Kernen

Im Kampf gegen den Stau: Neue Zufahrt für den Recyclinghof in Kernen

Recyclinghof Kernen
Das typische Chaos am Recyclinghof in Rommelshausen: Deshalb soll die Zufahrt verbreitert und eine Wendefläche angelegt werden. © Gabriel Habermann

Am Recyclinghof an der Seestraße geht es regelmäßig sehr chaotisch zu, wenn sich die Anlieferer mit ihren Autos beim An- und Wegfahren durch die schmale Zufahrt drängen. Viele ärgern sich über die engen Verhältnisse, doch es gibt noch ein ganz anderes Problem: Ein Teil der Ein- und Ausfahrt befindet sich im Moment auf einem privaten Grundstück. Die Besitzerin hat der Gemeinde gegenüber vor kurzem angedeutet: Ab Ende des Jahres möchte sie das Grundstück eventuell anderweitig nutzen.

Die Zufahrt zum Wertstoffhof Kernen soll breiter werden

Hier muss etwas getan werden, so viel steht fest. Was genau, darüber wurde bei der Sitzung des Technischen Ausschusses des Gemeinderats Kernen am Mittwochabend debattiert. Das Bauamt plant, eine neue Zufahrt anzulegen: Die jetzige schmale Straße, die von der Seestraße aus zwischen dem Bauhof und der Heumann Landschafts- und Gartengestaltungs-GmbH zum Müllplatz führt, soll auf 5,50 Meter verbreitert werden. So, dass in Zukunft Autos bequem aneinander vorbeifahren können. Der Rundverkehr auf dem privaten Grundstück entfällt. Stattdessen soll die neue Straße ein Stichweg mit einem Wendehammer am Ende werden: einer grob trapezförmigen Verbreiterung des Zuwegs auf der Recyclinghof-Seite, dort, wo jetzt noch Container stehen und Paletten gestapelt sind. Auf dem sollen die Fahrzeuge wenden können und es soll von dort aus einen neuen Zugang zu den Wertstoff-Containern geben.

Der Technische Ausschuss schaute sich jetzt den ersten Entwurf an

Für die geplante Verkehrsanlage hat das Büro Zoll Architekten und Stadtplaner aus Stuttgart eine erste Preisberechnung getätigt: Nach deren Berechnungen würden dafür Kosten in Höhe von rund 218 000 Euro entstehen. Zusätzlich zum Anlegen des asphaltierten Stichwegs und des Wendehammers müsste auch die Kanalisation entsprechend ausgebaut werden und für Straßenbeleuchtung gesorgt werden.

Bei den Mitgliedern des Technischen Ausschusses sorgte besonders der schematische Entwurf aus Vogelperspektive für einige Verwirrung: Niemand konnte sich anhand dessen so wirklich vorstellen, wo die neue Straße dann wirklich verlaufen wird und wie Autofahrer vom Wendehammer auf den Müllplatz gelangen sollen. Einige der Anwesenden äußerten Bedenken, ob eine so hohe Investition in den Standort Seestraße überhaupt sinnvoll sei: Schließlich sei die gesamte Lage des Recyclinghofs innerhalb dieser engen Bebauung nicht ideal. Ob man das Grundstück, über das man im Moment noch auf den Hof gelangt, nicht dazukaufen könne?

Ein anderer Vorschlag: einen ganz neuen Wertstoffhof bauen, am besten zusammen mit Weinstadt oder Esslingen, irgendwo draußen, wo es viel Platz gibt. Der Beigeordnete Peter Mauch erklärt: „Mit geeigneten Flächen für so ein Vorhaben sind wir leider sehr knapp ausgestattet.“

Im Gemeinderat Kernen gibt es noch keine Mehrheit für den Baubeschluss zum Recyclinghof 

Der Entwurf der Zoll-Architekten samt der Kostenaufstellung wurde schließlich mit großer Mehrheit angenommen. Für einen konkreten Baubeschluss fand sich allerdings keine Mehrheit. Alle sind sich zwar darüber einig, dass das Projekt noch dieses Jahr in Angriff genommen werden muss. Mit der Ausschreibung wollen viele aber noch warten: Immer noch stehen die Bedenken im Raum, die den Standort in der Seestraße betreffen.

Das Zurückstellen sei aber auch im Hinblick auf die Coronakrise sinnvoll, fügte Sachbearbeiter und Tiefbau-Sachgebietsleiter Ralf Bulling abschließend hinzu: Im Spätsommer oder Herbst rechnet er mit deutlich besseren Bedingungen für die Ausschreibung.

Am Recyclinghof an der Seestraße geht es regelmäßig sehr chaotisch zu, wenn sich die Anlieferer mit ihren Autos beim An- und Wegfahren durch die schmale Zufahrt drängen. Viele ärgern sich über die engen Verhältnisse, doch es gibt noch ein ganz anderes Problem: Ein Teil der Ein- und Ausfahrt befindet sich im Moment auf einem privaten Grundstück. Die Besitzerin hat der Gemeinde gegenüber vor kurzem angedeutet: Ab Ende des Jahres möchte sie das Grundstück eventuell anderweitig

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