Kernen

Nach Corona endlich wieder Hausbesuche: Sternsinger sind in Kernen unterwegs

Sternsinger
Unterwegs mit dem Stern und im Kostüm: Sieben Gruppen mit je vier bis sechs Kindern sind gerade in Stetten unterwegs. © Gaby Schneider

„Gütiger Gott, segne diese Kreiden und Aufkleber“ - mit diesem für einen Gottesdienst doch eher ungewöhnlichen Segen hat Ober-Ministrant Pascal Martin knapp 40 in bunte Kostüme gekleidete Kinder auf den Weg geschickt, nach zwei Jahren Corona-Pause wieder als Sternsinger in Stetten von Haus zu Haus zu ziehen. Wie es die Tradition erfordert, haben die Kinder Lieder und Sprüche einstudiert, die sie vortragen werden. Und natürlich ist auch die Spendenbüchse wieder dabei: Dieses Jahr wird hauptsächlich für Kinder in Indonesien gesammelt.

Christine Paul von der katholischen Kirchengemeinde Heilig Kreuz hat noch alle Hände voll zu tun, bevor die Kinder ihre erste Tour antreten können: Hier ist noch ein Birnchen in einem der Sterne kaputt, das ist schade. Dort sind noch Flyer liegen geblieben, die mitgenommen werden müssen, extra Türsegen-Aufkleber für die Haushalte, wo niemand zu Hause ist, aber der Segen von 2022 selbst angebracht wurde.

Lehren aus der Corona-Pandemie: Spenden geht jetzt auch mit PayPal

Dort darf man einen Segen und einen Info-Flyer in den Briefkasten werfen, informiert Christine Paul die Eltern, die die sieben Gruppen Sternsinger durch den Ort begleiten. Auf dem Info-Flyer ist dieses Jahr zum ersten Mal auch ein PayPal-Link abgedruckt, für alle, die kein Bargeld zur Hand haben. Die Sternsinger gehen mit der Zeit - da hat auch Corona nachgeholfen, weiß die Ehrenamtliche.

Zusammen mit einem ganzen Team von Engagierten aus der Mitte der Kirchengemeinde hat sie sich dieses Jahr nach zwei Jahren Corona-Ausnahmezustand wieder den Sternsingern gewidmet. Christine Paul hilft hier seit vielen Jahren mit, nämlich seit ihr jetzt schon erwachsener Sohn als Drittklässler zum ersten Mal mitgelaufen ist. Dieses Jahr begleitet er als Betreuer eine der Gruppen. „Wir sind nach Corona etwas sorgenvoll gestartet“, sagt die 50-Jährige. Immerhin fehlen im Grunde zwei ganze Jahrgänge. Und wie viele Ehrenamtliche sich nach zwei Jahren ohne Termingebundenheit durch solche Projekte wieder einfinden würden - darüber habe kurzzeitig Unsicherheit geherrscht. Umso größer die Freude, dass nun doch eigentlich alle wieder zurückgefunden haben: Die Helfer, egal ob als Musiker oder im Küchenteam, seien eigentlich genau die gleichen Gemeindemitglieder wie vor der Pandemie. „Und alles funktioniert - das hat mich sehr gefreut“, sagt Christine Paul.

50 bis 70 Haushalte besucht eine Gruppe an einem Abend

Einen gewissen Schwund gibt es bei den Sternsingern in Stetten pandemiebedingt aber schon: Es sind dieses Jahr „nur“ sieben statt wie früher üblich neun Gruppen von jeweils vier oder mehr Kindern, die durch die Straßen ziehen. Teilnehmen konnten dieses Jahr wieder Kinder ab der dritten Klasse. Auch einzelne jüngere Geschwisterkinder dürfen schon mitlaufen. Von den jungen Sängern fordert die Aufgabe einiges an Durchhaltevermögen ein: Drei Tage lang bis Heilige Drei Könige ziehen die Gruppen im Ort umher, jede Sternsinger-Einheit hat einen Plan bekommen mit „ihren“ Straßen. Auch, damit nirgends zweimal geklingelt werde, erklärt die Ehrenamtliche. Sie schätzt, dass jede Gruppe so an die 50 bis 70 Häuser pro Abend besucht. „Manchmal hat man Straßen, da macht fünf Häuser lang keiner auf“, erzählt sie aus eigener Erfahrung. Dann komme wieder ein Abschnitt, wo jeder gleich die Kekse hole und noch ein bisschen plaudern wolle.

Ins Haus bitten lassen sich die Sternsinger dieses Jahr übrigens nicht: eine Sicherheitsvorkehrung, immerhin wolle man niemanden anstecken. „Wir wollen nichts provozieren.“

Sternsinger sind weiterhin bei den meisten Menschen wilkommen

2021 und 2022 gab es übrigens auch Sternsinger in Stetten: Einige der ganz engagierten Kinder warfen Haushalten, die sich das wünschten, den Segen für die Tür und Informationen zum Spendenprojekt in den Briefkasten. „Es waren also tatsächlich Sternsinger unterwegs - aber in Zivil und einzeln.“

Viel schöner ist es dieses Jahr wieder mit den bunten Kostümen und dem stolzen Lächeln in den Gesichtern der vielen kleinen Könige. Viele sind dieses Jahr zum allerersten Mal dabei, andere freuen sich, nach zwei Jahren wieder ins Kostüm schlüpfen zu dürfen. Weiterhin seien die Sternsinger bei den Anwohnern sehr beliebt: „Es wird gerne angenommen, auch konfessionsübergreifend“, berichtet Christine Paul.

„Gütiger Gott, segne diese Kreiden und Aufkleber“ - mit diesem für einen Gottesdienst doch eher ungewöhnlichen Segen hat Ober-Ministrant Pascal Martin knapp 40 in bunte Kostüme gekleidete Kinder auf den Weg geschickt, nach zwei Jahren Corona-Pause wieder als Sternsinger in Stetten von Haus zu Haus zu ziehen. Wie es die Tradition erfordert, haben die Kinder Lieder und Sprüche einstudiert, die sie vortragen werden. Und natürlich ist auch die Spendenbüchse wieder dabei: Dieses Jahr wird

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