Kernen

Nur ausnahmsweise: „Feldens Besentradition“ in Stetten öffnet am 1. bis 4. Juli

"Felden''s Besentradition"
Winzer und Besenwirt Walter Felden. © Benjamin Büttner

Walter Feldens kleine Besenwirtschaft liegt gleich am Ortsrand von Stetten. Der Innenraum ist nicht besonders groß - schon deswegen sei es nicht für ihn infrage gekommen, hier unter Corona-Bedingungen wieder den Betrieb aufzunehmen, erklärt der Weinbauer, der die kleine Gastwirtschaft sonst nebenher betrieben hat: zum einen, um den eigenen Wein an den Mann zu bringen, zum anderen, weil es ihm und seiner Frau einfach auch Spaß macht.

Das Besondere an dem Besen ist jedoch der Außenbereich: Auf dem großen Hof können die Gäste draußen sitzen, auch eine kleine Laube gibt es. Walter Felden ist ein geselliger Mensch, selbst Mitglied in mehreren Vereinen.

Außenbereich sollte Überdachung bekommen

Wenn es einen feierlichen Anlass gibt, kommen die Vereinsmitglieder gerne zu ihm in den Besengarten - oder er kommt zu ihnen, indem er ihre Feste beliefert. Auch Geburtstagsfeiern und Hochzeitsgesellschaften hat er immer gerne bei sich im Besen.

Deshalb hätten eigentlich die weißen Zelte und Sonnenschirme, die im Moment vor der Sonne schützen und auch im Ernstfall vor dem ein oder anderen kleinen Regenschauer, längst einer richtigen Überdachung mit zwei Markisen weichen sollen: Dafür hätte der Wirt richtig Geld in die Hand genommen. Doch dann kam Corona. „Seit dem 19. März waren uns dann die Hände ziemlich gebunden“, sagt Walter Felden.

Frist verpasst, keine Hilfe bekommen

Als Winzer, der den Besen nur nebenher betreibt, fühlt er sich vom Staat ein bisschen alleine gelassen. Seine Bedienungen sind Aushilfen, die auf 450-Euro-Basis arbeiten - mit Kurzarbeit ist da nichts los.

Auch er selbst als Betreiber hat bis jetzt keine Corona-Hilfen in Anspruch nehmen können: Einmal habe es fast geklappt, aber wegen der hektischen Arbeit im Weinberg, die er nicht aufschieben konnte, habe er die Frist für das Hilfsprogramm knapp verpasst.

Der Mann am Telefon habe ihm nur gesagt, dass er grundsätzlich berechtigt gewesen wäre - dass der Zug jetzt aber abgefahren sei. „Da ging es nur um drei oder vier Tage“, ärgert sich der Besenwirt.

Nachhaltiger Weinbau verursacht höhere Kosten

Dass sein Betrieb bis jetzt überlebt hat, verdanke er vor allem seiner Bank und seiner Kellerei. Für seinen Weinanbau muss er große Summen vorstrecken. Weil seine Weinflaschen das „Fair’n Green“-Siegel für nachhaltigen Weinbau tragen, fallen bei ihm im Durchschnitt auch etwas höhere Kosten an als bei Betrieben, die ganz konventionell anbauen:

Nur ganz bestimmte Spritzmittel und Dünger sind zugelassen, alles muss genau dokumentiert werden, auch recycelbares Verpackungsmaterial muss her. „Im Jahr sind das schon so 3000 bis 4000 Euro mehr, die ich zahle“, sagt Walter Felden.

Dass sich da seine Bank so solidarisch gezeigt hat und ihm mit den Zahlungen etwas mehr Zeit gestattet, freut ihn sehr. Auch seine Kellerei, die Wilhelm Kern GmbH in Rommelshausen, habe ihm sehr geholfen: Trotz der unsicheren Lage habe sie ihm letztes Jahr größere Mengen Trauben abgenommen als sonst. Der Besen jedoch blieb grundsätzlich geschlossen - und ist es auch weiterhin.

„To go“ ist ihm zu viel Müll

Walter Felden mag nämlich keine halben Sachen: Ein To-go-Angebot, bei dem ein riesiger Müllberg entsteht, lasse sich kaum mit seinem Nachhaltigkeitskonzept, das er im Weinberg so ambitioniert verfolge, vereinbaren, findet er. Und in die kleine Gaststube sitzen wolle zurzeit ja sowieso keiner.

Schon im vergangenen Sommer hat sich der Winzer deshalb auf wenige besondere Aktionen in der Außenbewirtung konzentriert: mit großem Erfolg. Das erste solcher Events dieses Jahr steht jetzt wieder vor der Tür: Von Donnerstag, 1. Juli, bis Sonntag, 4. Juli, findet nachmittags im Besengarten das diesjährige „Steak, Wein und Bier“ statt: Dafür wirft Felden seinen selbst gebauten Eisengrill nach amerikanischem Vorbild an. Zum lange gereiften Steak vom Waiblinger Metzger Kübler gibt es verschiedene Beilagen, Bier und natürlich das ganze Weinsortiment des Weinguts.

Gäste sind dazu angehalten, vorher einen Tisch zu reservieren: Er nehme es mit den Corona-Regeln nämlich sehr genau, damit alle sich wohlfühlen, so Walter Felden. Reservierung unter der Nummer 01 72/8 78 63 14.

Walter Feldens kleine Besenwirtschaft liegt gleich am Ortsrand von Stetten. Der Innenraum ist nicht besonders groß - schon deswegen sei es nicht für ihn infrage gekommen, hier unter Corona-Bedingungen wieder den Betrieb aufzunehmen, erklärt der Weinbauer, der die kleine Gastwirtschaft sonst nebenher betrieben hat: zum einen, um den eigenen Wein an den Mann zu bringen, zum anderen, weil es ihm und seiner Frau einfach auch Spaß macht.

Das Besondere an dem Besen ist jedoch der

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