Kernen

Kirchstraße Stetten: Flüchtlinge ziehen um

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Gestern hieß es Abschied nehmen von der Kirchstraße: 20 Flüchtlinge dürfen aber in Kernen bleiben. © Schechinger / ZVW

Kernen-Stetten. Kleidersäcke, Fahrräder, Kühlschränke: Gestern früh luden die Bewohner der Stettener Sammelunterkunft in der Kirchstraße ihre sieben Sachen in gemietete Kleintransporter, um neue Unterkünfte zu beziehen. Wie berichtet endet der Mietvertrag des Landkreises am 30. November. 20 Flüchtlinge mit Paten, Arbeits- oder Ausbildungsverträgen kommen in Wohnungen in Rommelshausen unter. Acht fanden einen Platz in umliegenden Gemeinden.

29 der ursprünglich rund 40 jungen Männer wohnten bis gestern in der früheren Gewerbehalle. Von ihnen zogen jetzt 20 in sechs gemeindeeigene Wohnungen in Rommelshausen. Sie werden künftig von Angela Ehrlich, der Kernener Integrationsbeauftragten, im Rahmen der kommunalen Anschlussunterbringung betreut. Damit versorgt Kernen in eigener Regie aktuell 104 Personen in eigenen Unterkünften.

28 Flüchtlinge wurden umverteilt, einer abgeschoben

Kriterien für die Auswahl der jungen Männer, die in Kernen bleiben durften, waren enge menschliche Beziehungen dank Patenschaften bzw. Arbeits- oder Ausbildungsverhältnissen. Laut Martina Nicklaus, der Pressesprecherin des Landratsamtes, wurden acht weitere Männer in Unterkünfte in Spiegelberg, Korb, Schwaikheim und Waiblingen verlegt. Eine Person sei abgeschoben worden.

Nach der Schließung des Standorts Kirchstraße unterhält der Rems-Murr-Kreis in Kernen keine Gemeinschaftsunterkünfte mehr. Bekanntlich baut die Gemeinde drei Mehrfamilienhäuser in der Dinkelstraße, Seestraße und der Robert-Bosch-Straße, in denen auch Asylbewerber unterkommen werden.

Wegen Wohnbauvorschriften konnte Unterkunft nicht weiter genutzt werden

Die Gemeinde hatte eine Übergangslösung in Stetten angestrebt, wollte die Gewerbehalle für zwei weitere Jahre mieten und belegen. Doch dieses Vorhaben scheitert an Wohnbauvorschriften. Die Gemeinde müsste die Gewerbehalle offiziell als Wohnraum auszeichnen, ein Brandschutzkonzept und einen Bauantrag vorlegen.

Während der Flüchtlingskrise habe man ein Auge zugedrückt, das gelte nun, da sich die Lage entspannt hat, nicht mehr. Allein für den Brandschutz hätte die Gemeinde 100 000 Euro ausgeben müssen.