Kernen

Klimaschutz: Kernen, Remshalden und Winterbach wollen neues Personal einstellen

Symbolfoto Solaranlage
Bald mehr Photovoltaik-Anlagen auf den Kernener Dächern? © Benjamin Büttner

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats sind für Kernen zwei maßgebliche Entscheidungen im Bereich Klimaschutz gefallen. Zum einen haben die Räte mit großer Mehrheit beschlossen, dass die gesamte Gemeinde schon bis 2035 klimaneutral werden soll und das Bündnis „Klimaneutrales Kernen“ gegründet. Zum anderen haben sie dem Vorschlag zugestimmt, gemeinsam mit den Nachbarkommunen Remshalden und Winterbach bei Bund und Land Anträge für insgesamt 2,5 geförderte Vollzeitstellen im Bereich Klimaschutz zu stellen. Die neuen Mitarbeiter sollen direkt bei der Gemeinde Kernen unter Vertrag stehen.

Keine Regularien, sondern ein Netzwerk

Das Bündnis „Klimaneutrales Kernen“ soll kein regulatives Organ sein, das Betrieben oder Privathaushalten Auflagen gibt, die sie erfüllen sollen, erklärt Bürgermeister Benedikt Paulowitsch. Vielmehr soll es eine „strukturierte Vernetzung von Kommune, Wirtschaft und Zivilgesellschaft“ sein, die Betriebe, Vereine und Anwohner dazu motivieren soll, selbstständig entsprechende Veränderungen zu erwirken – und Ansprechpartner schaffen für alle, die nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Auch im Hinblick auf das noch kommende Klimaschutzkonzept soll dieses Netzwerk eine wichtige Rolle spielen.

Bis 2035 klimaneutral sein zu wollen, ist ein ehrgeiziges Ziel und erfordert schnelles Handeln, stellt der freie Berater Olaf Hildebrandt bei seiner Präsentation im Gremium am vergangenen Donnerstag klar. Schon länger gab es in Kernen den Wunsch, einen vom Land geförderten Klimamanager einzustellen. Bis dieser jedoch bewilligt ist, eingestellt wird und loslegen kann, kann es unter Umständen noch bis 2024 dauern, erklärt der Berater.

Antrag auf Fördermittel bei Land und Bund

Deswegen empfiehlt er den drei Kommunen, mehrgleisig zu fahren: Kernen, Winterbach und Remshalden sollen einen interkommunalen Antrag auf Förderung einer Stelle eines Klimaschutzbeauftragten in Vollzeit beim Landesprogramm „Klimaschutz Plus“ stellen. Gleichzeitig sollen sie eine 1,5-Stelle für Klimaschutzmanager sowie zur Erstellung eines Klimaschutzkonzepts beim Projektträger Jülich, der Projekte auf Bundesebene koordiniert, beantragen. Das Programm „Klimaschutz Plus“ erfordert weniger Vorarbeit als das Projekt des Bundes, somit könnte der Klimaschutzbeauftragte vielleicht sogar noch diesen Herbst anfangen, so die Idee.

Die Klimaschutzmanager kämen dann etwas später dazu. Zu dritt oder zu viert (bei zwei Teilzeitkräften) könnten die Klimaschutzbeauftragten dann als Team für alle drei Kommunen gleichzeitig wichtige Themenfelder beackern und Projekte auch direkt umsetzen, hofft die Gemeinde. Eine Aufgabe für das Team könnte zum Beispiel sein, zu prüfen, auf welchen öffentlichen Gebäuden in den drei Gemeinden eine Photovoltaik-Anlage umsetzbar wäre.

Im Gespräch mit den anderen Bürgermeistern habe man sich darauf geeinigt, dass die Klima-Geschäftsstelle ihren Sitz in Kernen, der größten dieser drei Gemeinden, haben soll und die neuen Mitarbeiter laut Vertrag auch dort angestellt werden.

11.000 Euro netto pro Kommune für ein eigenes Sekretariat

Trotzdem tragen alle drei Kommunen zu gleichen Teilen die Personal- und Sachkosten. Nach Abzug der Förderung wären das pro Gemeinde pro Jahr noch rund 11.000 Euro netto – sollte die neue Geschäftsstelle ein eigenes Sekretariat benötigen.

Die Förderung für die Stellen läuft allerdings nach spätestens fünf Jahren aus: Um die Stellen aber attraktiv zu gestallten, hat die Gemeinde beschlossen, sie als unbefristet auszuschreiben und nach Ende der Förderung die Kosten gegebenenfalls selbst zu tragen.

Projekte anpacken statt nur Konzepte erstellen

Wichtig ist den Gemeinderäten, dass die Verwaltung darauf achtet, dass hier auch wirklich Projekte umgesetzt werden und etwas Nachprüfbares dabei herauskommt. Zu oft seien solche gut gemeinten Projekte schon im Sande verlaufen und hätten nur einen großen Berg Papier mit vielen nicht umgesetzten Konzepten hinterlassen – wenn überhaupt, kritisieren die CDU-Gemeinderäte Andreas Wersch und Dr. Volker Borck. Die Verwaltung wolle hier gezielt Macher ins Boot holen, die hoffentlich viel Erfahrung und auch technisches Fachwissen mitbringen und nach der Planungsphase direkt zur Tat schreiten, entgegnete Bauamtsleiter Peter Mauch.

Das beißt sich etwas mit dem Vorschlag des Parteifreien Bündnisses, auf Studierende und Doktoranden klimarelevanter Studiengänge zuzugehen, diese als Werkstudenten einzustellen und nach ihrem Abschluss zu halten. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass es auch junge Menschen, die direkt von der Uni kommen, es ins Team schaffen, glaubt Bürgermeister Benedikt Paulowitsch: „Da müssen wir einfach mal schauen, wie die Bewerberlage ist.“

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats sind für Kernen zwei maßgebliche Entscheidungen im Bereich Klimaschutz gefallen. Zum einen haben die Räte mit großer Mehrheit beschlossen, dass die gesamte Gemeinde schon bis 2035 klimaneutral werden soll und das Bündnis „Klimaneutrales Kernen“ gegründet. Zum anderen haben sie dem Vorschlag zugestimmt, gemeinsam mit den Nachbarkommunen Remshalden und Winterbach bei Bund und Land Anträge für insgesamt 2,5 geförderte Vollzeitstellen im Bereich

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