Kernen

Home-Office oder Rückkehr ins Büro? So handhaben es Schetter und Diakonie Stetten

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Besprechungen finden nun auch wieder persönlich statt (von links): Schetter-Geschäftsführer Heino Wolkenhauer, Serviceleiter Mario Büschel und Kaufmännischer Leiter Joachim Winckler. © Gabriel Habermann

Aus dem Home-Office zurück ins Büro: Nach zwei Jahren Corona-Pandemie soll auch bei der Gebäudetechnikfirma Wilhelm Schetter in Kernen-Stetten wieder Normalität einkehren. Um den rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Rückkehr in die Unternehmensräume zu erleichtern, veranstaltete Schetter ein „Weißwurstfrühstück“. Ziel sei es, das „Wir-Gefühl“ zu stärken, sagt Schetter-Geschäftsführer Heino Wolkenhauer.

Manche Mitarbeiter müssen persönlich zu den Kunden fahren

Doch nicht alle Mitarbeiter können von zu Hause aus arbeiten. „Die Abteilung Service war zu 100 Prozent durchgehend da“, sagt Serviceleiter Mario Büschel (49). Auch müssen Mitarbeiter persönlich zu den Kunden fahren, um beispielsweise Wartungen oder Reparaturarbeiten an Heizungs- oder Klimaanlagen durchzuführen. Der Kundenkontakt war und ist also unvermeidbar. Ein Mitarbeiter im Außendienst fahre im Durchschnitt täglich vier bis fünf Kunden an. Für die Sicherheit aller Parteien sei gesorgt gewesen: „Die Monteure waren im Vollschutz unterwegs“, sagt Heino Wolkenhauer.

Vorsichtsmaßnahmen, die die Firma Wilhelm Schetter trifft

In anderen Abteilungen war die Home-Office-Rate hoch, weshalb die Rückkehr ins Büro für das Personal eine Umstellung ist. „Bei vielen ist noch die Angst vorhanden, sich anzustecken, etwa aus Sorge um die Familie“, sagt der Geschäftsführer. Die Firma Schetter wolle den Mitarbeitern, die größtenteils aus dem Rems-Murr-Kreis und Raum Stuttgart stammen, nach eigenen Angaben diese Sorge nehmen.

Kostenlose Corona-Tests für Mitarbeiter

Es bestehen auch nach den Lockerungen Angebote, welche die Beschäftigten in Anspruch nehmen können. „Weiterhin können sich unsere Mitarbeiter täglich kostenlos testen“, sagt Heino Wolkenhauer. Auch wird empfohlen, auf den Verkehrswegen in der Firma eine Maske zu tragen. „Wir konnten unseren Mitarbeitern auch sehr früh ein Impfangebot machen“, so der Geschäftsführer. Im Unternehmen liege die Impfquote bei 95 Prozent. Infiziert sich ein Mitarbeiter mit dem Coronavirus, werden die Kollegen aus der Abteilung ebenso ins Home-Office geschickt. Eine Vorsichtsmaßnahme, die sich nach Heino Wolkenhauer bewährt hat. „Die meisten Ansteckungen erfolgen im privaten Bereich“, sagt er. Generell sei die Krankheitsrate im Unternehmen zurückgegangen: „Um ein Drittel“, schätzt der Geschäftsführer.

Schetter-Mitarbeiter dürfen an zwei Tagen in der Woche mobil arbeiten

Künftig dürfen Mitarbeiter bei Schetter weiterhin in einem „Mix aus Home-Office und Büro arbeiten“, sagt Heino Wolkenhauer. Das Unternehmen erlaube mobiles Arbeiten an maximal zwei Tagen die Woche. Grundsätzlich wolle man so den Teamgedanken stärken, aber auch flexibles Arbeiten möglich machen. Während viele Mitarbeiter zu Hause gearbeitet haben, mussten die firmeninternen Abläufe umgestellt werden. „Dazu gehört, Unterlagen und Post auf die Mitarbeiter im Home-Office zu verteilen“, sagt der Kaufmännische Leiter Joachim Winckler (55). Das sei zum einen sehr zeit- und arbeitsaufwendig, zum anderen haben sich dadurch neue Arbeitsabläufe etabliert. „Unser Ziel ist es, digital zu arbeiten, weg von Papier“, sagt Heino Wolkenhauer.

Ein weiterer Vorteil ergibt sich auch aus den täglichen Besprechungen über eine Videoplattform. „Wir können uns per Video auf eine Baustelle zuschalten und müssen nicht mehr überall hinfahren“, sagt Mario Büschel. Das sei aber nur die Ausnahme. Während der Pandemie „hat man die direkte Kommunikation sehr zu schätzen gelernt“, findet Wolkenhauer. Durch die Arbeit im Home-Office habe der Bezug zu den Kollegen gelitten, sind sich die Schetter-Mitarbeiter einig. Umso schöner sei es, dass wieder Kollegen vor Ort sind, so der Geschäftsführer.

Diakonie Stetten: Die Corona-Pandemie habe „Spuren hinterlassen“

Mit den Auswirkungen und Herausforderungen der Corona-Pandemie hat auch die Diakonie Stetten zu kämpfen. „Die Pandemie hat auf jeden Fall Spuren bei uns hinterlassen, die noch länger nachwirken“, sagt Diakonie-Pressesprecher Steffen Wilhelm.

Obwohl die Fallzahlen und das Infektionsrisiko zurückgehen, sagt er, komme das Personal allmählich an seine Grenzen. „Wir merken stark, dass unsere Mitarbeitenden nach mittlerweile zwei Jahren Pandemie und fünf Corona-Wellen sehr erschöpft sind, sowohl physisch als auch psychisch.“

Insgesamt beschäftigt die Diakonie Stetten an allen Standorten rund 4200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – wovon allein 200 in der Verwaltungszentrale in Stetten arbeiten, beispielsweise im Personal- oder Rechnungswesen. Aktuell gelte die Vorgabe, so Pressesprecher Steffen Wilhelm, „dass das mobile Arbeiten, wo immer möglich, genutzt werden soll“.

Diese Regelung ist nicht für alle möglich, schließlich besteht die Aufgabe vieler Diakonie-Mitarbeiter darin, Klienten zu betreuen, zu pflegen und im Alltag zu begleiten. Dahingegen haben „alle Mitarbeitenden mit Büroarbeitsplatz die Möglichkeit des mobilen Arbeitens“, sagt Steffen Wilhelm. „Um das Ansteckungsrisiko zu senken.“

Home-Office für Mitarbeiter mit Kindern vorteilhaft

Neben der hohen Arbeitsbelastung und dem Fachkräftemangel gibt es aber auch positive Aspekte. Als erstes Beispiel führt der Diakonie-Sprecher die Kommunikation via Videokonferenz an. Ähnlich wie bei der Firma Schetter möchte man bei der Diakonie Stetten „diese zeit- und ressourcensparende Besprechungsform auch in Zukunft nicht mehr missen“, sagt Steffen Wilhelm.

Einen Vorteil hatte das Home-Office auch für Verwaltungskräfte, die Kinder haben. „Sie konnten ihre Arbeitszeiten leichter mit den Betreuungszeiten der Kinder koordinieren“, so der Pressesprecher.

Auch für die Pendler im Verwaltungswesen seien mit der Arbeit im Home-Office lange Fahrtzeiten weggefallen. „Unsere Mitarbeitenden an den verschiedenen Standorten stammen aus Kernen, aus dem Rems-Murr-Kreis und aus den umliegenden Stadt- und Landkreisen.“ Eine genaue Zahl der Pendler kann Wilhelm anhand der vergünstigten Firmentickets für den ÖPNV ermitteln: Es sind 220 Menschen, die zur Arbeit pendeln.

Welche Corona-Regeln aktuell bei der Diakonie Stetten gelten

In der Pflege und Betreuung müssen Beschäftigte noch eine FFP2-Maske tragen. Das gelte für die Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderung und in den Pflegeeinrichtungen des Alexander-Stifts. Grundlage für diese Regelung ist die aktuelle Corona-Verordnung, so die Diakonie Stetten. Die Maskenpflicht könne auch andere Arbeitsbereiche betreffen – je nach Tätigkeitsfeld und Arbeitsort, so Steffen Wilhelm. „Zum Beispiel soll im Bürobereich auch weiter ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, wenn Mitarbeitende sich ein Büro teilen.“

Nach Angaben des Pressesprechers empfiehlt die Diakonie Stetten weiterhin die regelmäßige Testung. Besprechungen sollen als Videokonferenz oder im Freien stattfinden, so Wilhelm.

Mit Wegfall einiger Corona-Maßnahmen kehrt ein wenig Normalität zurück. „Auch die Klienten sind sehr froh, dass im Alltag und in der Freizeit viele Einschränkungen weggefallen sind und wieder mehr Begegnungen stattfinden können“, so die Diakonie Stetten. Besonders die persönlichen Begegnungen wurden schmerzlich vermisst. Vorsicht wolle man aber weiterhin walten lassen, denn schließlich „ist Corona noch nicht vorbei“, so der Diakonie-Sprecher.

Aus dem Home-Office zurück ins Büro: Nach zwei Jahren Corona-Pandemie soll auch bei der Gebäudetechnikfirma Wilhelm Schetter in Kernen-Stetten wieder Normalität einkehren. Um den rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Rückkehr in die Unternehmensräume zu erleichtern, veranstaltete Schetter ein „Weißwurstfrühstück“. Ziel sei es, das „Wir-Gefühl“ zu stärken, sagt Schetter-Geschäftsführer Heino Wolkenhauer.

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