Kernen

So geht es den Baustellen in Kernen

altes Rathaus
Auch am alten Rathaus geht der Umbau weiter. © ALEXANDRA PALMIZI

Zum Jahresende hin sind in Rommelshausen drei große Bauprojekte mehr oder weniger fertiggestellt: das Mehrgenerationenhaus in der Seestraße, das Kinderhaus Pezzettino in der Blumenstraße und die Wohnanlage am Weihergraben. Über den Stand dieser Baustellen haben wir bereits im August berichtet: Damals hatte es in der Seestraße noch sichtliche Schwierigkeiten gegeben. Wie sieht es jetzt aus?

Insgesamt vier große Projekte

Die Gemeinde Kernen zahlt für ihre drei Projekte – das Mehrgenerationenhaus, Kinderhaus Pezzettino und das Alte Rathaus – rund 13 Millionen Euro. Die Wohnungen in der Straße „Am Weihergraben“ baut die Kreisbaugesellschaft für rund sieben Millionen Euro.

Anfang Mai ist der Startschuss für das Mehrgenerationenhaus in der Seestraße gefallen. In dem Gebäude sollen eine Sozialstation mit Tagespflege, eine Kindertagesstätte sowie ein Schülertreff Raum finden. Rund 6,5 Millionen Euro zahlt die Gemeinde für den Neubau. Bei dieser Baustelle hatte es im Frühjahr Verzögerungen von knapp zwei Monaten gegeben. Anfang Mai hatte die Baufirma 250 Betonpfähle zwölf Meter tief in den Boden geschoben, um den Baugrund für das Gebäude stabiler zu machen. Danach hatte sich der Baugrund deutlich stärker angehoben als kalkuliert – deshalb die Verzögerung.

Keine weiteren Verzögerungen in der Seestraße

Neben der zeitlichen Verzögerung von eineinhalb bis zwei Monaten sind auch die Kosten gewachsen: 35 000 bis 40 000 Euro kamen hinzu. Seit Ende August geht es allerdings zügig voran: „Wir sind gut im Zeitplan“, sagt Bauamtsleiter Peter Mauch. Bis Ende des Jahres soll der Rohbau stehen. Weitere Verzögerungen wegen des Baugrunds habe es keine mehr gegeben.

Auch mit dem Kinderhaus Pezzettino in der Blumenstraße für rund 4,4 Millionen Euro geht es weiterhin nach Plan. Die Erweiterung um einen zweigeschossigen Neubau und die Sanierung des alten Gebäudes gehen gut voran, im April 2021 sollen die ersten Gruppen wieder einziehen können.

Jetzt müsse im Technischen Ausschuss des Gemeinderats darüber gesprochen werden, wie die neuen Außenanlagen aussehen sollen, so Peter Mauch: „Ich hoffe, dass wir da diese Woche den Baubeschluss fassen können.“ In der Blumenstraße stehen auch nach Abschluss der eigentlichen Arbeiten am Kinderhaus noch Bauarbeiten an: Vor dem Kindergarten müsse demnächst die Straße aufgegraben werden, um Rohre zu verlegen.

Bereich vor dem Kinderhaus soll neu gestaltet werden

„Wenn wir dann schon mal dabei sind, müssen wir uns noch überlegen, wie wir den Erschließungsbereich insgesamt gestalten“, sagt der Bauamtsleiter. So soll die neue Gestaltung des Straßenabschnitts vorsehen, dass die Eltern, die ihre Kinder von der Betreuung im Pezzettino abholen, auf der anderen Straßenseite halten oder sogar parken können.

36 Wohnungen baut die Kreisbaugesellschaft in der Straße „Am Weihergraben“. Westlich des Friedhofs entstehen die Wohnungen in modularer Holzbauweise – 24 davon für einkommensschwache Bürger mit Wohnberechtigungsschein, zwölf zur Anschlussunterbringung für Flüchtlinge. Insgesamt liegen die Kosten bei rund sieben Millionen Euro. Sie sind auch deshalb so hoch, weil in den Hang hineingebaut werden muss – und die Preise stark gestiegen sind, während sich der Baubeginn mehrfach verzögert hat. Die Gemeinde Kernen beteiligt sich mit rund 650 000 Euro an den Erschließungskosten.

Die 16 Gebäudekomplexe mit jeweils zwei Stockwerken stehen bereits. „Spätestens zum Ende des Jahres werden die Wohnungen bezugsfertig sein“, berichtet Peter Mauch. Damit liegt auch dieses Bauprojekt im Zeitplan.

Im Bereich Am Weihergraben und Haldenstraße stehen aber momentan auch noch andere Arbeiten an: Seit Mittwoch, 11. November, werden hier Leitungen für die Wasser-, Strom- und Gasversorgung sowie ein Glasfaserkabel verlegt.

Dazu wird der Zugangsbereich des Friedhofs aufgegraben, anschließend bekommt die Straße Am Weihergraben dort ein neues Pflaster.

Diese Arbeiten sollen bis Ende Januar 2021 fertig sein, so die Gemeinde Kernen. Der Bereich ist in diesem Zeitraum für den Verkehr voll gesperrt. Die Haldenstraße könne dabei von den Anwohnern weiterhin als Zu- und Abfahrt genutzt werden.

Bewohner der Straße Am Weihergraben sollten aber vorläufig die neu angelegte Straße entlang der Neubauten sowie die Friedhofstraße als Umleitungsstrecke nutzen, empfiehlt die Gemeinde.

Ein Wohnhaus mit Arrestzelle

Längere Verzögerungen hatte es im Sommer auch bei der Sanierung des Alten Rathauses an der Hauptstraße neben der Mauritiuskirche gegeben. Das 1777 erbaute Gebäude steht unter Denkmalschutz und wurde zuletzt als Notariat genutzt. Nun soll es zum Geschäfts- und Wohnhaus werden.

Im Ober- und Dachgeschoss des Hauses, wo früher unter anderem der Sitzungssaal des Rathauses war, sollen zwei Wohnungen mit jeweils 90 bis 100 Quadratmetern Fläche entstehen. Eine ehemalige Arrestzelle im Dach des Gebäudes bleibt. Möglich ist es, dass sich die Gemeinde noch ein Konzept überlegen wird, diesen Teil des Hauses auch für Besucher zu öffnen – so wie es für die öffentliche Toilette im Erdgeschoss vorgesehen ist.

Stellungnahme ließ lange auf sich warten

Die Sanierung soll rund 1,8 Millionen Euro kosten und muss bis Sommer 2021 fertig werden: Denn die Gemeinde Kernen kann bei der Finanzierung des Projekts auf einen Fördertopf des Landes für die Denkmalsanierung zurückgreifen, rund die Hälfte der Kosten könnte dadurch gedeckt werden. Für dieses Förderprogramm endet der Bewilligungszeitraum 2021.

Die Gemeinde stand zuletzt unter Zeitdruck, weil sie ein halbes Jahr lang auf die Baugenehmigung warten musste, berichtet Peter Mauch. Weil das Alte Rathaus unter Denkmalschutz steht, musste das Landesamt für Denkmalpflege zunächst eine Stellungnahme über die Baupläne abgeben. „Die haben für ihre Stellungnahme sehr viel Zeit gebraucht“, sagt Peter Mauch. Doch wie die Arbeiten am Gebäude und das Baugerüst unschwer erkennen lassen: Auch hier geht es nun zügig voran.

Zum Jahresende hin sind in Rommelshausen drei große Bauprojekte mehr oder weniger fertiggestellt: das Mehrgenerationenhaus in der Seestraße, das Kinderhaus Pezzettino in der Blumenstraße und die Wohnanlage am Weihergraben. Über den Stand dieser Baustellen haben wir bereits im August berichtet: Damals hatte es in der Seestraße noch sichtliche Schwierigkeiten gegeben. Wie sieht es jetzt aus?

Insgesamt vier große Projekte

Die Gemeinde Kernen zahlt für ihre drei

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