Kernen

Kernen: Nächste Runde im Streit zwischen zwei Bauern

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Symbolfoto. © Benjamin Büttner

Dass sich der Kernener Biobauer Felix Leyde und der Landschaftsgärtner und Landwirt im Nebenerwerb Ralf Gönnenwein nicht grün sind, ist in Kernen kein Geheimnis. Seit Jahren streiten die beiden miteinander um Ackerflächen. Jetzt saßen sie sich erneut im Amtsgericht Waiblingen gegenüber. Dieses Mal sagte die Kernenerin aus, der die Grundstücke gehören.

Zur Erinnerung: Gönnenwein plant seit Jahren den Neubau eines Wohnhauses mit 20 Pensionspferdeplätzen in den Schafäckern. Dafür sollen ein bestehender Hof erweitert und Außenanlagen umgestaltet werden. Der Gemeinderat hatte das Vorhaben seit 2012 mehrfach abgelehnt und einen Baustopp erzwungen, der immer noch nicht aufgehoben ist. Obwohl der Gemeinderat mittlerweile grünes Licht gegeben hat, darf Gönnenwein also nach eigener Aussage bis heute nicht weiterbauen. Er hofft weiterhin, dass sich das bald ändert. Doch was hat das mit dem Zoff zwischen Gönnenwein und Leyde um ein paar Ar Ackerfläche östlich von Rommelshausen zu tun?

Braucht der Landschaftsarchitekt die Fläche?

Gönnenwein sagt: Rein gar nichts habe das eine mit dem anderen zu tun. Er brauche die Flächen als Futterquelle für seine Pferde. Leyde hingegen behauptet: Gönnenwein brauche die Äcker als Nachweis, dass er einen landwirtschaftlichen Betrieb führe, um im Außenbereich bauen zu dürfen. Es deutet vieles darauf hin, das der Biobauer mit dieser Einschätzung auf dem Holzweg ist. Schließlich hat das Landwirtschaftsamt in Backnang Gönnenwein bescheinigt, über ausreichend Fläche zu verfügen, um als privilegierter Landwirt zu gelten.

Weil Leyde das nach wie vor anders sieht, kämpft er so verbissen um die Ackerflächen und hat einer Einigung mit Gönnenwein, zu der dieser bereit gewesen war, Ende des vergangenen Jahres nicht zugestimmt.

Warum landete der Fall vor Gericht?

Vor Gericht war der Streit um die Äcker überhaupt erst gelandet, weil dem Landwirtschaftsamt aufgefallen war, dass beide Landwirte Anspruch auf dieselben knapp 30 Ar Ackerfläche erheben. Sowohl Gönnenwein als auch Leyde hatten EU-Fördermittel für die Bewirtschaftung beantragt. Während Gönnenwein gültige Kaufverträge vorlegte, bestand Leyde darauf, dass noch immer ein gültiger mündlicher Pachtvertrag zwischen ihm und der Grundstücksbesitzerin bestehe. Eine Kündigung aus dem Jahr 2015 habe er nie erhalten, sagt Leyde – und bewirtschaftet die Flächen seither einfach weiter.

Was sagt die Verpächterin?

Bei der Verpächterin des Grundstücks handelt es sich um eine Seniorin aus Rommelshausen, die jetzt als Zeugin am Amtsgericht geladen war. In der Verhandlung am Mittwochvormittag bekräftigte die Dame, Leyde bereits 2015 per Einschreiben gekündigt zu haben – und zog zum Beweis einen Rückschein der Post mit Leydes Unterschrift aus der Tasche. Allerdings verstrickte sie sich auch immer wieder in Widersprüche. So sagte sie, Leyde habe niemals Pacht gezahlt, bestätigte dann aber, erst am Dienstag eine Zahlung Leydes aus der jüngeren Vergangenheit wieder zurücküberwiesen zu haben.

Weitere Streitthemen zwischen den Männern und ihren Anwälten waren das angebliche unrechtmäßige Abmähen von Mais, das Aussäen und Abmähen von Klee auf einem fremden Acker und mutwillig herausgerissene Grundstücksgrenzen. Wer als Gewinner aus dem Rechtsstreit hervorgeht, steht noch immer nicht fest. Das soll erst im Juli verkündet werden.

Dass sich der Kernener Biobauer Felix Leyde und der Landschaftsgärtner und Landwirt im Nebenerwerb Ralf Gönnenwein nicht grün sind, ist in Kernen kein Geheimnis. Seit Jahren streiten die beiden miteinander um Ackerflächen. Jetzt saßen sie sich erneut im Amtsgericht Waiblingen gegenüber. Dieses Mal sagte die Kernenerin aus, der die Grundstücke gehören.

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Zur Erinnerung: Gönnenwein plant seit Jahren den Neubau eines Wohnhauses mit 20 Pensionspferdeplätzen in den Schafäckern.

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