Kernen

Trattoria Oi Vita in Kernen: Mehl wird teurer, Pizzas deshalb auch

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Ab und zu steht der Chef selbst am Pizzaofen: Antonio Vita bereitet den Teig für eine Pizza vor. © Gaby Schneider

Antonio Vita streut ein wenig Mehl auf die Arbeitsfläche, bevor er den selbst gemachten Pizzateig aus dem Vorratsbehälter holt. Es sind die routinierten Griffe eines Pizzabäckers – aber auch die eines Gastronomen, der sich täglich mit dem Einkauf von Lebensmitteln beschäftigt. „Alles wird teurer“, sagt der 50-Jährige, während er den Pizzateig in Form bringt.

Seit September 2020 betreibt er gemeinsam mit seinem Sohn Marco Vita die Trattoria Oi Vita in Kernen-Stetten. Insbesondere seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine seien die Preise für Mehl und Sonnenblumenöl gestiegen, so Antonio Vita. Zwei- bis dreimal in der Woche fährt der Trattoria-Chef zum Großmarkt nach Stuttgart. Hier ist die Situation ähnlich wie für Endverbraucher im Supermarkt. Die Regale seien dort zwar nicht leer, allerdings werde das Mehl zurzeit rationiert, so Vita. Er könne dort nur noch ein paar Säcke Mehl pro Einkauf erwerben.

„Noch ist uns das Mehl nicht ausgegangen“, sagt der Gastronom mit einem Augenzwinkern. Pro Woche benötigt die Pizzeria ungefähr zwanzig bis dreißig Säcke Mehl – wie groß sie sind, will er nicht verraten. Damit in der Trattoria weiterhin Pizza gebacken werden kann, kauft Vita bei jedem Besuch beim Großhändler die erlaubte Menge an Mehlsäcken. Die Nachfrage nach Sonnenblumenöl bekümmert den Gastronomen eher weniger. „Wir nutzen hauptsächlich Olivenöl.“

Mehl ist laut Antonio Vita um circa 40 Prozent teurer geworden

Seit einigen Wochen macht sich aber auch eine Veränderung auf dem Kassenzettel bemerkbar: Das Mehl ist teurer geworden. „Der Preis ist um circa 40 Prozent gestiegen“, schätzt der Gastronom. Hinzu komme, dass auch die Preise anderer Lebensmittel steigen würden. „Deshalb werden wir ab nächsten Monat die Preise anpassen müssen“, sagt Antonio Vita.

Das könnte so aussehen, dass beispielsweise der Grundpreis für den Pizzaboden etwas angehoben wird, der Preis für den Belag aber gleichbleibt. „Bei uns kann man sich die Pizza selbst zusammenstellen“, sagt er. Dabei soll die Qualität der Rohstoffe nicht unter der Preiserhöhung leiden. „An der Qualität der Lebensmittel wird nicht gespart“, so der 50-Jährige. „Das ist unsere Philosophie.“

Zusätzlich steigen die Nebenkosten für das Restaurant 

Tiefer in die Tasche greifen muss der Trattoria-Chef aber auch, wenn es um die Nebenkosten für das Restaurant in der Wielandstraße geht. Strom und Gas sind teurer geworden, so Vita, und fügt mit einer großen Portion Sarkasmus hinzu: „Das gibt eine richtig schöne Nachzahlung.“ Einzig allein der Preis für das Holz, mit welchem der Pizzaofen im Gastraum beheizt werde, sei nicht in die Höhe geschnellt.

Ähnlich sieht es aktuell bei den Kosten für Getränke aus. Antonio Vita befürchtet aber, dass sich auch hier ein baldiger Preisanstieg bemerkbar machen könnte. „Die Getränke werden angeliefert und der Diesel wird teurer“, so der 50-Jährige. Den Kopf in den Sand stecken will der Gastronom aber nicht. Seit Eröffnung der Trattoria Oi Vita habe es viele Höhen und Tiefen gegeben, darunter Lockdowns und strenge Corona-Regeln. Diese Zeiten habe das Restaurant aber gut überstanden, so Vita. Momentan laufe es gut in der Trattoria, besonders am Wochenende sei das Restaurant gut gefüllt. Auswirkungen durch Ukraine-Krieg und Pandemie bemerkt der Gastronom jedenfalls noch nicht an der Gästezahl. Im Gegenteil: „Die Menschen sind froh, dass sie wieder raus dürfen.“ Kunden können aber auch weiterhin den Abholservice nutzen. Dieser bestehe seit dem zweiten Corona-Lockdown, so Vita.

Für den 1. Mai ist ein Grillfest auf der Außenterrasse geplant

Im März hatte zwischenzeitlich die Außenterrasse der Trattoria Oi Vita geöffnet, nun sind die Möbel wegen Regens und schlechten Wetters verhüllt. Wenn das Wetter besser wird, will der Gastronom die Außenterrasse wieder für Gäste nutzbar machen. Außerdem plant Antonio Vita eine Veranstaltung für den 1. Mai: „ Wir wollen auf der Außenterrasse grillen und Bier ausschenken“, sagt er. In der Trattoria wird es auch weiterhin eine Wochenkarte mit wechselnden Gerichten geben, „die so nicht auf der Karte stehen“.

Gespannt sieht Antonio Vita auch den neuesten Entwicklungen in Sachen Corona-Maßnahmen entgegen. Wie es sein wird, wenn die Maskenpflicht entfällt? Das wisse er noch nicht. „Unsere Mitarbeiter werden aber weiterhin bei Kontakt mit der Kundschaft eine Maske tragen“, sagt der Gastronom. Spannend bleibt auch, wie sich die Preise für Lebensmittel weiterentwickeln werden. „Das kann man aktuell nicht sagen“, so Vita.

Antonio Vita streut ein wenig Mehl auf die Arbeitsfläche, bevor er den selbst gemachten Pizzateig aus dem Vorratsbehälter holt. Es sind die routinierten Griffe eines Pizzabäckers – aber auch die eines Gastronomen, der sich täglich mit dem Einkauf von Lebensmitteln beschäftigt. „Alles wird teurer“, sagt der 50-Jährige, während er den Pizzateig in Form bringt.

Seit September 2020 betreibt er gemeinsam mit seinem Sohn Marco Vita die Trattoria Oi Vita in Kernen-Stetten. Insbesondere seit

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