Kernen

Jugendarbeit unter Corona-Bedingungen: So läuft es im K7 Rommelshausen

Jugendtreff
Tanja Schmid (26) und Dominik Hettich (29) sind in Kernen für die Jugendarbeit zuständig. © Gaby Schneider

Das K7-Jugendhaus liegt am Ortsrand von Rommelshausen, gleich hinter den Sportplätzen und dem Vereinsheim des Musikvereins. Wie die Sportler und die Musiker profitieren auch die Jugendlichen und die beiden Sozialarbeiter von der zwar zentralen, aber doch ausgelagerten Position: „Wir können hier laut sein, draußen rumrennen, ein Feuer anmachen – hier stört das keinen“, sagt Dominik Hettich.

Der 29-Jährige ist bereits seit gut zwei Jahren Sozialarbeiter in Kernen. Er hat eine 100-Prozent-Stelle in der mobilen Jugendarbeit: Er ist Schulsozialarbeiter, betreut die beiden Jugendzentren in Rommelshausen und Stetten mit und macht außerdem Streetwork.

Berufsstart in die Pandemie hinein

Seit kurzem wird er dabei von Tanja Schmid unterstützt. Die 26-Jährige arbeitet 60 Prozent, sie hat am 1. April in Kernen angefangen – mitten im ersten Lockdown, das Jugendhaus war geschlossen. Ein seltsamer Start ins Berufsleben: „Ich kam an und es war alles zu“, erinnert sich die Sozialarbeiterin. Erst im Juni durften die Jugendhäuser wieder öffnen. Und selbst dann galten strenge Regeln: „Am Anfang ging alles nur extrem eingeschränkt, wir durften hier nicht essen oder trinken, mit den Jugendlichen auch nichts spielen, höchstens mal Billard oder Tischkicker.“ Schon ein Kartenspiel, bei dem alle Mitspieler das gleiche Spielkarten-Set benutzen, sei schließlich zu heikel gewesen.

Natürlich galten schon bei dieser Wiedereröffnung die gleichen Verhaltensregeln wie jetzt wieder: Das Jugendhaus durfte zwar öffnen, doch mussten die Jugendlichen sich im Voraus anmelden, innen die Maske auflassen, sich die Hände desinfizieren und vor allem: Abstand halten.

Nach dem Lockdown finden die Jugendlichen nach und nach zurück

Ein Zustand, an den sich langsam, aber sicher die meisten Stammgäste gewöhnt haben, glauben Dominik Hettich und Tanja Schmid. Am Anfang seien an den Abenden wenige hergekommen. Aber so nach und nach hätten die jungen Leute zurück ins K7 gefunden – nur die vielen Gruppen, die sich eigentlich regelmäßig treffen und zum Beispiel zusammen kochen, seien weiterhin sehr zerstreut.

Besonders der Teensclub, also die Elf- bis 14-Jährigen, die sonst gerne hinter dem Haus „Räuber und Gendarm“ spielen, findet sich seit Corona kaum noch ein. „Ich habe Kontakt zu einigen der Kinder, die haben gerade einfach anderes im Kopf“, meint Dominik Hettich. Für jüngere Teenies sei es eher unattraktiv, sich im Jugendhaus vorher anmelden zu müssen. „Außerdem dürfen einige im Moment wohl von den Eltern aus auch gar nicht herkommen“, ergänzt Tanja Schmid.

Die beiden versuchen, so gut es geht den Kontakt zu den Jugendlichen aufrechtzuerhalten. Auch zu denen, die gerade aus dem einen oder anderen Grund nicht oder nur selten herkommen. Im ersten Lockdown, als die Jugendzentren in Rommelshausen und Stetten geschlossen waren, haben die beiden auf Instagram die öffentliche Seite der mobilen Jugendarbeit Kernen stark ausgebaut.

„Am Anfang haben wir jeden Tag ein Video hochgeladen“, erzählt Dominik Hettich. Das sei gut angekommen bei den Jugendlichen: „Wir haben ganz viele Reaktionen darauf bekommen, Bilder und Videos zugeschickt bekommen.“ Über Instagram können sich die Nutzer auch für den Jugendhaus-Besuch direkt anmelden oder den beiden Sozialarbeitern eine Nachricht schicken. „Instagram haben wirklich viele, da ist die Hemmschwelle nicht so groß wie bei einem Anruf“, sagt der Sozialarbeiter. Dass jetzt im November die Jugendhäuser offen bleiben durften, sei eine gute Sache.

Schwarz-gelbes Absperrband und ein Beet voller Unkraut

Klar, dem K7 ist die Ausnahme-Situation deutlich anzusehen: Mehrere Desinfektionsspender stehen im Raum verteilt, auf dem Boden sind mit schwarz-gelbem Klebeband Gehwege markiert, schwarz-gelbes Tape versperrt auch einzelne Sitzplätze auf den Sitzgelegenheiten – damit der Abstand auch wirklich gewahrt wird. Die liebevoll angelegten und eingezäunten Beete im Garten sehen verwildert aus: Den ganzen Frühling war geschlossen. Dieses Jahr gibt es hier nichts zu ernten – außer Unkraut.

Trotzdem sei das Jugendhaus jetzt so wichtig wie eh und je: „Die Jugendlichen haben hier eine Anlaufstelle und können herkommen“, sagt Tanja Schmid. Treffen im Jugendhaus laufen als Veranstaltung. Veranstaltungen mit bis zu 30 Teilnehmern sind nach der aktuellen Corona-Verordnung noch erlaubt, vorausgesetzt, die Räumlichkeiten lassen so viele Besucher zu: „Wir haben mit der Gemeinde vereinbart, dass hier maximal 14 Leute reindürfen, so dass es mit dem Platz hier noch hinkommt.“

Die einzige Möglichkeit, Freunde zu treffen

Für die jungen Besucher sei das Jugendhaus zurzeit oft die einzige Möglichkeit, einen entspannten Abend mit Freunden zu verbringen, zu chillen, Musik zu hören. Natürlich müssen alle Maske tragen und Abstand halten. „Aber da halten sich die allermeisten wirklich gut dran und sind einfach froh, dass wir offen haben“, sagt Dominik Hettich.

Das K7 sei für Elf- bis 25-Jährige zu einem wirklich beliebten Treffpunkt geworden. Vieles hier haben die Jugendlichen selbst entworfen und gebaut: die kleine Bühne, das Tonstudio im Keller, die Grillstelle, das Hochbeet, zwei neue Graffiti. „Sie entscheiden selbst, wie es hier aussieht“, sagt Dominik Hettich.

„Die haben echt Angst, dass sie nicht mehr hier herkommen dürfen“, fügt Tanja Schmid hinzu. Die beiden hoffen sehr, dass das K7 auch weiterhin geöffnet bleiben darf.

Das K7-Jugendhaus liegt am Ortsrand von Rommelshausen, gleich hinter den Sportplätzen und dem Vereinsheim des Musikvereins. Wie die Sportler und die Musiker profitieren auch die Jugendlichen und die beiden Sozialarbeiter von der zwar zentralen, aber doch ausgelagerten Position: „Wir können hier laut sein, draußen rumrennen, ein Feuer anmachen – hier stört das keinen“, sagt Dominik Hettich.

Der 29-Jährige ist bereits seit gut zwei Jahren Sozialarbeiter in Kernen. Er hat eine

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