Kernen

Mit 2,1 Promille Auto gefahren: Mann aus Kernen vor Gericht

Alkohol am Steuer Trinken Trunkenheitsfahrt Symbol Symbolbild
Auf fahrlässige Trunkenheit im Verkehr steht Führerscheinentzug, eine Geldstrafe oder sogar bis zu ein Jahr Haft (Symbolbild). © Pixabay (CC0 Public Domain)

Anfang Dezember hat die Polizei in der Hindenburgstraße in Kernen nachts um kurz vor halb zwölf einen Autofahrer angehalten. Bei einer folgenden Blutentnahme wurde bei dem Mann eine Blutalkoholkonzentration von 2,1 Promille gemessen. Deswegen musste er sich nun wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr vor dem Amtsgericht in Waiblingen verantworten.

Seinen Führerschein hat der Angeklagte schon in der besagten Nacht freiwillig abgegeben. Wieso er an diesem Abend derartig viel getrunken hat und wohin er fahren wollte, weiß der 51-Jährige nicht mehr. Er könne sich allerdings noch daran erinnern, im Hinterkopf gehabt zu haben, dass er ja noch mit dem Hund seines Schwiegervaters laufen müsse. Vermutlich sei er dorthin gefahren.

Er hat seit dem Vorfall nichts mehr getrunken

„Eigentlich kann ich’s mit aber nicht richtig erklären“, so der Angeklagte. Er ist Handwerker und hatte vor dem Vorfall abends oft Bereitschaft, musste dann nüchtern sein, um ausrücken zu können. Deshalb habe er nur gelegentlich an seinen freien Abenden etwas getrunken.

Seit der Führerschein weg ist, hat er dem Alkohol abgeschworen, das kann er dem Gericht sogar nachweisen. Dafür hat er sich Ende März testen lassen: Anhand einer Haarprobe lässt sich bis zu drei Monate rückwirkend nachweisen, ob jemand Alkohol konsumiert hat oder nicht. Der Kernener legt dem Gericht ein negatives Ergebnis vor.

Angeklagter könnte Job verlieren

Für den 51-Jährigen steht nämlich viel auf dem Spiel. Seinem Arbeitgeber hat er schon im Dezember mitgeteilt, dass der Führerschein erst einmal weg ist und er seinen Verhandlungstermin abwarten muss.

Seitdem ist er aus der Rotation für die Abend- und Nachtbereitschaft herausgefallen, reist mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den restlichen Terminen an. Sein Arbeitgeber hat ihn aber bereits schriftlich darüber benachrichtigt, dass der Führerscheinentzug den Bestand seines Arbeitsverhältnisses gefährdet.

Ernster Tatbestand: Führerschein muss entzogen werden

Wenn das Gericht beschließt, den Mann für längere Zeit für den Führerschein zu sperren, werde sein Mandant noch am selben Tag die Kündigung erhalten, glaubt der Anwalt. Dennoch ist auch dem Verteidiger klar, dass sein Mandant bei dem Tatbestand nicht ganz um eine Sperre für den Führerschein herumkommen wird.

Richterin Isabel Thümmel spricht schließlich ihr Urteil: Sie befindet den Angeklagten der fahrlässigen Trunkenheit im Verkehr für schuldig und ordnet zehn Monate Führerscheinentzug an, die vergangenen fünf Monate seit der Tat werden angerechnet.

An der untersten Grenze angesetzt

Damit setzt sie die Strafe am untersten Rand an – das entspricht auch dem, was die Staatsanwältin und der Verteidiger gefordert hatten. Die zusätzliche Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 55 Euro fällt dafür noch etwas höher aus, als von der Staatsanwaltschaft vorgeschlagen.

Die Richterin begründet ihr Urteil damit, dass der 51-Jährige Ersttäter ist, sich von Anfang an reuig und geständig gezeigt hat und aufgrund seiner Arbeitssituation in sehr hohem Maß strafempfindlich ist, wenn es um die Fahrerlaubnis geht. Allerdings seien 2,1 Promille eben ein sehr beträchtlicher Wert. Der Angeklagte und sein Verteidiger nehmen das Urteil an und verzichten auf Rechtsmittel.

Anfang Dezember hat die Polizei in der Hindenburgstraße in Kernen nachts um kurz vor halb zwölf einen Autofahrer angehalten. Bei einer folgenden Blutentnahme wurde bei dem Mann eine Blutalkoholkonzentration von 2,1 Promille gemessen. Deswegen musste er sich nun wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr vor dem Amtsgericht in Waiblingen verantworten.

Seinen Führerschein hat der Angeklagte schon in der besagten Nacht freiwillig abgegeben. Wieso er an diesem Abend derartig viel getrunken

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper