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Stetten: Um barrierefrei in sein Kinderzimmer zu gelangen, braucht Tom einen Treppenlift

HilfeTreppenlift
Die Familie vor ihrem Haus in Stetten: Christian Häfner (40), Jona (13), Viola Troester (40), Tom (10), Jakob (4) und Lukas (2). © Gaby Schneider

Tom sitzt gerne im Bällebad, planscht im Becken und hat große Freude an Luftballons. Auch freut sich der Zehnjährige sehr, wenn seine Brüder in seiner Nähe sind. Wegen einer angeborenen Gehirnfehlbildung (Polymikrogyrie) kann Tom nicht sprechen. Da er alleine weder sitzen noch gehen kann, ist er auf Hilfe angewiesen. Tagsüber besucht er die vierte Klasse der Fröbelschule in Fellbach-Schmiden. Seit der Corona-Pandemie fährt ihn seine Mutter in die Schule, holt ihn ab und betreut ihn rund um die Uhr, wenn der Vater auf der Arbeit ist.

Um ins Wohnzimmer oder Kinderzimmer zu gelangen, muss Tom von seinen Eltern getragen werden

Gemeinsam mit seinen Eltern Viola Troester und Christian Häfner sowie seinen Brüdern Jona (13), Jakob (4) und Lukas (2) lebt Tom in Stetten. Nachdem die Familie in einer Dreizimmerwohnung gelebt hat, zog sie 2014 in ihr eigenes Heim – in ein zweistöckiges Haus. Der Haken an der Sache: Der Zugang zum oberen Bereich ist nicht barrierefrei. Um ins Wohnzimmer oder sein Kinderzimmer zu kommen, muss Tom von seiner Mutter oder seinem Vater in das obere Stockwerk getragen werden. Bei Toms Körpergröße von 1,25 Metern und einem Gewicht von 25 Kilo ist das keine einfache Aufgabe. „Ich kann mich nicht festhalten“, sagt Viola Troester. Auch müsse sie genau aufpassen, wohin sie trete. Ganz ungefährlich sei es nicht.

Auch während der Schwangerschaft trug die Mutter ihren Sohn

Deshalb wünscht sich die Familie einen Plattformlift. Der Lift würde Tom entlang von Schienen über die Treppenstufen hinweg nach oben beziehungsweise nach unten befördern. Das würde alle Beteiligten entlasten, so Viola Troester. Schwierig sei es für sie besonders während der Schwangerschaft gewesen. Selbst als sie mit ihren anderen beiden Kindern schwanger gewesen ist, konnte sie keine Ausnahme machen und trug Tom weiterhin die Treppen rauf und runter.

Plattformlift kostet etwa 28 000 Euro

Doch nun, je älter Tom wird, wird’s schwieriger für die Eltern. Der Treppenlift, den sie anschaffen wollen, kostet etwa 28 000 Euro. Mit 4000 Euro beteiligt sich die Krankenkasse an den Kosten. Unterstützung für dieses Vorhaben gibt es nach Angaben der Familie außerdem von Hilfsorganisationen wie „Ein Herz für Kinder“ und vom Schnaiter Verein „Wir für Kinder“. Letzterer hat für einen Treppenlift 8000 Euro zugesichert, sagt Vereinsvorsitzende Nicole Schwab. Sie freut sich, Tom und seiner Familie helfen zu können. „Wir sind ein kleiner Verein, der stetig wächst“, sagt sie. „Grundsätzlich sind wir für Familien aus der Region da.“

Familie hofft, fehlende Summe durch Spenden zu bekommen

Alle Spenden zusammengerechnet, fehlen insgesamt 12 000 Euro für einen Plattformlift. Die Familie hofft, dass die fehlende Summe durch Spenden zusammenkommt. Wenn alles klappt, dann möchten Viola Troester und Christian Häfner ihr Vorhaben im Februar dieses Jahres in die Realität umsetzen, damit sich der Alltag zu Hause leichter gestalten lässt.

Einen enormen Unterschied habe die 40-jährige Mutter auch bei einem höhenverstellbaren Pflegebett gemerkt. „Wenn man so etwas hat, dann merkt man erst, was für eine Erleichterung es ist“, sagt sie. So könne sie einfacher Tom anziehen, ins Bett legen und wieder herausnehmen. Einfacher soll es auch künftig mit dem Treppenlift werden.

Dadurch, dass Troester mit den Kindern alleine zu Hause ist, wenn ihr Mann arbeitet, ist sie mit ihren Kindern enorm gefordert. Aus diesem Grund gilt es, den Alltag zu strukturieren und durchzuplanen, sagt sie. Fest steht für die vierfache Mutter: „Von uns beiden darf keiner ausfallen.“ Denn dann drohe das komplette System zusammenzubrechen.

„Es ist anstrengend, aber mehr schön als anstrengend“

Die neuen Herausforderungen, die die Familie erst mit Toms Krankheit kennengelernt hat, bringen einige Schwierigkeiten mit sich. Aber: „Es ist mehr schön als anstrengend“, sagt Viola Troester. Anders könne sich die vierfache Mutter das Leben nicht vorstellen.

Um der Mutter unter die Arme zu greifen, kommt in der Regel eine Integrationskraft einmal die Woche für drei Stunden vorbei. Sie kennt Tom bereits aus seiner Kindergartenzeit und weiß, worauf sie bei ihm achten muss. Doch dieses Jahr sei vieles bedingt durch die Corona-Pandemie anders gewesen. Trotzdem gilt für die Familie: „Man braucht einfach die Leute, die einen unterstützen."

Tom sitzt gerne im Bällebad, planscht im Becken und hat große Freude an Luftballons. Auch freut sich der Zehnjährige sehr, wenn seine Brüder in seiner Nähe sind. Wegen einer angeborenen Gehirnfehlbildung (Polymikrogyrie) kann Tom nicht sprechen. Da er alleine weder sitzen noch gehen kann, ist er auf Hilfe angewiesen. Tagsüber besucht er die vierte Klasse der Fröbelschule in Fellbach-Schmiden. Seit der Corona-Pandemie fährt ihn seine Mutter in die Schule, holt ihn ab und betreut ihn rund um

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