Kernen

Nach Randale bei der Yburg: Wo sind die Nuss-Skulpturen?

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Zimmermeister Fabian Merz bereitet die zwei Nuss-Skulpturen auf ihre Rückkehr zur Yburg vor. © Gabriel Habermann

Vor gut einem halben Jahr war der Ärger groß in Stetten: Unbekannte hatten zwei Bronzeskulpturen des Künstlers Karl Ulrich Nuss aus der Verankerung gerissen und umgeworfen. Die Stettener schimpften über die „Kulturbanausen“, die ausgerechnet an der idyllischen Yburg, dem Wahrzeichen des Weinorts, ihr Unwesen getrieben hatten. Doch was ist eigentlich aus den beiden Figuren geworden?

Nun, wer sie am Eingang der kleinen Ruine zwischen den Rieslingreben vermisst, darf auf eine baldige Rückkehr hoffen. Denn die beiden Bronzeskulpturen werden derzeit ganz in der Nähe der Yburg wieder in Schuss gebracht: in Strümpfelbach, dem Heimatdorf ihres Schöpfers Karl Ulrich Nuss. Der 77-jährige Bildhauer ist unter anderem für seinen Skulpturenpfad in Strümpfelbach im ganzen Remstal und darüber hinaus bekannt. Seine beiden so achtlos umgeworfenen Kunstwerke, die bis Anfang Dezember 2019 an der Yburg Wache hielten, hat die Gemeinde Kernen in die Obhut der Zimmerei Fleck gegeben. Hier werden sie in diesen Tagen auf ihre Rückkehr in die Weinberge vorbereitet.

Die Aufgabe des Zimmermeisters: Die Skulpturen standfest machen

Die Kunstwerke selbst haben den Sturz weitestgehend unbeschadet überstanden. Ihr Unterbau jedoch wurde zerstört. „In erster Linie haben wir die Holzpfosten, auf denen die Figuren stehen, ausgetauscht“, erklärt Zimmermeister Fabian Merz seine Arbeit. Die Aufgabe des 30-Jährigen und seiner Kollegen in der Zimmerei Fleck ist es, dafür zu sorgen, dass die Figuren in Zukunft so leicht keiner mehr umwirft. Das war in der Vergangenheit offenbar gar nicht so schwer und kam deshalb schon öfter vor. „Der Hebel ist halt relativ groß bei den Figuren. Dadurch, dass der Sockel groß ist und die Figur auch selber recht hoch ist. Die Schwachstelle ist unten das Verbindungsstück zwischen Sockel und Pfosten. Das sollten wir aber in den Griff kriegen“, sagt Merz. Die Zimmerei habe von einem Schlosser ein Stahlteil anfertigen lassen, das mit dem Holzpfosten verschraubt werde. „Der Sockel wird nachher auf ein Betonfundament aufgedübelt. Das sollte nicht mehr so schnell abknicken, wie das bisher der Fall war.“

Die Arbeit geht Fabian Merz in der Zimmerei Fleck auch ohne Aufträge von der Gemeinde Kernen nicht aus. Von der Coronakrise sei der Betrieb zum Glück weitestgehend verschont geblieben, sagt der 30-Jährige. Zu seinem Alltagsgeschäft zählen unter anderem Fachwerksanierungen und Fassadenarbeiten. An den Nuss’schen Skulpturen zu schaffen, sagt Fabian Merz, sei schon etwas Besonderes, zumal die Strümpfelbacher Familien Nuss und Fleck freundschaftlich miteinander verbunden seien. Auch das Dach eines Gebäudes der Zimmerei Fleck zieren einige Nuss-Figuren. Wann genau die beiden Skulpturen an der Yburg wieder aufgestellt werden sollen, steht laut Merz aber noch nicht fest.

Ebenso unklar ist, wer sie vor einem halben Jahr umgestoßen und vermutlich im selben Zug Strahler, Wegweiser und Geländer im Umfeld der Yburg beschädigt hat. Robert Kreidler von der Pressestelle im Polizeipräsidium Aalen berichtet auf Anfrage unserer Zeitung, dass die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft noch immer gegen „unbekannt“ läuft. Ein entsprechender Zeugenaufruf blieb ohne Rückmeldung. Leider, sagt der Polizist, seien die Erfolgsaussichten solcher Ermittlungen nicht besonders groß.

Vor gut einem halben Jahr war der Ärger groß in Stetten: Unbekannte hatten zwei Bronzeskulpturen des Künstlers Karl Ulrich Nuss aus der Verankerung gerissen und umgeworfen. Die Stettener schimpften über die „Kulturbanausen“, die ausgerechnet an der idyllischen Yburg, dem Wahrzeichen des Weinorts, ihr Unwesen getrieben hatten. Doch was ist eigentlich aus den beiden Figuren geworden?

Nun, wer sie am Eingang der kleinen Ruine zwischen den Rieslingreben vermisst, darf auf eine baldige

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