Kernen

Stetten: Inklusive Fahrradwerkstatt "Bike-Box" wieder geöffnet

Fahrradwerkstatt
Von links: Michael Gerstenmaier, Walter Jantz, Tim Sanna und Benjamin Bauer in der inklusiven Fahrradwerkstatt der Diakonie. © Gabriel Habermann

Kaputte Klingel, platter Reifen oder abgenutzter Bremsbelag – in der „Bike-Box“, auf dem Gelände der Diakonie Stetten, reparieren Ehrenamtliche jeden Montag von 15 bis 20 Uhr Fahrräder von Kindern und Jugendlichen. Das Inklusionsprojekt der Diakonie Stetten mit dem „Roten Faden“, der zur Bürgerstiftung Kernen gehört, gibt es seit insgesamt 15 Jahren.

Tim Sanna (52), gelernter Zweiradmechaniker, ist von Anfang an dabei. Fast ebenfalls so lange ist auch sein „Lehrling“ Benjamin Bauer (19) mit im Boot. Damals war Bauer, der jetzt in Esslingen wohnt, Bewohner der Diakonie Stetten am Standort Stetten. Seitdem gehört er zum Team der inklusiven Fahrradwerkstatt. Dort hat der 19-Jährige auch gelernt, sein eigenes Fahrrad zu reparieren, aber auch anderen zu helfen, berichtet er. Neu im Team ist Michael Gerstenmaier (64), der seit Anfang Juni in Rente ist und sich in seiner Freizeit in der Fahrradwerkstatt einbringen will.

Vor Corona herrschte mehr Betrieb

„Vor Corona sind die Kinder Schlange gestanden“, sagt Tim Sanna. Damals durften sie ihre Räder mit Hilfe und fachgerechter Unterstützung der Ehrenamtlichen – sofern machbar – selber reparieren. Die Corona-Situation lässt es nicht mehr zu. In der Bike-Box, die seit vergangenen November geschlossen war und vor drei Wochen wieder geöffnet hat, darf nur das Team die Räder richten. Dabei können sich die Ehrenamtlichen die Zeit selber einteilen, wann sie zwischen 15 und 20 Uhr im Einsatz sein wollen. Der einzige feste Zeitpunkt ist am Montag, wenn die Werkstatt geöffnet hat.

Noch habe sich die Wiederöffnung der Bike-Box noch nicht herumgesprochen, sagt Walter Jantz. Der ehemalige Kriminalbeamte, der seit 2017 sich als Ehrenamtlicher in der Werkstatt engagiert, findet: „Die Pandemie hat uns zurückgeworfen.“

Kinder und Jugendliche dürfen nicht mehr selber reparieren

Kinder und Jugendliche dürfen zwar ihre Fahrräder, City-Roller, Inlineskates und Skateboards wieder zur Reparatur bringen, müssen allerdings vor dem Arbeitsraum warten, das Gefährt abgeben und nach der Reparatur abholen. „Das funktioniert recht gut“, sagt Walter Jantz.

Wenn es sein muss, bleiben die Ehrenamtlichen auch länger als bis 20 Uhr, sagt Tim Sanna. „Wir lassen niemanden im Stich.“ Weil ihnen die Freude der Kinder und die Arbeit Spaß mache. „Die Kommunikation mit den Kindern macht am meisten Spaß“, sagt Walter Jantz. „Das ist herzergreifend, wenn es auch nur ein Klingelaustausch ist“, sagt er. Dann könne es zwar sein, dass die Kids vor lauter Freude „zehnmal um den Block fahren, dabei klingeln und sich freuen“, sagt Tim Sanna. Sie freuen sich jedes Mal mit.

Kaputte Klingel, platter Reifen oder abgenutzter Bremsbelag – in der „Bike-Box“, auf dem Gelände der Diakonie Stetten, reparieren Ehrenamtliche jeden Montag von 15 bis 20 Uhr Fahrräder von Kindern und Jugendlichen. Das Inklusionsprojekt der Diakonie Stetten mit dem „Roten Faden“, der zur Bürgerstiftung Kernen gehört, gibt es seit insgesamt 15 Jahren.

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Tim Sanna (52), gelernter Zweiradmechaniker, ist von Anfang an dabei. Fast ebenfalls so lange ist auch sein „Lehrling“

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