Kernen

Highspeed-Internet für unterversorgte Firmen

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Symbolbild. © Ramona Adolf

Kernen. In Zeiten der Digitalisierung ist Highspeed-Internet auch für Kernener Betriebe ein Muss. Doch das Netz ist noch löchrig, drei Gewerbegebiete in Rommelshausen und Stetten sind unterversorgt. Mit Hilfe von Fördermitteln und 100 000 Euro aus eigener Kasse will die Gemeinde den Standort stärken.

Die Gemeinde Kernen ist bei ihrem Projekt, die Gewerbegebiete Furchäcker/Lange Äcker in Rommelshausen und Frauenländerstraße sowie das Baustoffwerk Bayer in Stetten mit schnellem Internet zu versorgen, einen Schritt weiter. Wie es in einer Pressemitteilung aus dem Kernener Rathaus heißt, fließen jetzt 436 000 Euro aus dem Bundesförderprogramm „atene KOM“ in das Projekt. Parallel zu dem bereits bewilligten Förderzuschuss läuft derzeit noch ein Antrag zur Kofinanzierung des Projekts durch das Land Baden-Württemberg. Somit könnte die Fördersumme auf rund 800 000 Euro anwachsen. Circa eine Million kostet die Erschließung eines leistungsfähigen Gigabit-Netzes in den unterversorgten Arealen Furchäcker/Lange Äcker, Frauenländerstraße und Baustoffwerk Bayer insgesamt. Der Anteil für Gemeinde und Anlieger läge zusammen also bei rund 200 000 Euro. 100 000 Euro möchte die Gemeinde aus eigener Kasse zuschießen.

Ein paar Betriebe müsen noch überzeugt werden

Bei 51 Betrieben, die vom Ausbau profitieren könnten, geht das Rathaus von rund 5000 Euro Kosten pro Firma aus. Ein paar Betriebe müssen wohl noch von der Investition überzeugt werden. Eine große Mehrzahl habe aber Interesse angemeldet, heißt es aus dem Rathaus. Kein Wunder: Bislang sind die genannten Gewerbegebiete „weiße Flecken“ im Versorgungsnetzwerk mit Highspeed-Internet.

Die Gemeinde Kernen strebt als Versorgungsniveau symmetrische Bandbreiten mit mindestens 1 GBit/s an. Demnächst sollen die Kabelverlegungsarbeiten ausgeschrieben werden. Die privaten Anschlüsse der Deutschen Telekom, deren Breitbandnetz in Kernen bis zu den grauen Verteilerkästen reicht und von dort mit herkömmlichen Kupferleitungen in die Grundstücke verlängert wird, leistet im VDSL-Turbo Vectoring in der Regel deutlich weniger: 100 Megabit pro Sekunde. Für Gewerbebetriebe, die große Datenmengen zu verarbeiten haben, ist das eigentlich zu langsam.

Privat aufzurüsten wäre viel teurer

Das wohl wichtigste Argument für die meisten Kernener Firmen dürfte jedoch lauten: Müssten sie ihre Netzleistung in Eigenregie aufstocken, wäre das deutlich teurer. Das wird nun nicht notwendig sein, auch wenn es einigen mit dem Highspeed-Internet nicht schnell genug gehen kann, wie sich bei einem Unternehmerfrühstück Ende 2017 zeigte, als die Gemeinde die Firmen über das Angebot informierte.

„Der Breitbandausbau kommt voran“, freut sich Bürgermeister Stefan Altenberger in der Pressemitteilung. Läuft alles nach Plan, könnten die Glasfaserkabel bis Ende 2019 im Boden liegen.