Kernen

Neue Bahnsteige für Rommelshausen: Baubeginn jetzt bekannt

Bahnsteig Rommelshausen
Der große Spalt zwischen Bahn und Bahnsteig: Barrierefrei ist anders (Archivfoto). © Benjamin Buettner

Das Problem am Bahnhof Rommelshausen ist seit Jahren bekannt: Seit 2008 kommen auf der Linie S 2 Züge zum Einsatz, die höhenmäßig nicht mehr zum alten Bahnsteig passen. Dadurch, dass der Bahnhof auch noch in einer Kurve liegt, verschlimmert sich das Problem noch: Durch die Kurvenlage der Bahn wird der Spalt noch größer. Eine einfache Lösung schien jahrelang nicht in Sicht zu sein – hat die Bahn jetzt endlich konkrete Umbaupläne?

Mehrere Menschen stürzten und verletzten sich in den vergangenen Jahren beim Ein- und Aussteigen am Bahnhof Rommelshausen: Beckenprellung, Kreuzbandriss, Schürfwunde – vor knapp zwei Jahren war ein Zehnjähriger sogar in den Spalt zwischen Zug und Bahnsteigkante gefallen und wurde nur noch von seinem Schulranzen daran gehindert, ganz ins Gleisbett unter den Zug zu rutschen.

Die Landtagsabgeordneten Jochen Haußmann (FDP) und Claus Paal (CDU) und die Gemeinde Kernen fordern die Deutsche Bahn schon lange zum Handeln auf, auch Verkehrsminister Hermann hatte sich schließlich eingeschaltet und die Deutsche Bahn dazu aufgefordert, eine Lösung für diesen „Gefahrenschwerpunkt“ zu finden.

Die Bahnsteige werden komplett neu gebaut

Bei der Bahn waren bis 2018 verschiedene Lösungsansätze diskutiert worden. Die auf den ersten Blick einfachste Methode wäre eine nachträgliche Erhöhung des Bahnsteigs um die benötigten 96 Zentimeter gewesen – laut der Bahn ist das in Rommelshausen aus verschiedenen Gründen jedoch nicht praktikabel. Nachdem diese Variante verworfen wurde, plant die Bahn einen kompletten Neubau der Bahnsteige. Der Baubeginn war vor kurzem grob auf das Jahr 2022 datiert worden.

Diese erneute Ungewissheit und der noch über ein Jahr in der Zukunft liegende Baustart hatte bei einigen Kernenern für Unmut gesorgt. So ließ die Initiative „Kernen21“ der Deutschen Bahn infolge dieser Ankündigung einen Fragenkatalog zukommen, den die Initiative auch im Gemeindeblatt veröffentlichte. Besonders für das genaue Startdatum der Bauarbeiten und die genaue Ausgestaltung des „neuen“ Bahnhofs interessierte sich die Initiative.

Am Montag haben Vertreter der Deutschen Bahn nun erste Einzelheiten zum Umbau des Römer Bahnhofs bekanntgegeben. Eingeladen dazu hatten die Abgeordneten Paal und Haußmann sowie Bürgermeister Paulowitsch.

Zwischen Herbst 2022 und Mai 2023 sollen demnach beide Gleise umgebaut und barrierefrei gemacht werden. Wem das immer noch zu weit entfernt vorkommt: Schneller geht es leider nicht, versichert Thorsten Krenz, Konzernbevollmächtigter der DB AG für das Land Baden-Württemberg. Für Bahnsteig-Erhöhungen gelten demnach strenge Richtlinien – bis alle Anträge dafür bearbeitet und genehmigt sind, dauert es eben. Tatsächlich hat die Gemeinde Kernen gewissermaßen sogar noch Glück, der Baustart könnte noch deutlich länger auf sich warten lassen: Insgesamt warten nämlich ganze 32 Stationen im Kreis Stuttgart auf einen solchen Umbau.

Fünf weitere Stationen an der S 2 müssen umgebaut werden

Außer dem Bahnhof in Rommelshausen befinden sich noch weitere Stationen der Remstalbahn auf dieser Liste: nämlich die S-Bahn-Stationen Schorndorf-Weiler, Winterbach, Geradstetten, Beutelsbach und Stetten-Beinstein. An diesen Stationen sei die Lage aber nicht ganz so ernst wie in Rommelshausen. „Die 32 Stationen sind in einem Kriterien-Katalog erfasst worden“, sagt Michael Groh, Regionalbereichsleiter Südwest der DB Station & Service.

Die Dringlichkeit für eine Bahnsteigerhöhung errechnet die Deutsche Bahn demnach anhand der Fahrgastzahlen und an verschlimmernden Faktoren. Wie eben einer Kurvenlage der Bahn im Bahnhofsbereich – diese mache den Bahnhof Rommelshausen einzigartig auf dieser Liste, so Michael Groh. Diese Kurve befördert die Rommelshauser Station auf Platz zwei der Liste – gleich hinter den Bahnhof in Stuttgart-Feuerbach.

Ein Gleis ist stärker betroffen als das andere

Ganz konkret soll im Herbst 2022 zunächst das Gleis 1 – Fahrtrichtung in Richtung Schorndorf – in Angriff genommen werden, da hier der Spalt besonders stark ausgeprägt ist.

Bei laufendem Betrieb soll der Bahnsteig komplett neu gebaut werden und die Neigung der Gleise, soweit es die gesetzliche Toleranz da zulässt, verringert werden. Dafür müssen die Gleise nicht erneuert werden, erklärt Groh. Die veränderte Neigung der Gleise wird dadurch erreicht, dass das Gleisbett unter den Schienen leicht verändert wird.

Ist das Gleis 1 fertig, soll im Frühjahr 2023 Gleis 2 umgebaut werden. Nach Abschluss der Arbeiten soll der ganze Bahnhof barrierefrei sein. Ganz beseitigen lassen wird sich der Spalt durch den Umbau nicht: Die Kurvenlage ist ja weiterhin da, die Mitteltüren der Wagen werden weiterhin etwas weiter vom Steig entfernt sein als an anderen Stationen. „Aber diese Lücke wird sich größtenteils durch den ausfahrbaren Schiebetritt abdecken lassen“, glaubt Michael Groh. Der Höhenunterschied wird jedenfalls endlich wegfallen. Das sei die Hauptsache: „Wir haben Bahnhöfe, wo der Spalt größer ist, dafür aber der Bahnsteig hoch genug – dort hat sich noch niemand beschwert“, berichtet Thorsten Krenz.

Das Problem am Bahnhof Rommelshausen ist seit Jahren bekannt: Seit 2008 kommen auf der Linie S 2 Züge zum Einsatz, die höhenmäßig nicht mehr zum alten Bahnsteig passen. Dadurch, dass der Bahnhof auch noch in einer Kurve liegt, verschlimmert sich das Problem noch: Durch die Kurvenlage der Bahn wird der Spalt noch größer. Eine einfache Lösung schien jahrelang nicht in Sicht zu sein – hat die Bahn jetzt endlich konkrete Umbaupläne?

Mehrere Menschen stürzten und verletzten sich in den

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