Kernen

Lebensmittel teilen statt wegwerfen: Neues Foodsharing-Angebot in Rommelshausen

Fairteiler
Von links: Die Lebensmittelretter Stephanie Lieb, Dirk Schäfer und Britta Fischer. © Gabriel Habermann

Mal gibt es Marmelade im Überfluss, mal Möhren oder Kartoffeln, manchmal hat man sich schlichtweg beim Einkaufen vergriffen und weiß im Nachhinein nicht, wohin damit. In den Kirchgärten 7 in Rommelshausen, in einem Eckgebäude, stehen neuerdings zwei Kühlschränke, in denen Brote, Obst und Gemüse landen, die sonst weggeworfen werden würden. Hinter dem neuen "Fairteiler" in Kernen steckt die bundesweite Aktion „Foodsharing“, deren Mitglieder sich das Retten und Teilen von Lebensmitteln auf die Fahnen geschrieben haben.

Jeder kann sich daran beteiligen

Die frei zugänglichen Kühlschränke In den Kirchgärten füllen und Lebensmittel mitnehmen darf jeder. Denn das primäre Ziel ist, Nahrungsmittel zu retten. Alles, was im "Fairteiler" Kernen landet, wartet auf eine zweite Chance: Hat der Salatkopf welke Blätter, werden diese entfernt, der Rest ist schließlich noch genießbar. Sind die Bananen dunkel gefärbt und weich, lässt sich noch schnell ein Smoothie daraus zaubern. Kurzum – zu schade für den Müllcontainer.

Team für Kernen auf der Klimaschutzmesse aufgestellt

Auf der Klimaschutzmesse im Mai in Kernen, bei der sich Interessierte im und um das Bürgerhaus an vielen Info-Ständen, bei Impulsvorträgen und Kurzfilmen zu klimarelevanten Themen informieren konnten, waren auch die Lebensmittelretter vor Ort. „Wir haben dort Werbung für den "Fairteiler" gemacht und gesagt, dass wir so einen auch in Rommelshausen haben wollen“, sagt Dirk Schäfer. Er engagiert sich ehrenamtlich bei der Aktion „Foodsharing“ im Rems-Murr-Kreis und ist für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Bereits auf der Messe habe man auch ein Team aus Ehrenamtlichen in Kernen aufgestellt, erzählt er. Für den "Fairteiler" in Kernen ist Stephanie Lieb zuständig.

Täglich muss der Kühlschrank auf Vordermann gebracht werden

„Die Verteiler werden offiziell gemeldet, die sind so eine Art kleiner Lebensmittelbetrieb“, erklärt Dirk Schäfer weiter. Das Veterinäramt, dem die Lebensmittelhygiene untersteht, das auch Supermärkte, Gaststätten und Ähnliches kontrolliert, sei auch bei den "Fairteilern" mitinvolviert, so Schäfer. „Es gibt Auflagen“, sagt der Lebensmittelretter und zählt auf: „Zum Beispiel brauchen wir eine tägliche Kontrolle der Temperatur, den Kühlschrank müssen wir einmal täglich ausputzen und müssen schlechte Sachen rausnehmen.“ Und das könne man nicht alleine stemmen, deshalb „braucht’s dafür ein Team“, sagt er, das glücklicherweise in Kernen aus 20 Helfern besteht.

Zubereitete oder schnell verderbliche Speisen sind nicht erlaubt

Wie funktioniert's? „Man muss dabei zwei Fälle unterscheiden“, erklärt Dirk Schäfer. Jemand, der als Aktiver bei der Foodsharing-Initiative mitmache, müsse online eintragen, welche Nahrungsmittel er in den Kühlschrank hineingestellt hat. „Wenn man als Privatmensch sich beteiligen möchte, dann hängt da eine Liste aus, in die man einträgt, was man hineingetan hat“, sagt er. Alles hat seine Vorgaben – aus lebensmittelhygienischen Gründen und der Dokumentierbarkeit sei es erforderlich. Neben dieser Liste hängt im Fairteiler auch eine Erklärung, was nicht im Schrank gelagert werden darf, etwa zubereitete oder schnellverderbliche Speisen wie Hackfleisch, Eier sowie geöffnete und angebrochene Packungen.

Aktuelle Informationen gibt es in der Whatsapp-Gruppe

Für den "Fairteiler" in Kernen gibt es eine Whatsapp-Gruppe, in der sich Interessierte mit Lebensmittelrettern austauschen können. Den Link dazu und weitere Informationen gibt es auf der Internetseite unter foodsharing.de. Der "Fairteiler" in den Kirchgärten hat von Montag bis Samstag von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Mal gibt es Marmelade im Überfluss, mal Möhren oder Kartoffeln, manchmal hat man sich schlichtweg beim Einkaufen vergriffen und weiß im Nachhinein nicht, wohin damit. In den Kirchgärten 7 in Rommelshausen, in einem Eckgebäude, stehen neuerdings zwei Kühlschränke, in denen Brote, Obst und Gemüse landen, die sonst weggeworfen werden würden. Hinter dem neuen "Fairteiler" in Kernen steckt die bundesweite Aktion „Foodsharing“, deren Mitglieder sich das Retten und Teilen von Lebensmitteln auf die

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