Kernen

Neue Regeln für Geimpfte und Genesene: Gemeinde Kernen setzt auf Stichproben

Zweite Impfung
Symbolbild. © ALEXANDRA PALMIZI

Seit Sonntag (09.05.) gilt eine neue Regelung, nach der für Menschen, die einen vollen Impfschutz gegen das Coronavirus nachweisen können, oder die nachweislich genesen sind (positiver PCR-Test nicht älter als ein halbes Jahr), einige Ausnahmen bei den Corona-Kontaktbeschränkungen gelten. Gerade an Feiertagen wie jetzt am Vatertag bringen die neuen Regeln für Kommunen einige Herausforderungen mit sich - jeden zu kontrollieren wäre personell aber auch kaum möglich in kleineren Kommunen wie Kernen. 

Es wird schwerer, zu erkennen, wer sich an die Regeln hält

Auf wen eine der beiden Voraussetzungen zutrifft, muss sich nämlich nicht mehr an die nächtliche Ausgangssperre halten, die Testpflicht entfällt und er oder sie muss sich nicht in Quarantäne begeben. Bei privaten Treffen werden Geimpfte oder Genesene nicht mehr mitgezählt.

Bevor die neue Regelung in Kraft getreten ist, war es für die Polizei und kommunale Ordnungsämter vergleichsweise einfach, bei ihren Kontrollen festzustellen, wer sich an die Regeln hält, und wer nicht: Wer nach 22 Uhr draußen anzutreffen war, musste sich erklären, und wenn Erwachsene oder ältere Jugendliche aus mehr als zwei Haushalten zusammen unterwegs waren, lag ziemlich sicher ein Verstoß gegen die Corona-Regeln vor.

Ganz so einfach ist das nun nicht mehr: Immerhin ist es den Menschen nicht anzusehen, ob sie vielleicht von Covid-19 genesen sind oder ob sie geimpft sind. Das Ordnungsamt Kernen lässt sich von der neuen Regelung aber nicht verrückt machen. "Das wird die Arbeit nicht groß verändern", sagt Bürgermeister Benedikt Paulowitsch am Freitagmorgen.

So geht die Gemeinde Kernen vor

Der Vatertag sei insgesamt ruhig verlaufen, Spektakuläres zu berichten gebe es in dieser Hinsicht nicht, so Paulowitsch. Der Musikverein habe einen mobilen Auftritt veranstaltet, dabei hätten sich alle Anwesenden gut an die geltenden Regeln gehalten. 

Jedes Grüppchen zu kontrollieren, in dem mehr als zwei oder drei Erwachsene oder Jugendliche unterwegs seien, sei vom Personalstab her in Kernen aber ohnehin nicht möglich. "In so einem Land wollen wir ja aber auch nicht leben", findet der Bürgermeister. 

Mit den Leuten sprechen, statt hart durchzugreifen

Stattdessen führe das Ordnungsamt auch an den Wochenenden wie gehabt seinen Dienst aus, führe eben stichprobenhaft Kontrollen durch. "Das läuft am Anfang immer so, dass man mit den Leuten spricht", so Benedikt Paulowitsch.

Wenn dann kein Impfpass oder kein Nachweis über einen positiven PCR-Test vorgezeigt werde und die Situation so weit eskaliere, dass tatsächlich ein Bußgeld ausgesprochen werde, gebe es ja theoretisch immer noch die Möglichkeit für die Betroffenen, beim Landratsamt den Nachweis nachzureichen. 

Weniger Kulanz für wilde Partys

In Hinblick auf solche Situationen hofft der Bürgermeister im Moment noch auf klarere Vorgaben vom Land. Bis jetzt kam es in Kernen aber noch zu keiner solchen Situation mit vermeintlich Geimpften oder Genesenen. 

Sollte das Ordnungsamt allerdings auf eine Party im Schrebergarten mit 20 bis 30 Feiernden stoßen, wäre natürlich weniger Kulanz geboten. "Da könnte man zumindest mal ein Fragezeichen dahinter setzen, ob die Beteiligten alle durchgeimpft sind."

Seit Sonntag (09.05.) gilt eine neue Regelung, nach der für Menschen, die einen vollen Impfschutz gegen das Coronavirus nachweisen können, oder die nachweislich genesen sind (positiver PCR-Test nicht älter als ein halbes Jahr), einige Ausnahmen bei den Corona-Kontaktbeschränkungen gelten. Gerade an Feiertagen wie jetzt am Vatertag bringen die neuen Regeln für Kommunen einige Herausforderungen mit sich - jeden zu kontrollieren wäre personell aber auch kaum möglich in kleineren Kommunen wie

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