Kernen

Kernen: Diakonie Stetten reaktiviert Pflegekräfte

Wohnhaus_Ebersbach
Das neue Wohnhaus der Diakonie Stetten in Ebersbach. © Diakonie Stetten

Aufgrund der Corona-Epidemie hat die Diakonie Stetten vor einigen Wochen einen Aufruf an Pflegekräfte gestartet, die an den verschiedenen Standorten mithelfen können. Daraufhin hätten sich mehr Pflegekräfte als erwartet gemeldet, die in Elternzeit, Studium oder Rente sind und in der schwierigen Situation helfen wollen, berichtet die Diakonie.

Eine von ihnen ist Janice Hahn. Sie wäre eigentlich noch bis Ende Oktober in Elternzeit, doch als sie von dem Aufruf hörte, war für sie laut der Pressemitteilung klar, dass sie den Menschen in der Diakonie Stetten und auch den Kolleginnen und Kollegen helfen will: „Ich hatte vor dem Aufruf schon überlegt, ob ich mich melden soll. Mein Mann ist in der Gastronomie tätig und da er momentan nicht arbeiten kann, passt er auf unser Kind auf. So kann ich aushelfen“, erzählt die Heilerziehungspflegerin, die vor ihrer Elternzeit in einer Wohngruppe für Menschen mit Behinderungen in Rommelshausen gearbeitet hat.

200-Kilometer Anfahrt, um Menschen mit Behinderung zu helfen

Seit vier Wochen arbeitet Janice Hahn demnach im neuen Wohnhaus für Menschen mit Behinderungen in Ebersbach im Landkreis Göppingen als Nachtwache mit und ist an zehn bis elf Nächten pro Monat im Haus. „Der Bedarf dort ist sehr groß, da einige Kollegen aus Sicherheitsgründen in Quarantäne mussten.“ Die Heilerziehungspflegerin lebt mit ihrer Familie am Bodensee und nimmt für ihren Dienst jedes Mal eine einfache Wegstrecke von rund 200 Kilometern auf sich. Für sie ist es wichtig, dass sie in der aktuellen Situation helfen kann: „Ich hätte jetzt nicht daheim sitzen können mit dem Wissen, dass die Kolleginnen und Kollegen so hart arbeiten.“

Schutzausrüstung ist Pflicht, da Janice Hahn auch auf einer Isolationsstation tätig ist. „Ich kenne es zwar von der Arbeit mit Menschen, die den Krankenhauskeim MRSA haben. Aber die gesamte Schicht in Schutzausrüstung zu arbeiten, daran muss man sich erst gewöhnen.“ Schon vor einigen Wochen hat die Diakonie Stetten laut Mitteilung aufgrund der fortschreitenden Corona-Epidemie mit einem größeren Ausfall an Pflegekräften gerechnet. Um die Betreuung und Versorgung der Bewohner in den Wohnangeboten für Menschen mit Behinderungen und den Seniorenwohnheimen des Alexander-Stifts weiter aufrechterhalten zu können, startete die Diakonie eine Kampagne unter dem Slogan „Comeback jetzt!“ Janice Hahn erzählt, wie so ein Comeback und die Einsatzplanung ablaufen: „Ich habe mich einfach per Whatsapp gemeldet und wurde sehr freundlich empfangen.“ Am Anfang hatte sie zwar etwas Bedenken wegen der Ansteckungsgefahr, doch diese hätten sich schnell aufgelöst: „Es ist genügend Schutzausrüstung da und bei der Isolationsstation gibt es eine Schleuse. Außerdem kenne ich aus meinen vorherigen Tätigkeiten die Abläufe in der Pflege“, sagt die Heilerziehungspflegerin in der Pressemitteilung der Diakonie. Sie freut sich, dass sie seit ihrem spontanen Einsatz viele neue Kolleginnen und Kollegen kennengelernt hat.

Diakonie Stetten: große Hilfsbereitschaft bei ehemaligen Mitarbeitern

Sie sagt: „Für die Bewohner ist es gerade eine schwierige Situation, da Körpernähe für die meisten sehr wichtig ist. Aber zusammen mit den Betreuern meistern sie die Situation wirklich sehr gut.“

Milena Grieger von der Personalabteilung der Diakonie Stetten freut sich, dass sich so viele Fachkräfte gemeldet haben: „Es ist eine große Hilfsbereitschaft zu spüren und die Menschen sind sehr flexibel, was die Einsatzstellen anbelangt. Wir können die Pflegekräfte dort einsetzen, wo Not ist.“ Milena Grieger hat in den letzten Wochen eine große Verbundenheit der Aushilfen mit der Diakonie Stetten beobachten können: „Es haben sich viele gemeldet, die uns schon kennen und das ist natürlich schön.“ Sie hofft, dass der ein oder andere vielleicht auch nach der Corona-Krise bleibt, so die Mitteilung.