Kernen

Remstalwerk erhöht Strompreis: Diese Mehrkosten kommen auf Kunden in Kernen zu

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Bürgermeister Benedikt Paulowitsch (Zweiter von links, hinten) betont, dass ein flächendeckender Blackout unwahrscheinlich sei. © ZVW/Gaby Schneider

Der Strompreis wird auch für die Kunden der Remstalwerke steigen. Das teilt Gabriele Laxander, Chefin des Remstalwerks, mit. Bei einem Infoabend in der Alten Kelter in Rommelshausen gab sie bekannt, dass der Preis für die 8000 Kunden des Remstalwerkes ab 1. Januar 2023 auf 38,62 Cent pro Kilowattstunde steigt.

Gas: So viel zahlt ein Musterhaushalt, dessen Jahresrechnung davor 1381,50 Euro betragen hat

Im Hinblick auf den am 1. Oktober 2022 erhöhten Gaspreis präsentierte sie eine provisorische Modellrechnung, nach der die Mehrkosten für einen Musterhaushalt, dessen Jahresgasrechnung davor 1.381,50 Euro betrug, nach Inkrafttreten der von der Bundesregierung für 1. Februar 2023 angekündigten Gaspreisbremse auf 2115,40 Euro steigen würde. Von dieser Summe müsste dann allerdings die Dezember-Abschlagszahlung in Höhe von 187,62 abgezogen werden, die ja von der Bundesregierung übernommen werden soll; ebenso die Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro.

Somit entstünden bei Gabriele Laxanders Musterhaushalt für den Zeitraum von 1. Oktober 2022 bis 30. September 2023 tatsächliche Mehrkosten fürs Gas von 246,28 Euro. Sollte es gelingen, die von der Regierung erhofften 20 Prozent Gas einzusparen, würden sich die Gas-Mehrkosten für den Musterhaushalt des Remstalwerkes auf 184,24 Euro reduzieren.

Die Angst vor einem Zusammenbruch der Energieversorgung abbauen

Sowohl Gabriele Laxander wie auch Bürgermeister Benedikt Paulowitsch und Hans-Joachim Enders, der Technische Prokurist des Remstalwerks, bemühten sich redlich, in dieser Veranstaltung, zu der die Kernener SPD-Gemeinderäte und der SPD-Ortsverein Kernen-Korb eingeladen hatten, anhand der von ihnen präsentierten Fakten die Angst vor einem Zusammenbruch der Energieversorgung abzubauen. Bürgermeister Benedikt Paulowitsch betonte, dass der Auslöser der gegenwärtigen Krisen im Kreml sitze.

2023 sollen weitere Notstromaggregate gekauft werden

Als Aufsichtsratsmitglied des Remstalwerks erklärte Paulowitsch, dass ein flächendeckender Blackout, also der Zusammenbruch der Stromversorgung, unwahrscheinlich sei. Da diese Gefahr durch das europaweite Stromnetz, mögliche Cyberangriffe, den vermehrten Einsatz alternativer Energien, Naturkatastrophen und nun den drohenden Gasengpass gestiegen sei, müsse man sich auch damit befassen. So habe der Gemeinderat bereits vor dem Krieg die Anschaffung zweier Notstromaggregate für die Feuerwehrhäuser in Stetten und Rommelshausen beschlossen. Dort stünden im Ernstfall Satellitentelefon- und Funkanlagen zur Verfügung, über die eine Notfall-Stabsstelle den Kontakt mit dem übergeordneten Landratsamt, der Notrufzentrale und dem Remstalwerk aufrechterhalten könne. Für 2023 sei vorgesehen, weitere Notstromaggregate anzuschaffen. Dafür habe der Gemeinderat 500.000 Euro bereitgestellt.

Was die Trinkwasserversorgung anbelange, so funktioniere diese auch zwei Tage ohne Strom, das Abwasser fließe grundsätzlich aufgrund seiner Fließrichtung in die tiefer gelegene Kläranlage. Auch dort sei kein Rückstau zu befürchten, im Notfall könne es direkt in die Rems weitergeleitet werden. Das Thema Blackout, bekräftigte Paulowitsch, „spielt nicht erst seit dem Krieg eine Rolle. Wir sind gut aufgestellt und vorbereitet.“ Allerdings, so seine Vorhersage, „werden bei einem Blackout die meisten Dinge nicht mehr gehen, und ab dem 5. Tag wird es gesellschaftlich kritisch“.

Mehrere Millionen Euro investiert

Hans-Joachim Enders stellte die Sicherheitsmaßnahmen vor, mit denen das Remstalwerk, das für das Stromnetz ab dem EnBW-Umspannwerk beim Bauhof in Rommelshausen verantwortlich ist, lokale Zusammenbrüche des Stromnetzes verhindert. Dafür und für die Erneuerung des Netzes habe man in den vergangenen Jahren bereits mehrere Millionen investiert. Dieses Niederspannungsnetz, so seine Prognose, werde in Zukunft durch das Anwachsen der E-Mobilität und den Einsatz von Heizlüftern weiteren Belastungen ausgesetzt. „Wallboxen und deren Stromversorgung müssen gezielt von uns gesteuert werden. Wir können sie nicht überall zulassen, sonst brechen unsere Netze zusammen“, so seine Vorhersage.

Der Strompreis wird auch für die Kunden der Remstalwerke steigen. Das teilt Gabriele Laxander, Chefin des Remstalwerks, mit. Bei einem Infoabend in der Alten Kelter in Rommelshausen gab sie bekannt, dass der Preis für die 8000 Kunden des Remstalwerkes ab 1. Januar 2023 auf 38,62 Cent pro Kilowattstunde steigt.

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Gas: So viel zahlt ein Musterhaushalt, dessen Jahresrechnung davor 1381,50 Euro betragen hat

Im Hinblick auf den am 1. Oktober 2022 erhöhten Gaspreis

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