Kernen

Kinderbetreuung in Kernen: Bürgermeister Paulowitsch übt erneut scharfe Kritik am Land

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Der Kernener Bürgermeister Benedikt Paulowitsch ist sauer auf das Kultusministerium. © Benjamin Büttner

Die wegen der Coronakrise stark eingeschränkte Kinderbetreuung soll ausgeweitet werden. Bald sollen wieder rund 50 Prozent der Kinder betreut werden – aber wie? Viele Kommunen fühlen sich derzeit vom Land im Stich gelassen. Schon zum Start der erweiterten Notbetreuung vor wenigen Wochen übte der Kernener Bürgermeister Benedikt Paulowitsch scharfe Kritik an der Landesregierung, die viel zu lange auf ein klares Regelwerk warten ließ. Unter der Woche hat der Rathauschef diese Kritik erneuert. Über sein Facebook-Profil wandte sich Paulowitsch am Mittwochnachmittag an die Kernener Eltern.

Die Erzieherinnen und das Rathaus, schreibt Paulowitsch, arbeiteten „mit Hochdruck und bestem Gewissen daran, den Eltern und Kindern eine tolle Betreuung anbieten zu können“. Dies sei, wo erlaubt, in den vergangenen Wochen auch gelungen, zum Beispiel bei der kurzfristigen Notbetreuung. Wie es allerdings weitergeht, ist unklar.

Das liegt aus Sicht der Kommunen am Kultusministerium unter Susanne Eisenmann (CDU). Dieses habe „den Kommunen immer noch keine neue Verordnung zur Verfügung gestellt, die eine Erweiterung der Kitabetreuung ermöglichen würde“, schreibt Paulowitsch. Dabei seien zahlreiche Fragen ungeklärt – etwa, ob die Notbetreuung für Eltern aus systemkritischen Berufen fortgesetzt wird oder in ein rotierendes System integriert werden muss. Oder inwiefern Kinder mit erhöhtem Förderbedarf zukünftig berücksichtigt werden.

Nur "schrittweise" zurück zum Regelbetrieb

Er verstehe, schreibt Paulowitsch, dass der Druck auf die Eltern zunehme. „Wir haben für uns in Kernen bereits verschiedene Konzepte durchdacht und sind dadurch auch vorbereitet. Den Startschuss muss jedoch die Landesregierung mit entsprechenden Kriterien geben.“ Denn: „Solange aus Stuttgart für das neue Modell rein gar nichts kommt, können wir nicht loslegen.“

Am Donnerstag kündigte das Kultusministerium dann in einer Pressemitteilung an, die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Kitas würden am Samstag in der neuen Corona-Verordnung des Landes kundgetan. In der Mitteilung heißt es, die Kitas dürften „schrittweise zu einem eingeschränkten Regelbetrieb übergehen“. Dass nicht bereits am Montag auf einen Schlag die Hälfte der Kinder betreut werden kann, das war den Kommunen freilich schon vor dieser Nachricht aus Stuttgart klar gewesen.