Kernen

Kernen: Wann kommt der Klimaschutz-Manager?

Karlstraße
Die öffentlichen Verkehrsmittel werden im Klimakonzept auch Thema sein. © Gabriel Habermann

Bürgermeister Benedikt Paulowitsch möchte im neuen Jahr das vom Parteifreien Bündnis (PFB) und vom Gemeinderat in die Wege geleitete Klimaschutzkonzept für die Gemeinde Kernen endlich ins Rollen bringen. Eigentlich hätte es damit schon dieses Jahr losgehen sollen: „Corona hat uns etwas ausgebremst“, erklärt der Bürgermeister. Gemeinsam mit drei anderen Gemeinden will er nun ein Klimakonzept erarbeiten. Aber wieso dieser interkommunale Ansatz?

Viel Förderung von Bund und Land

Kommunaler Klimaschutz wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) und von der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) gefördert: Kommunen, die erfolgreich ein Klimakonzept verfasst und beschlossen haben, können einen Klimaschutz-Manager beantragen. Die Personalkosten für diesen zusätzlichen Posten in der Verwaltung, eine Vollzeitstelle, müssen die Gemeinden aber nur zum Teil selbst tragen: „Das BMU fördert mit einem großen Anteil“, sagt Benedikt Paulowitsch. Bis zu 75 Prozent der Kosten könnten durch diese Förderung gedeckt werden.

Jemanden in der Verwaltung zu haben, der sich hauptamtlich um Klimafragen kümmert, wäre mehr als vorteilhaft, glaubt der Bürgermeister. Eine entsprechende Resonanz hatte es in der Vergangenheit zu diesem Thema auch im Gemeinderat gegeben: So hatte die OGL-Fraktion ursprünglich sogar vorgeschlagen, unabhängig vom Klimaschutzkonzept im Rathaus eine neue Stelle für einen „Beauftragten für Klimaschutz und Nachhaltigkeit“ zu schaffen.

Ohne Förderung geht es nicht

Die Sache hat nur einen Haken: Ganz ohne Förderung könne Kernen das nicht stemmen, so Paulowitsch. Doch auch mit der Förderung vom BMU muss langfristig eine andere Lösung her: „Die Förderung ist auf zwei Jahre befristet.“ Eine Zusammenarbeit mit drei anderen Gemeinden soll Abhilfe schaffen. Klimaschutz höre schließlich nicht an den Ortsrändern Kernens auf. „Die Maßnahmen sind überall ungefähr die gleichen“, sagt Paulowitsch.

Seine Idee: Vier Gemeinden könnten ein gemeinsames Konzept auf die Beine stellen, dann auch gemeinsam Förderung beantragen und auch die verbleibenden Kosten für die neue Stelle teilen. „Vielleicht können wir so sogar zwei Klimaschutz-Manager für alle vier Gemeinden bekommen, die dann im Team arbeiten“, erklärt der Bürgermeister. Und nach Ablauf der Zweijahresfrist könnten die beteiligten Kommunen den Klimaschutz-Manager – oder eben das zweiköpfige Klima-Team – so hoffentlich weiterhin gemeinsam finanzieren. Etwas unorthodox ist dieser Ansatz durchaus.

Nein, er wisse von keinen anderen Gemeinden in Baden-Württemberg, die die Förderung auf diese Weise untereinander aufgeteilt hätten, so Benedikt Paulowitsch. Er ist jedoch zuversichtlich, dass sein Plan aufgehen wird: Kernen sei bereits mit drei anderen Kommunen im Gespräch – offiziell ist aber noch nichts. Dass sich das BMU querstellen könnte, glaubt er nicht. Auch für den oder die zukünftigen neuen Mitarbeiter könne der Posten so attraktiver werden: Nicht jeder wolle sich schließlich alle zwei Jahre eine neue Stelle in einer neuen Kommune suchen müssen.

Vier Gemeinden, ein Konzept

Vorläufig ist das alles aber noch Zukunftsmusik. Als Allererstes müssten sich alle vier Gemeinden nun auf einen gemeinsamen Weg einigen. „Das dauert natürlich etwas länger, als wenn Kernen im Alleingang ein Konzept aufstellen würde“, sagt Benedikt Paulowitsch. „Wir vier Gemeinden wollen uns dann einen Berater holen, wahrscheinlich vom KEA.“ Wenn alles geklärt ist, würden Fachleute damit beauftragt werden, das eigentliche Klimakonzept zu erstellen.

Dafür müssen die Gemeinden einiges an Daten erheben: Wichtige Punkte würden voraussichtlich besonders Verkehr, energetische Sanierungen öffentlicher Gebäude und Energiegewinnung und -speicherung insgesamt sein, nimmt Paulowitsch an. Ist das Konzept erst einmal fertig, muss der Gemeinderat noch darüber abstimmen. „Es ist sogar möglich, dass es zwischendurch noch eine Bürgerbeteiligung gibt“, so der Bürgermeister. „Jedenfalls wollen wir kommendes Jahr richtig Gas geben.“

Bürgermeister Benedikt Paulowitsch möchte im neuen Jahr das vom Parteifreien Bündnis (PFB) und vom Gemeinderat in die Wege geleitete Klimaschutzkonzept für die Gemeinde Kernen endlich ins Rollen bringen. Eigentlich hätte es damit schon dieses Jahr losgehen sollen: „Corona hat uns etwas ausgebremst“, erklärt der Bürgermeister. Gemeinsam mit drei anderen Gemeinden will er nun ein Klimakonzept erarbeiten. Aber wieso dieser interkommunale Ansatz?

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