war im Haushaltsplan so nicht vorgesehen. „Auch Kernen wurde von Corona stark getroffen“, sagte Benedikt Paulowitsch in seiner Haushaltsrede. Damit bezieht er sich nicht nur auf die nach wie vor hohen Fallzahlen, mit der die Gemeinde während der vergangenen Monate immer wieder zu kämpfen hatte, sondern auch auf die veränderte finanzielle Situation.

Viele Dinge mussten wegen der Corona-Maßnahmen und deren Auswirkungen angeschafft werden. Längst nicht alle dadurch anfallenden Kosten dafür wurden von Förder- oder Hilfsprogrammen aufgefangen. „Wir haben zur Krisenbewältigung Geld in die Hand genommen und dies war gut investiert“, sagte der Bürgermeister.

Insgesamt sind es im laufenden Jahr an die 200 000 Euro coronabedingte Ausgaben: So erließ die Gemeinde zum Beispiel zeitweise die Kitagebühren, trotzdem entstanden gerade in der Kinderbetreuung viel höhere Personalkosten als sonst: Wegen der Corona-Verordnungen musste vielerorts doppelt besetzt werden. „In Schulen und im Rathaus wurde Technik für digitales Lernen und Arbeiten eingeführt.“

Der eingeplante Kredit wurde nicht benötigt

Gleichzeitig hat die Gemeinde in vielen Bereichen viel weniger eingenommen als vor der Pandemie angenommen: Durch die Einkommenssteuer wurden laut Gemeinde Kernen 1,2 Millionen Euro weniger eingenommen, rund 100 000 Euro fehlen bei der Umsatzsteuer. Gemeinsam mit der Bürgerstiftung Kernen hat die Verwaltung außerdem ein Hilfspaket in Höhe von 45 000 Euro für die unter der Krise besonders stark leidenden Vereine aufgestellt.  10 000 Euro aus dem Topf der Wirtschaftsförderung flossen außerdem in die Gutscheinboxaktion, von der vor allem örtliche Gastronomen, Weinbauern und Landwirte profitierten.

Trotzdem steht die Gemeinde jetzt am Jahresende deutlich besser da, als man erwarten könnte: „Im Haushaltsplan 2020 war erstmals wieder ein Kredit vorgesehen. Die gute Nachricht kann ich heute verkünden: Wir haben ihn nicht benötigt“, gab der Bürgermeister in der vergangenen Gemeinderatssitzung bekannt. Die Gemeinde Kernen habe über alle Ämter hinweg diszipliniert und sparsam gewirtschaftet. Das sei gerade in so einem schwierigen Jahr alles andere als selbstverständlich.

Deshalb sei die Verwaltung umso stolzer darauf, für das Planjahr 2021 trotz der großen Wirtschaftskrise einen ausgeglichenen Ergebnishaushalt vorlegen zu können: Demnach rechnet die Gemeinde Ende 2021 sogar mit einem kleinen Plus in Höhe von 300 000 Euro.

Die Hangweide wird angegangen

Trotz allem sei das Aufstellen des Haushalts dieses Jahr eine richtige Herausforderung gewesen. Dabei seien für 2021 deutlich höhere Personalkosten herausgekommen als in den Vorjahren – das sei jedoch nur zum Teil eine wirkliche Veränderung: In den vergangenen Jahren seien Versorgungsaufwendungen für Beamte fälschlicherweise nicht in diesen Posten miteinberechnet worden. Trotzdem seien diese Kosten jedes Jahr angefallen, erklärte Benedikt Paulowitsch. Im neuen Haushalt soll dieser Fehler korrigiert werden.

Im kommenden Jahr will die Gemeinde Kernen besonders in mehrere Bauprojekte – besonders in die Hangweide – investieren. Deswegen sei es nötig, ausgleichend einen Kredit in Höhe von 3,2 Millionen Euro aufzunehmen. Dieser ist daher ebenfalls im Haushaltsplan aufgelistet.

„Dass wir diesen tatsächlich in dieser Höhe benötigen werden, darf freilich bezweifelt werden“, so Paulowitsch. Es sei sogar möglich, dass die Gemeinde den Kredit erneut nicht aufnehmen müsse. Jedoch werde in den kommenden Jahren eine Kreditaufnahme so oder so irgendwann nötig werden. „Unser Vermögen liegt inzwischen weniger auf der Kasse, sondern steckt überwiegend in Grundstücken“, sagte Benedikt Paulowitsch.

In der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres 2020 am Donnerstag, 17. Dezember, hat die Gemeindeverwaltung den Haushalt 2021 in den Gemeinderat eingebracht. In seiner Haushaltsrede erläuterte Bürgermeister Paulowitsch, wie sich die Corona-Pandemie auf die Finanzen der Gemeinde auswirkt, welche Mehrkosten dadurch entstanden sind – und warum es dennoch möglich ist, für das kommende Jahr einen ausgeglichenen Haushalt vorzustellen.

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