Kernen

Kukuk Kernen: Worauf achten beim Kunstkauf? Experte Ernst Schöller gibt Tipps

LKA-Kunstfälschung Cannstatt Landeskriminalamt, Taubenheimstraße 58. Kunstfälschungsexperte des LKA, Ernst Schöller führt durchs
Ernst Schöller ist pensionierter Kriminalhauptkommissar und Kunstfälschungsexperte. (Archivfoto) © Benjamin Büttner

Gemälde, Skulpturen und wahre Schätze – wer in Kunst investieren möchte, sollte die Augen offen halten, um sich vor Fälschungen zu schützen. Der Kernener Kunst- und Kulturverein (Kukuk) veranstaltet am Donnerstag, 18. November, einen Vortragsabend zum Thema „Kunstfälschungen – ein Kavaliersdelikt“ um 19.30 Uhr in der Glockenkelter.

Referent ist Ernst Schöller, pensionierter Kriminalhauptkommissar, der 35 Jahre lang als Experte für Kunstfälschungen beim Landeskriminalamt in Stuttgart gearbeitet hat. Der Experte gibt Tipps, worauf man beim Kauf von Kunstwerken achten sollte.

Das Risiko anhand von Tipps minimieren

Man kann sich niemals zu 100 Prozent vor einer Kunstfälschung schützen, sagt Ernst Schöller, aber man kann anhand von Tipps das Risiko minimieren. „Man sollte sich Zeit lassen und nie glauben, dass es die Gelegenheit ist“, sagt Schöller.

Er rät dazu, sich eine zweite Meinung einzuholen, ein Fachbuch zurate zu ziehen oder im Internet zu recherchieren. Dazu zählt unter anderem, Werkverzeichnisse von Künstlern zu studieren und einen Blick auf Auktionsportale zu werfen, um herauszufinden, wie und zu welchen Preisen die Werke eines bestimmten Künstlers verkauft werden. Wichtig ist, sich mit der Materie zu beschäftigen und zu versuchen, „selber manche Dinge zu eruieren“, betont der Experte, um ein Gefühl dafür zu entwickeln. Damit der Käufer den Wert auch besser einordnen kann.

Darüber hinaus rät der pensionierte Kriminalhauptkommissar, von Beratungsangeboten der Museen Gebrauch zu machen: Man könne sich beispielsweise als privater Kunstinteressierter für eine Beratung anmelden, so der Experte.

„Man darf nicht vergessen, dass der Kunsthandel auch nur ein Gewerbe wie viele andere ist“, sagt Ernst Schöller, daher sollten Käufer stets kritisch bleiben. Aus der Erfahrung aus seinem langjährigen Berufsalltag weiß Schöller, dass Menschen, die beispielsweise bei einem Autokauf extrem vorsichtig und penibel sind, beim Kauf eines Gemäldes leicht manipulierbar sind. Daher sei es wichtig, immer „Vorsicht walten zu lassen und den Menschenverstand einzuschalten“, sagt er. Auch dürfe man sich nichts einreden lassen. Häufig werde vom Verkäufer ein Zeitdruck aufgebaut, um den Interessenten zu einer Kaufentscheidung zu bewegen, sagt Schöller.

Falls man sich für ein bestimmtes Werk interessiert, soll man es für einen oder zwei Tage zurücklegen lassen. „Wenn jemand an einem Kauf oder Verkauf interessiert ist, sollte er damit einverstanden sein“, findet der Kriminalhauptkommissar.

Auf der Rechnung müssen Technik, Name des Künstlers und des Werkes stehen

Und, falls es doch zu einem Kauf kommen sollte, dann ist es sehr wichtig, sich „eine sachgerechte Rechnung ausstellen zu lassen, die die Bedingungen des BGB erfüllt“, sagt er. „Wir haben schon Rechnungen vorgelegt bekommen“, erinnert er sich, „wo auf der Rechnung draufstand 'zweimal Picasso'“. Auf der Rechnung müssen die Technik angegeben und der Künstler richtig benannt werden sowie der Titel des Werkes stehen, erklärt Schöller. „Wenn es nicht auf der Rechnung steht“, sei es schwierig, „nachher zu beweisen, was der Händler Ihnen alles erzählt hat“, sagt Schöller, „das ist dann müßig.“

Zwar sollte man im Internet nach einem Kunstobjekt recherchieren, aber niemals online kaufen, sagt Schöller. „Das ist sehr schlecht. Man sieht die Ware nicht und man kann sie nicht in die Hand nehmen.“ Das Risiko sei groß, in eine Fälschung zu investieren.

Gemälde, Skulpturen und wahre Schätze – wer in Kunst investieren möchte, sollte die Augen offen halten, um sich vor Fälschungen zu schützen. Der Kernener Kunst- und Kulturverein (Kukuk) veranstaltet am Donnerstag, 18. November, einen Vortragsabend zum Thema „Kunstfälschungen – ein Kavaliersdelikt“ um 19.30 Uhr in der Glockenkelter.

Referent ist Ernst Schöller, pensionierter Kriminalhauptkommissar, der 35 Jahre lang als Experte für Kunstfälschungen beim Landeskriminalamt in Stuttgart

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