Kernen

Millionenprojekt Hangweide: Städtebauliches Konzept soll von Architekten weiter konkretisiert werden

Hangweide Egelseeplatz
So stellen sich die Architekten den Egelseeplatz vor. © UTA/BREER

Wohl kaum ein anderes Projekt hat in der Vergangenheit in Kernen für so viel Aufsehen gesorgt wie die Neugestaltung der Hangweide. Das ehemalige Diakonie-Dorf soll in ein „Wohngebiet der Zukunft“ umgewandelt werden. Ende Oktober wurde der Sieger des Wettbewerbs bekanntgegeben. Als „einen hervorragenden Siegerentwurf“ bezeichnete Bürgermeister Benedikt Paulowitsch das Ergebnis der UTA Architekten Stuttgart, die zusammen mit der Sima/Breer Landschaftsarchitektur aus Winterthur angetreten waren. Das Preisgericht, das aus 37 Personen bestand, hatte sich für diese Variante und gegen einen 17-stöckigen Hochhausentwurf entschieden.

In seiner jüngsten Sitzung beauftragte der Gemeinderat einstimmig die Planergemeinschaft UTA Architekten mit Sima/Breer Landschaftsarchitektur, einen städtebaulichen Entwurf zu erstellen. Darüber hinaus folgten die Gemeinderäte dem Vorschlag der Verwaltung, einen projektbegleitenden Beirat ins Leben zu rufen und stimmten auch in diesem Punkt einstimmig ab.

Beirat soll das Projekt begleiten und Qualität sichern

Der Projektbeirat soll sich mindestens halbjährlich treffen und austauschen. Es gehe darum, die Qualität zu sichern, so Bürgermeister Paulowitsch. Der Projektbeirat soll darüber hinaus dafür sorgen, dass die kontinuierliche Abstimmung zwischen den Bürger- und Gremienvertretern sowie Planern und Verwaltung gewährleistet ist.

Im Beirat werden neben dem Bürgermeister Bürgervertreter, Vertreter der Gemeinderatsfraktionen, Vertreter der Projektpartner und Vertreter des Kreistags sitzen. Bei speziellen Themenschwerpunkten sollen auch unterschiedliche Fachleute hinzugezogen werden. Matthias Kramer von der Offenen Grünen Liste (OGL) lobt die Idee des Beirats: „So wird gewährleistet, dass die Bürger Kernens mit im Boot sitzen werden.“

Vertreter der Bürgerbeteiligung wurden geehrt

Die Beteiligung der Bürger hat bei der Entwicklung der Hangweide immer wieder eine große Rolle gespielt. So wurden in der Sitzung die beiden Vertreter der Bürgerbeteiligung, Isa Hasselt und Ulrich Lang, geehrt. Benedikt Paulowitsch überreichte ihnen als Dankeschön einen Präsentkorb.

Wie geht es weiter?

Wie geht es weiter mit dem Millionenprojekt? Die Architekten sollen den städtebaulichen Entwurf konkretisieren und dabei auf die Wünsche der Gemeinde eingehen. Sie sieht Verbesserungsbedarf beispielsweise im Bereich der Mobilität. Auch in welcher Art und Weise die Anbindung an den ÖPNV erfolgt, soll im weiteren Prozess erarbeitet werden. Der ausgearbeitete Entwurf der Architekten soll die Grundlage des Bebauungsplanverfahrens bilden. Vorgesehen ist, dass dieses Anfang des kommenden Jahres begonnen und spätestens 2022 abgeschlossen werden soll.

Bewohnerzahl steht noch nicht fest

In der neuen Hangweide sollen nach aktuellem Stand der Dinge 630 Wohnungen für 1400 bis 1500 Bewohner entstehen. Jedoch betonte Paulowitsch in der Sitzung der Bürgermeister, dass man bei der Zahl der Bewohner zunächst zurückhaltend sein solle.

Das Planerteam hat im Zentrum des neuen Quartiers einen freien Platz als Ort der Begegnung am Ufer des wiederentstandenen Egelsees vorgesehen, an dem einst die Ölmühle stand, der dann aber der Bebauung durch die Diakonie weichen musste.

Über den einstigen Mühlenkanal soll der See gespeist werden und eine Kaskade, die ihrerseits vom Beibach versorgt wird und den Blick in die Landschaft in Richtung Stetten öffnet. Harmonisch eingebunden in das neue Quartier wird das Anna-Kaiser-Haus, das zugleich als Begegnungsstätte zwischen Menschen mit und ohne Behinderung wirken soll.

Das "Wir-Gefühl" ist wichtig

In der Sitzung äußerten sich auch die einzelnen Fraktionen zu dem gekürten Entwurf. CDU-Fraktionsvorsitzender Andreas Wersch bezeichnete den Entwurf als „städtebaulich gelungenes Konzept“. Das Millionenprojekt solle mehr als nur ein Vorzeigeprojekt sein und das Augenmerk solle auf bezahlbarem Wohnraum für junge und alte Kernener liegen. Hans Dietzel, Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen Freien Wähler, betonte, dass die Menschen aus unterschiedlichsten Vermögens- und Bildungsschichten im neuen Quartier zueinanderfinden und sich dort einleben sollten. Das sei wichtig für ein „Wir-Gefühl“ in Kernen.

Für die Kernener SPD sagte Hans-Peter Kirgis: „Es war ein ganz spannendes Verfahren, um an diesen Punkt zu kommen. Die historischen Komponenten der Hangweide werden aufgegriffen.“ Bettina Futschik, stellvertretende Fraktionsvorsitzende des Parteifreien Bündnisses sagte, dass eigentlich der zweite Entwurf ihr Favorit gewesen sei. „Aber trotzdem bin ich mit dem jetzigen Entwurf zufrieden.“ „Auch uns hat der Entwurf überzeugt“, sagte Matthias Kramer. Der OGL-Fraktionsvorsitzende lobte: „Die Dorfpromenade finde ich intelligent ausgeführt.“

Wohl kaum ein anderes Projekt hat in der Vergangenheit in Kernen für so viel Aufsehen gesorgt wie die Neugestaltung der Hangweide. Das ehemalige Diakonie-Dorf soll in ein „Wohngebiet der Zukunft“ umgewandelt werden. Ende Oktober wurde der Sieger des Wettbewerbs bekanntgegeben. Als „einen hervorragenden Siegerentwurf“ bezeichnete Bürgermeister Benedikt Paulowitsch das Ergebnis der UTA Architekten Stuttgart, die zusammen mit der Sima/Breer Landschaftsarchitektur aus Winterthur angetreten

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