Kernen

Kernen plant Mobilitätskonzept: Im Fokus stehen Fußgänger, Radfahrer und die Parksituation

Pendlerin Laura Steinke
Wie sieht die Mobilität von morgen aus? (Symbolfoto). © Benjamin Büttner

Kaum hat Kernen sein Gemeindeentwicklungskonzept (GEK) beschlossen, soll es auch schon mit einem der wichtigen darin enthaltenen Themenfelder konkreter werden: Der Gemeinderat hat am vergangenen Donnerstag einstimmig dafür gestimmt, dass ein integriertes Mobilitätskonzept aufgestellt wird: Dazu werden im Haushaltsjahr 2022 Mittel in Höhe von 70 000 Euro eingestellt.

In dem Konzept soll es – deshalb der Zusatz „integriert“ – nicht nur um einzelne Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger, Radfahrer oder Autofahrer gehen, sondern es soll die gesamte Verkehrssituation beleuchten, analysieren und zukunftsfähig machen.

Das Thema Mobilität betrifft auch die Hangweide

Eigentlich hätte das Thema wie die anderen unter dem Dach des GEK vereinten Handlungsfelder noch ein bisschen warten müssen: „Wir müssen aber jetzt beginnen, weil wir an der Hangweide weiterarbeiten müssen“, so Bürgermeister Paulowitsch. Für das Vorzeige-Bauprojekt Hangweide wird das Thema Mobilität immerhin eine zentrale Rolle spielen, auch, wenn es um die Verbindung der Ortsteile Stetten und Rommelshausen geht.

Das Bauamt Kernen hat zunächst einmal eine vorläufige Leistungsbeschreibung zum Mobilitätskonzept zusammengestellt, die in der vergangenen Sitzung dem Gremium vorgestellt wurde. Als Experten zugeschaltet waren außerdem Michael Welsch und Andreas Schuetz vom Beratungsbüro SSP Consulting in Stuttgart. Die SSP-Ingenieure sind auf Verkehrsinfrastrukturplanung und die damit verbundene Beratung spezialisiert.

Wo steht Kernen in Sachen Infrastruktur?

In Kernen müsse man mit dem Mobilitätskonzept keineswegs ganz von vorn anfangen, so die Experten. Vielmehr gehe es darum, in den kommenden Monaten zusammenzutragen, was es in Kernen und auch in den Nachbargemeinden bereits an Infrastruktur gibt und wo Mängel zu finden sind: Welche Busse fahren wann wohin? Wie sieht es mit Radwegen aus? Wie ist die Parksituation? Wo braucht es noch Fußgängerwege?

Sowohl für den Radverkehr, die Fußgängerkonzeption als auch für den ruhenden Verkehr (also das Parken) stehen vom Land Fördermittel zur Verfügung. Auch das Erstellen des Mobilitätskonzepts an sich kann durch das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg gefördert werden: Die Förderquote beträgt laut Gemeinderatsvorlage bis zu 50 Prozent der Kosten, beziehungsweise bis zu maximal 200.000 Euro.

Bürger und Verkehrsunternehmen sollen befragt werden

Damit Kernen Anspruch auf diese Fördermittel bekommt, muss die Gemeinde zeitnah einen Förderantrag beim Verkehrsministerium stellen. Auch das war Teil des Gemeinderatsbeschlusses. Außerdem schreibt Kernen noch diesen Monat die Leistungen zur Erarbeitung des Mobilitätskonzeptes aus.

Als ein weiterer wichtiger Schritt sollen auch hier die Bürger befragt werden. Die Anwohner wüssten schließlich aus ihrem Alltag am allerbesten, was in Kernen verkehrstechnisch gut läuft, wo sich in den Ortschaften die Problemzonen befinden und wie das eigene Verkehrsverhalten aussieht, so die Experten. Auch die betroffenen Verwaltungseinheiten wie Verkehrsunternehmen und Interessens- und Umweltverbände sollen miteinbezogen werden, bevor es an die eigentliche Planung geht.

Das Mobilitätskonzept soll nachhaltig werden

So soll gemeinsam ein Leitbild erschaffen werden, wie Kernen verkehrstechnisch in Zukunft aussehen soll. Dabei orientiert sich das neue Konzept aber nicht nur am Willen der Einwohner und der Verkehrsunternehmen, sondern eben auch an den Vorgaben und Hinweisen der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) sowie an Empfehlungen der Europäischen Kommission zur nachhaltigen Mobilitätsplanung. Somit soll das Mobilitätskonzept auch den Umweltschutz im Fokus haben.

Bis Herbst 2022 soll das integrierte Mobilitätskonzept fertig werden. Die Gemeinde hofft, dass die bis dahin gefundenen Maßnahmen auch umsetzbar sein werden – und dass sie ihren Zweck erfüllen: Immerhin steht der Durchgangsverkehr hier erst mal nicht im Fokus. Der sei nicht wirklich förderfähig, so die SSP-Ingenieure.

Kaum hat Kernen sein Gemeindeentwicklungskonzept (GEK) beschlossen, soll es auch schon mit einem der wichtigen darin enthaltenen Themenfelder konkreter werden: Der Gemeinderat hat am vergangenen Donnerstag einstimmig dafür gestimmt, dass ein integriertes Mobilitätskonzept aufgestellt wird: Dazu werden im Haushaltsjahr 2022 Mittel in Höhe von 70 000 Euro eingestellt.

In dem Konzept soll es – deshalb der Zusatz „integriert“ – nicht nur um einzelne Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger,

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