Kernen

Minister für Video-Kameras am Bahnsteig

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Symbolfoto. © Gabriel Habermann

Kernen-Rommelshausen.
Um Unfälle beim Ein- und Aussteigen am S-Bahnhof Rommelshausen in Kernen zu vermeiden, befürwortet Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) die Ausstattung mit Videokameras oder Spiegeln. Das geht aus einem Schreiben an die Landtagsabgeordneten Claus Paal (CDU) und Jochen Haußmann (FDP) hervor, das unserer Zeitung vorliegt.

„Offenbar besteht hier ein Gefahrenschwerpunkt“, schreibt der Minister und nennt Berichte unserer Zeitung von April dieses Jahres und Januar 2015. Im April war ein Zehnjähriger in den Spalt zwischen Zug und Bahnsteig geraten. Der Junge blieb zwar unverletzt. Es war jedoch nicht die erste brenzlige Situation am Bahnhof Rommelshausen.

Kameras oder Spiegel könnten Sicherheit verbessern

„Handeln muss aus meiner Sicht ausschließlich der Eisenbahninfrastrukturbetreiber“, so Hermann in dem Brief weiter. Das sei die DB Station&Service AG. Sie solle „das Gebotene tun, um diese gefährliche Situation so schnell wie möglich zu entschärfen“. Möglich sei dabei eine Spaltüberbrückung durch den Zug selbst, oder – wenn der Spalt auch dann noch breiter als 26 Zentimeter sei – ein „angepasstes Zugabfertigungsverfahren“ mit Kameras und Monitoren oder Spiegeln, schreibt der Minister.

Und: „Ich persönlich halte darüber hinaus eine Ausstattung des Bahnhofs Rommelshausen mit einer solchen Überwachung für eine nicht nur sinnvolle, sondern unter Umständen sogar gebotene Maßnahme, die geeignet ist, das Sicherheitsniveau deutlich zu erhöhen.“

Land und Gemeinde müssen nicht dafür bezahlen

Hermann macht aber auch klar: Für die Kosten kommt das Land nicht auf. „Ebenso besteht keine Finanzierungspflicht der Gemeinde Kernen.“ Nach dem Grundgesetz sei allein der Bund für die finanzielle Ausstattung der Eisenbahn zuständig.

Die Abgeordneten Paal und Haußmann freuen sich trotzdem über die Schützenhilfe aus Stuttgart. „Die Installation von Kameras und Monitoren, die dem Lokführer einen Überblick über den gesamten Zug verschaffen, könnte viele kritische Situationen schon im Vorfeld verhindern“, schreibt Paal in einer Pressemitteilung. „An vielen anderen Bahnhöfen im Land ist das bereits bewährte Praxis. Die DB-Tochter Station&Service AG steht als Infrastrukturbetreiber des Bahnhofs Rommelshausen in der Pflicht, diesen Gefahrenherd unverzüglich zu entschärfen. Nur so ist dort zukünftig ein sicherer Bahnbetrieb möglich.“

„Die Sicherheit der Fahrgäste sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein“, ergänzt FDP-Politiker Haußmann. Der Abgeordnete sieht auch Minister Hermann in der Pflicht: „Ich fordere den Verkehrsminister auf, die Verantwortlichen von DB Station&Service und des Eisenbahn-Bundesamts jetzt an einen Tisch zu bringen und das Problem zu klären.“

Haußmann drängt auf rasche Verbesserungen: „Die Erhöhung der Bahnsteige kommt frühestens 2022, deshalb wäre hier ein wichtiger und schneller Schritt für den Schutz der Fahrgäste dringend notwendig.“

Kernen-Rommelshausen.
Um Unfälle beim Ein- und Aussteigen am S-Bahnhof Rommelshausen in Kernen zu vermeiden, befürwortet Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) die Ausstattung mit Videokameras oder Spiegeln. Das geht aus einem Schreiben an die Landtagsabgeordneten Claus Paal (CDU) und Jochen Haußmann (FDP) hervor, das unserer Zeitung vorliegt.

„Offenbar besteht hier ein Gefahrenschwerpunkt“, schreibt der Minister und nennt Berichte

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