Kernen

Start-up in Kernen: Fiasco-App soll Erfassen von Lack- und Karosserieschäden vereinfachen

Hightech-Start-up
Von links: Önder Aslan, Bürgermeister Benedikt Paulowitsch und Harun Coskun. © Marcel Baars

Von der Kundenanfrage über die automatisierte Reparaturkalkulation bis hin zur finalen Abwicklung soll die neue Web-App „Fiasco“ von Önder Aslan und Harun Coskun das Erfassen von Lack- und Karosserieschäden und die damit verbundenen Schritte vereinfachen. „Mit dem Service der Fiasco GmbH sollen die Lack- und Karosseriewerkstätten in Deutschland mit einer extra entwickelten App digitalisiert und für die Zukunft fit gemacht werden“, schreibt Kernen-Kümmerer Marcel Baars in einer Pressemitteilung.

Für das Vorhaben haben die beiden Gründer den Innovationsgutschein „Hightech Start-up“ in Höhe von 20.000 Euro vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg bewilligt bekommen. Damit erhalten sie den maximalen Zuschuss. Den Gutschein händigte der Kernener Bürgermeister Benedikt Paulowitsch aus.

In der Pressemitteilung wird Bürgermeister Paulowitsch folgendermaßen zitiert: „Ich freue mich, dass sich auch Start-ups in Kernen wohlfühlen. Diese Qualität müssen wir weiter stärken und als Chance begreifen. Fiasco zeigt bemerkenswert, dass digitale Ideen unsere traditionell erfolgreichen Geschäftsfelder nicht ersetzen, sondern weiterentwickeln. Genau diese Innovationskraft brauchen wir, um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Region und damit unseren Wohlstand zu erhalten.“

Idee der Fiasco-App ist aus der Praxis entstanden

„Die Idee ist aus der Praxis entstanden“, sagt Diplom-Ingenieur Harun Coskun (35) auf Nachfrage unserer Redaktion. Seit zwölf Jahren arbeitet der 35-Jährige im Bereich Entwicklung in der Automobilbranche. Die entsprechende Erfahrung für das gemeinsame Vorhaben bringe sein Geschäftspartner Önder Aslan (33) mit, der im Bereich Lack und Karosserie tätig und seit 15 Jahren selbstständig ist. Im Jahr 2012 übernahm der 33-Jährige den Fachbetrieb „Lack Reit“ in Kernen, den er heute mit 40 Mitarbeitern führt.

Auch haben die beiden Gründer sich an den Wandel in der Automobilbranche anpassen wollen. „Eine Marktveränderung ist im Automobilsegment deutlich zu spüren und deren Prozesse in jedem Bereich. Um die Kundenzufriedenheit zukunftsorientiert gewährleisten zu können, müssen wir gerade im Aftersales diesem Fortschritt gerecht werden“, wird Önder Aslan in der Pressemitteilung zitiert. Sein Geschäftspartner Harun Coskun sagt: „Die Digitalisierung ist der Haupthebel, um die Prozesse effizient zu gestalten, den Verwaltungsaufwand zu verringern und damit Kosten zu reduzieren.“

Ziel: Mit der Digitalisierung die Effizienz zu steigern

Bei der Idee, die sie vor etwa einem Jahr hatten, sei das Ziel gewesen, mit der Digitalisierung die Effizienz in den Werkstätten zu steigern, so Harun Coskun.

Was genau ist Fiasco? Der Pressemitteilung zufolge ist sie eine Dienstleistungs-App, mit der komplette Prozesse in Lack- und Karosserie-Werkstätten digitalisiert werden können.

Bei der Fiasco GmbH arbeiten bereits 14 Menschen. Primäre Kunden von Fiasco sind Inhaber von Werkstätten, die bei Interesse und nach erfolgreicher Registrierung Partnerwerkstätten werden können. Das heißt, nachdem sie eine Lizenz des Kernener Unternehmens erhalten haben, können deren Kunden alle erforderlichen Daten in der Web-App erfassen. Die App, die nicht im App-Store heruntergeladen wird, sondern im Web-Browser aufgerufen werden kann, spuckt dann automatisch den Kostenvoranschlag aus.

„Die Abwicklung und der direkte Kontakt zu den Kunden erfolgen über die smarte Oberfläche. Digital wird der jeweilige Schaden am Lack und/oder der Karosserie erfasst“, heißt es in der Pressemitteilung. „Wir wollen den Digitalisierungsprozess anstoßen und den administrativen Aufwand verringern“, sagt Harun Coskun. Die Reparaturkalkulation erfolge durch innovative Künstliche Intelligenz (KI).

In der Praxis heißt es, dass die Kfz-Werkstatt durch die App weniger Verwaltungsaufwand hat und sich auf Reparatur und Instandsetzung konzentrieren kann. „Unsere Digitalisierungsplattform ist online, wir sind gerade in der Prototyp-Testphase“, sagt der 35-jährige Ingenieur. „Wir planen unseren offiziellen Marktstart zum 1. Oktober.“ Das Ziel sei bis dahin, die Anzahl der Partnerwerkstätten zu steigern.

Önder Aslan: „Der Name ist einprägsam“

Weshalb sie sich für den Namen Fiasco entschieden haben, erklärt Mitbegründer Önder Aslan: „Er hat zwar eine negative Bedeutung“, sagt er. Aber: „Wir versuchen, das negative Wort mit der Rhetorik und der Ironie einfach fürs Positive zu verwenden.“ Sie haben sich bewusst für diesen Namen entschieden, sagt der 33-Jährige. Zum einen, weil er einprägsam ist und im Kopf hängenbleibt. „Man kann es sich gut merken“, sagt er. Und zum anderen ist er marketingtechnisch gut einzusetzen“, findet Önder Aslan.

Von der Kundenanfrage über die automatisierte Reparaturkalkulation bis hin zur finalen Abwicklung soll die neue Web-App „Fiasco“ von Önder Aslan und Harun Coskun das Erfassen von Lack- und Karosserieschäden und die damit verbundenen Schritte vereinfachen. „Mit dem Service der Fiasco GmbH sollen die Lack- und Karosseriewerkstätten in Deutschland mit einer extra entwickelten App digitalisiert und für die Zukunft fit gemacht werden“, schreibt Kernen-Kümmerer Marcel Baars in einer

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