Kernen

Neues Wohngebiet Hangweide in Kernen: Bebauungsplan aufgestellt

Hangweide
Das ehemalige Diakonie-Dorf soll zu einem „Wohngebiet der Zukunft“ werden. © Gabriel Habermann

Nachdem der Gemeinderat Anfang Mai ein Projektbudget für das Jahr 2021 in Höhe von 705 000 Euro für das ehemalige Diakonie-Dorf Hangweide verabschiedet hatte, stand in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats das 48 Millionen Euro teure Wohnbauprojekt erneut auf der Tagesordnung. Dieses Mal ging es darum, den Bebauungsplan aufzustellen, den Abgrenzungsbereich festzulegen sowie den Flächennutzungsplan zu ändern. Bei einer Enthaltung stimmte der Gemeinderat mehrheitlich der Beschlussvorlage der Verwaltung zu.

Für Peter Mauch wichtig: Bürgerbeteiligung

„Zur Hangweide haben wir in den letzten Wochen mehrere, relativ große Brocken im Gemeinderat behandelt“, sagte Bürgermeister Benedikt Paulowitsch in der Sitzung im Bürgerhaus. Peter Mauch, Leiter des Bauamts sagte, dass dies nun der nächste wichtige Schritt sei, um das Planungsrecht herzustellen. Der städtebauliche Siegerentwurf von UTA Architekten Stuttgart, der im vergangenen Oktober gekürt wurde, bildet die Grundlage des neuen Bebauungsplans „Quartier Hangweide“.

Das Konzept werde parallel weiterentwickelt, erklärte der Bauamtsleiter. Wichtig sei, frühzeitig das Feedback aus der Bürgerschaft und auch von den Trägern öffentlicher Belange wie Naturschutzbehörde zu erhalten, „um auch gegebenenfalls direkt und rasch auf entsprechende Anregungen reagieren zu können“.

Gesamtfläche des Bebauungsplans umfasst 14 Hektar

Parallel zum Bebauungsplan wurde auch die Flächenausweisung im Flächennutzungsplan verändert, der die Sondernutzung der Diakonie als Heil- und Pflegeanstalt vorsieht. Bislang waren die Bebauungspläne „Hangweide (1971) im südlichen Bereich, und als Gärtnerei im nördlich angrenzenden Bereich „Hangweide Erweiterung (1995), rechtsgültig. Nun wurde der neue Bebauungsplan „Quartier Hangweide“ aufgestellt. Umliegende Flurstücke, die als Sondergebiete gekennzeichnet sind, wurden in den Geltungsbereich des neuen Bebauungsplans ergänzend aufgenommen.

So kommen zu der ursprünglichen Fläche, die für den Wohnungsbau vorgesehen ist und acht Hektar beträgt, weitere sechs Hektar hinzu. Die Gesamtfläche des Bebauungsplans umfasst somit insgesamt 14 Hektar. Der sechs Hektar große Bereich ist für den Erhalt der Grünfuge vorgesehen, damit die Leitidee „urbanes Dorf“ realisiert werden kann. „Fläche für die Landwirtschaft mit Ergänzungsfunktion“ heißt der neue Bereich.

„Das sind Flächen, die besonders geeignet sind, um zum Beispiel sogenannte Ausgleichsmaßnahmen umzusetzen“, erklärte Peter Mauch auf die Frage der Gemeinderätin Corinna Konzmann, was sich dahinter verberge.

"Urbanes Gebiet" anstatt "gemischte Baufläche"

Deshalb wurde die Bezeichnung „gemischte Baufläche“ im bestehenden Flächennutzungsplan mit Blick auf die zukünftige Neubebauung mit Wohn- und Geschäftshäusern sowie Büro- und Gemeinschaftsräumen in „urbanes Gebiet“ umgeändert. Der Bereich des Anna-Kaiser-Komplexes der Diakonie Stetten hingegen bleibt weiterhin als „Sondergebiet Diakonie“ bestehen.

Eine Referentin von KE Kommunalentwicklung Stuttgart, die sich online zu der Gemeinderatssitzung zugeschaltet hatte, informierte den Gemeinderat über den aktuellen Stand. „Möglich wären in der Baunutzungsordnung drei Gebiete“, sagte sie, „allgemeines Wohngebiet, Mischgebiet und urbanes Gebiet.“ Mit der Einführung der neuen Baugebietskategorie des „urbanen Gebiets“ in der Baunutzungsverordnung soll eine Lücke zwischen den bestehenden Gebietskategorien des Allgemeinen Wohngebiets und des Mischgebiets geschlossen werden.

Der Beschlussvorlage der Gemeindeverwaltung zufolge dienen urbane Gebiete „dem Wohnen sowie der Unterbringung von Gewerbebetrieben und sozialen, kulturellen und anderen Einrichtungen, die die Wohnnutzung nicht wesentlich stören“.

Die Nutzungsmischung muss nicht gleichgewichtig sein. Zulässig sind: Wohn-, Geschäfts- und Bürogebäude, Einzelhandelsbetriebe, Schank- und Speisewirtschaften sowie Hotels. Auch Anlagen für Verwaltungen sowie für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke sind erlaubt. Ausnahmsweise können auch Vergnügungsstätten und Tankstellen zugelassen werden.

Weitere Gutachten erforderlich: Lärmschutz, Verkehr, Artenschutz

Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens sind nach derzeitigem Stand weitere Gutachten erforderlich. Dazu zählen unter anderem Lärmschutzgutachten, Verkehrsuntersuchung und Umweltprüfung. Darüber hinaus sollen gutachterliche Stellungnahmen zum Artenschutz eingeholt und geologische Untersuchungen durchgeführt werden. Doch im weiteren Verlauf des Projektes können manche Gutachten entfallen oder andere benötigt werden. Dies ist von der aktuellen Situation und Erkenntnissen abhängig.

Nachdem der Gemeinderat Anfang Mai ein Projektbudget für das Jahr 2021 in Höhe von 705 000 Euro für das ehemalige Diakonie-Dorf Hangweide verabschiedet hatte, stand in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats das 48 Millionen Euro teure Wohnbauprojekt erneut auf der Tagesordnung. Dieses Mal ging es darum, den Bebauungsplan aufzustellen, den Abgrenzungsbereich festzulegen sowie den Flächennutzungsplan zu ändern. Bei einer Enthaltung stimmte der Gemeinderat mehrheitlich der Beschlussvorlage der

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