Kernen

Kita-Plätze und Kernzeit in Kernen: In Stetten wird es eng

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Die Kinderbetreuung in Kernen wird weiter ausgebaut. © Nicole Effinger, Fotolia

Die Kernener Sozialamtsleiterin Claudia Bubeck hatte zuletzt alle Hände voll zu tun. Es galt, in Windeseile ein Konzept für die Notbetreuung von Kindern zu erstellen, Anmeldungen zu bearbeiten und die Gruppen einzuteilen. Ganz nebenbei war Bubeck noch fachfremd beim kuriosen Thema Gaskonzession eingespannt. Blieb da noch Zeit für eine vorausschauende Planung der Kita-Plätze? Offenbar ja. Am Kindergartenbedarfsplan, den der Gemeinderat jetzt einstimmig verabschiedet hat, wird deutlich, dass mit langen Wartelisten nicht zu rechnen ist. Nur bei der Schulkindbetreuung in Stetten wird es richtig eng. Die Gemeinde muss reagieren.

Insgesamt werden Kernener Kinder in 42 Gruppen betreut

Die Geburtenzahlen in der Gemeinde sind seit Jahren stabil. Für das kommende Kindergarten- bzw. Schuljahr plant die Gemeinde mit insgesamt 42 Betreuungsgruppen. Darunter sind acht Kleinkindgruppen (1 bis 3 Jahre), 26 Kindergartengruppen (3 bis 6 Jahre) und acht Gruppen, in denen Schulkinder betreut werden. Die Frage, die sich Bubeck und ihr Team im Rathaus jedes Jahr aufs Neue stellen müssen, lautet: Reichen diese Gruppen aus, um den Bedarf zu decken? Schließlich haben Eltern einen gesetzlichen Anspruch auf die Betreuung ihrer Kinder. „Bis jetzt konnten wir immer eine Lösung finden“, sagt Bubeck. Das wird wohl auch in den kommenden Jahren gelingen.

In Rommelshausen gibt es im Kindergartenbereich voraussichtlich noch einen Puffer von 20 freien Plätzen, wenn Anfang 2021 die millionenschwere Erweiterung des Kindergartens Pezzettino in der Blumenstraße abgeschlossen ist. Schon in der Vergangenheit hatten die Verantwortlichen keine große Mühe, alle Kinder unterzubringen, was laut Bubeck an „vorausschauender Planung“ lag.

In Stetten ist die Lage nicht ganz so entspannt

In Stetten ist die Lage nicht ganz so entspannt. Hier fehlen nach den aktuellen Berechnungen bei maximaler Belegung neun Plätze für das Kindergartenjahr 2020/21. Sozialamtsleiterin Claudia Bubeck ist allerdings zuversichtlich, dass dennoch alle Kinder untergebracht werden können. Zum einen hofft die Gemeinde in Abstimmung mit dem Kreisverband Jugend und Soziales, dass eine Aufstockung der Gruppe im Kinderhaus Alte Schule möglich ist, zum anderen schicken mehr Eltern in Stetten als in Rommelshausen ihre Kinder in den Waldkindergarten. In die Prognose fließen allerdings für beide Ortsteile jeweils zehn Plätze ein.

Es fehlt der Platz für eine zusätzliche Kernzeitgruppe

Für ein Problem muss die Gemeinde allerdings schnell eine Lösung finden: In Stetten können Stand heute nicht alle Schüler über den Unterricht hinaus betreut werden. „Für die Kernzeit brauchen wir eine zusätzliche Gruppe“, sagt Bubeck. Grundschulkinder werden in Stetten momentan an zwei Standorten betreut: im Kinderhaus Alte Schule und in der Karl-Mauch-Schule selbst. „Eine weitere Angebotsausweitung ist an beiden Standorten nicht möglich“, heißt es aus dem Rathaus. Die Situation mit der Hausaufgaben-Betreuung und beim Mittagessen sei im Kinderhaus Alte Schule schon heute nicht ideal gelöst. Es muss also ein zusätzlicher Raum her. Eine kurzfristige Lösung könnte der Jugendraum im evangelischen Gemeindehaus in der Nachbarschaft der Karl-Mauch-Schule sein. „Wir sind im Gespräch mit der Kirchengemeinde“, sagt Claudia Bubeck. Grünes Licht für eine zusätzliche Gruppe hat der Gemeinderat einstimmig gegeben.

Ein Campus auch für Stetten?

Wobei schon zwei Standorte für die Organisation der Betreuung nicht optimal sind. „Perspektivisch“, schreibt die Sozialamtsleiterin in der Gemeinderatsvorlage zu diesem Thema, „sind wir im Ortsteil Stetten an einer Grenze in den Bestandsgebäuden, strategische Lösungen wären auch hier wünschenswert.“

Was das bedeuten könnte? Gemeinderätin Caren Lederer (Unabhängige Freie Wähler) gab in der Sitzung vergangene Woche einen ersten Hinweis. Die Situation in Stetten mache ihr Sorgen, sagte sie. In Rommelshausen rund um die Haldenschule entstehe ja derzeit ein Schulcampus. „Wäre das nicht für Stetten auch sinnvoll?“ Bürgermeister Benedikt Paulowitsch reagierte schnell: „Die Anregung nehmen wir mit.“ Jetzt werde aber erst einmal an der „kleinen Lösung“ gearbeitet. Die Diskussion über die „große Lösung“ kommt bestimmt.

Die Kernener Sozialamtsleiterin Claudia Bubeck hatte zuletzt alle Hände voll zu tun. Es galt, in Windeseile ein Konzept für die Notbetreuung von Kindern zu erstellen, Anmeldungen zu bearbeiten und die Gruppen einzuteilen. Ganz nebenbei war Bubeck noch fachfremd beim kuriosen Thema Gaskonzession eingespannt. Blieb da noch Zeit für eine vorausschauende Planung der Kita-Plätze? Offenbar ja. Am Kindergartenbedarfsplan, den der Gemeinderat jetzt einstimmig verabschiedet hat, wird deutlich, dass

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