Kernen

Stetten wartet weiter auf eine Poststelle

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Etwas trostlos sieht sie noch aus, die zukünftige Postfiliale. Sie soll übergangsweise in diesen blauen Container auf dem Parkplatz beim Sportplatz in Stetten einziehen. © ZVW/Gaby Schneider

Kernen-Stetten. Seit Ende Mai 2019 gibt es in Stetten keine Postfiliale mehr – dabei ist die Deutsche Post eigentlich dazu verpflichtet, eine Servicestelle für die Bürger zu betreiben. Doch nachdem Irmgard Möhlmann in ihrem Gardinenladen (wie viele Monate zuvor angekündigt) das letzte Paket entgegengenommen hatte, schauten die Stettener in die Röhre.

Schon eine ganze Weile ist klar, wie die Zwischenlösung aussehen wird: Die Ersatzfiliale soll in einem Container betrieben werden, zumindest, bis eine dauerhafte Bleibe für die Post in Stetten gefunden ist. Dieser Container – nicht etwa in posttypischem Gelb gehalten, sondern ganz in Blau – steht seit 31. Januar auf dem Parkplatz beim Sportplatz in der Ortsmitte. Eingezogen ist die Post aber noch nicht in den Kasten, der sechs Meter lang, 2,43 Meter breit und 2,82 Meter hoch ist.

Termin wird erst verkündet, „wenn wir uns drauf verlassen können“

In der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses sagte Bürgermeister Benedikt Paulowitsch auf eine entsprechende Nachfrage von Ebbe Kögel (Parteifreies Bündnis): „Wir haben die mündliche Zusage, dass die Filiale in diesem Monat noch eröffnet wird.“ Allerdings hüte er sich, so Paulowitsch, dieses Datum offiziell zu verkünden: „So was wird erst veröffentlicht, wenn wir uns darauf verlassen können.“

Die Enttäuschung bei den Stettenern über die lange Wartezeit sei schließlich „auch deswegen so groß, weil hier letztes Jahr behauptet wurde, dass die Post noch 2019 kommt. Das war ohne Grundlage“. Paulowitsch spielte dabei einmal mehr auf das Versprechen von Ex-Bürgermeister Stefan Altenberger im Wahlkampf an, die Behelfsfiliale werde noch rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft eröffnet. In einem anderen Punkt ist sich der neue Rathauschef mit seinem Vorgänger, der die Notlösung mit der Post erst in die Wege geleitet hatte, aber einig: Paulowitsch wird nicht müde zu betonen, dass der Einsatz der Gemeinde für die Stettener Filiale über das hinausgeht, was eine Verwaltung eigentlich zu leisten hat.

„Die Gemeinde hat die komplette Erschließung übernommen, was eigentlich die Aufgabe der Post gewesen wäre, weil wir das beschleunigen wollen“, sagte Paulowitsch. Dabei ging es vor allem darum, den Container an die Stromversorgung anzuschließen. Das hat die Verwaltung gemeinsam mit dem Remstalwerk besorgt. Ums Internet muss sich die Post selbst kümmern.

An welchen Tagen und wie lange die Filiale geöffnet sein wird, steht noch nicht fest. Die Gemeinde befinde sich mit den Verantwortlichen fortlaufend im Austausch, um das in Erfahrung zu bringen, sagte Paulowitsch im Technischen Ausschuss. Was er bereits erfahren hat: Eine Mitarbeiterin der Post wird bereits auf ihre Aufgabe in Stetten vorbereitet.