Kernen

Partys auf Schulgelände: Karl-Mauch-Schule Kernen hat mit Vandalismus zu kämpfen

Vandalismus Karl-Mauch-Schule
Pflanzen wurden aus dem Hochbeet gerissen und vor der Eingangstür platziert. © Karl-Mauch-Schule

Schulleiterin Barbara Käser weiß auch nicht mehr so richtig weiter. Auf dem Schulgelände der Karl-Mauch-Schule hat sie es besonders nach den Wochenenden inzwischen so oft mit liegen gelassenem Müll und Vandalismus zu tun, dass die Schule sich schon gar nicht mehr die Mühe macht, jede einzelne Sauerei aus Scherben, Flaschen und anderem Partymüll zu dokumentieren, die feiernde Jugendliche regelmäßig rund um die Stettener Grundschule hinterlassen. Ganz absperren lässt sich das öffentliche Gelände nicht - und das ist eigentlich auch nicht das Ziel der Schulleitung.

Pflanzen ausgerissen und vor die Tür gekippt

Nachdem vor Weihnachten die Pflanzen aus einem der von einem Ehrenamtlichen und den Schülern betreuten Hochbeet ausgerissen und mit einem Eimer vor die Eingangstür gekippt wurden, hat die Schule einen Aufruf im Mitteilungsblatt veröffentlicht. „Blinde Zerstörungswut oder -lust?“, klagt die Schule an. „Unser Schulgelände wird als Partyplatz genutzt, was uns freut und auch kein Problem darstellt. Aber es ist reichlich unerfreulich, wenn am nächsten Morgen unser Hausmeister eine Stunde lang den Unrat und die Spuren dieser Partys entfernen muss.“

Was Barbara Käser besonders traurig macht, ist der Umstand, dass es vermutlich zu einem großen Anteil ehemalige Schüler sind, die sich hier so danebenbenehmen. Immerhin hätten die meisten Jugendlichen aus Stetten früher die Karl-Mauch-Grundschule besucht. Hin und wieder treffe sie auch ehemalige Schüler, wenn sie sich mit diesen unterhalte, frage sie auch gerne, ob sich die Jugendlichen noch an den Hausmeister erinnern, berichtet die Schulleiterin.

Schulleiterin vermutet unter den Vandalen ehemalige Schüler

Der Mitarbeiter sei den ehemaligen Schülern noch gut in Erinnerung, heiße es dann oft: Oh ja, der sei nett gewesen. „Ist euch klar, dass das der gleiche Mann ist, der das alles wegmachen muss?“, frage sie dann gerne. Dann sei bei den Jugendlichen zumindest kurz so etwas wie Betroffenheit zu erkennen. Aber am nächsten Partywochenende geht der Ärger weiter.

Für die Grundschüler hat das besonders dann Auswirkungen, wenn die Feiernden Schülerarbeiten kaputt machen. So, wie es bei dem Hochbeet der Fall war - und auch die Wand der Karl-Mauch-Halle, die die Kinder selbst bemalt haben, wird immer wieder Opfer von Vandalismus: Die Bilder werden bekritzelt oder sogar verschmiert, berichtet Barbara Käser.

Feiernde nehmen keine Rücksicht - auch nicht auf Kinder

Dabei dient die Bemalung eigentlich sogar der Vermeidung von Graffiti: „Wenn die Wand bemalt ist, bleibt sie länger frei“, habe die Polizei der Schule damals erklärt. Allerdings scheint dieser „Ehrenkodex“ für die Karl-Mauch-Partygäste nicht zu gelten. Auch nachdem die Schule Schilder dazugestellt habe, auf denen stand, dass es sich hier wirklich um Schülerbilder handle, sei die Schmiererei weitergegangen: Das Schild sei weg gewesen und erneut ein „Kringel“ auf der Wand, berichtet die Rektorin.

Wirklich eine Handhabe gegen die Randalierer hat die Karl-Mauch-Schule nicht. Klar, größere Beschädigungen würden angezeigt. Aber gebracht habe das bisher wenig, sagt die Schulleiterin. Das gesamte Gelände abzusperren, ist ohne weiteres auch nicht möglich, denn über das Gelände verläuft ein öffentlicher Fußweg.

Aufruf im Mitteilungsblatt: Wer zu viel Zeit und Energie hat, kann gerne mithelfen

Zwar stehe die Schule schon mit dem Ordnungsamt der Gemeinde in Verbindung und zumindest bestimmte Bereiche sollen künftig durch einen Zaun abgesperrt werden. Aber der Rest bleibt öffentliches Gelände - was ja eigentlich auch völlig in Ordnung so sei, betont Käser. Grundsätzlich habe ja niemand etwas dagegen, dass sich Jugendliche auf dem Gelände aufhalten: „Es geht darum, es wieder sauber zu hinterlassen.“

Die Rektorin hofft, dass sich bei einigen Beteiligten vielleicht doch noch die Einsicht einstellt, dass manche Dinge einfach nicht ok sind. Und die Schule versuche, auch die aktuellen Jahrgänge dafür zu sensibilisieren, dass sie in ein paar Jahren vielleicht besser mit ihrer alten Grundschule umgehen mögen. Den Feiernden macht Käser im Mitteilungsblatt außerdem ein Angebot: „Wenn jemand zu viel Energie und Zeit hat, möge er sich bitte bei uns an der Schule melden. Wir finden für jeden eine sinnvolle Aufgabe.“

Schulleiterin Barbara Käser weiß auch nicht mehr so richtig weiter. Auf dem Schulgelände der Karl-Mauch-Schule hat sie es besonders nach den Wochenenden inzwischen so oft mit liegen gelassenem Müll und Vandalismus zu tun, dass die Schule sich schon gar nicht mehr die Mühe macht, jede einzelne Sauerei aus Scherben, Flaschen und anderem Partymüll zu dokumentieren, die feiernde Jugendliche regelmäßig rund um die Stettener Grundschule hinterlassen. Ganz absperren lässt sich das öffentliche

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