Kernen

Lücke bei Radweg von Kernen nach Weinstadt: Kernen beteiligt sich am Ausbau

Radweg Paulinenstr
Manche Gemeinderäte wünschen sich hinsichtlich der Radwege weiterhin eine interkommunale Zusammenarbeit. © Gabriel Habermann

Die Gemeinde Kernen beteiligt sich mit 33.000 Euro an dem etwa 180.000 Euro teuren Vorhaben der Stadt Weinstadt, den bestehenden Radweg entlang der Rommelshauser Straße in Weinstadt in einem zweiten Bauabschnitt bis zur Landhauskreuzung (L 1199 / L 1198) zu verlängern. Wichtig ist dabei für die Gemeinde Kernen, eine Lücke im außerörtlichen Radnetz der Stadt Weinstadt zu schließen, die hauptsächlich von Radfahrern aus Kernen genutzt wird.

Verbesserte Verkehrssicherheit, optimierte Anbindung zur S-Bahn-Haltestelle Stetten-Beinstein

Durch die Schließung der Lücke, die sich zwischen Ortseingang Endersbach und der Landhauskreuzung befindet, soll die Verkehrssicherheit für alle verbessert und die Anbindung zur S-Bahn-Haltestelle Stetten-Beinstein optimiert werden. Darüber hinaus sollen dadurch die Radstrecken von und nach Kernen-Stetten, Kernen-Rommelshausen sowie Waiblingen beziehungsweise Stuttgart mit Weinstadt-Endersbach verbunden werden.

Voraussichtlich im Sommer, spätestens im Herbst dieses Jahres sollen die Bauarbeiten hierzu beginnen. Bei 16 Dafür- und einer Gegenstimme sowie zwei Enthaltungen hat der Gemeinderat mehrheitlich für dieses Vorhaben gestimmt.

Matthias Kramer (OGL): "Für die Radfahrer aus Stetten ist es weitgehend ein Problem, an den Bahnhof Stetten-Beinstein zu gelangen"

„Ich finde es positiv, dass gemeindeübergreifend etwas gemacht wird“, sagte Matthias Kramer, Fraktionsvorsitzender der Offenen Grünen Liste (OGL). Schließlich hören Radwege nicht an der Kommunengrenze oder am Ortsschild auf, so Kramer. Irritiert habe ihn allerdings die Bezeichnung „Radlückenschluss“ in der Beschlussvorlage der Verwaltung.

„Für die Endersbacher ist es vielleicht schon so, dass der Radweg geschlossen wird, aber für die Radfahrer aus Stetten ist es natürlich weitgehend ein Problem, an den Bahnhof Stetten-Beinstein zu gelangen“, sagte er. „Da wünsche ich mir natürlich, dass das, was wir anfangen, weitergeführt wird. Dass man interkommunal weiter zusammenarbeitet wie in Endersbach.“

Darüber hinaus machte der OGL-Chef auf einen schmalen asphaltierten Fußweg aufmerksam, der vom Ortsausgang Stetten bis nach Endersbach führt und aktuell von Radfahrern genutzt wird. „Die Radfahrer fahren über die Straße und fahren direkt zum Bahnhof runter, fahren nicht zu der Kreuzung, und das ist ein Problem“, sagte Kramer. „Wenn man die Kreuzung anfährt, dann muss man über zwei Straßen drüber, dann kann man bis zu vier Minuten stehen, bis man endlich diese Straßen überbrückt.“

Deshalb findet er es wichtig, dass die Zusammenarbeit fortgesetzt wird. Eine Alternative, die die Radler derzeit nutzen, ist ein außerörtlicher Streckenabschnitt – zwischen der Landhauskreuzung und dem innerörtlichen, 2018 fertiggestellten Abschnitt mit Radverkehrsführung – auf der stark frequentierten Rommelshauser Straße. Der Gemeindeverwaltung zufolge kommt es auf dieser Strecke regelmäßig zu problematischen Situationen für Radfahrer und Fußgänger.

Andreas Colosi, Fraktionsvorsitzender des Parteifreien Bündnisses (PFB), schloss sich bezüglich der Problematik für Radfahrer Matthias Kramer an. Darüber hinaus äußerte er auch Bedenken. „Das liegt ja komplett auf der Gemarkung Weinstadt, dass wir uns da beteiligen, halte ich für bedenklich“, sagte er.

Bürgermeister Paulowitsch: Die Strecke wird eher von Kernenern genutzt

Bürgermeister Benedikt Paulowitsch hingegen sagte: „Es ist eine Strecke, die eher für Kernener ist. Die Weinstädter fahren den Teil äußerst selten in die Richtung, wenn, dann sind’s unsere Stettener, die Richtung S-Bahn fahren.“

Hans Dietzel, Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen Freien Wähler (UFW) , äußerte ebenfalls Bedenken. „Ich sehe es auch so, dass es den Kernenern nicht nutzen wird“, sagte er, „jetzt sind wir relativ kulant Weinstadt gegenüber – es ist okay so weit.“ Hans Dietzel machte auf einen Antrag aufmerksam, den die UFW vor einigen Jahren gemeinsam mit der SPD und CDU gestellt hatte. „Unsere Bitte war, einen Kreisverkehr anzubringen“, sagte er, um die Gefahr für Fahrradfahrer, die aus Stetten kommen, an der Einmündung zu minimieren. „Dann hatten wir Gespräche mit der Stadt Weinstadt, die bisher, soweit ich weiß, ohne Erfolg sind. Da wäre meine Bitte, auf Weinstadt noch mal zuzugehen und darüber zu sprechen“, sagte er. „Weil die Situation ist meines Erachtens nicht ungefährlich.“

Die Gemeinde Kernen beteiligt sich mit 33.000 Euro an dem etwa 180.000 Euro teuren Vorhaben der Stadt Weinstadt, den bestehenden Radweg entlang der Rommelshauser Straße in Weinstadt in einem zweiten Bauabschnitt bis zur Landhauskreuzung (L 1199 / L 1198) zu verlängern. Wichtig ist dabei für die Gemeinde Kernen, eine Lücke im außerörtlichen Radnetz der Stadt Weinstadt zu schließen, die hauptsächlich von Radfahrern aus Kernen genutzt wird.

Verbesserte Verkehrssicherheit, optimierte

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