Kernen

Voll besetzte Zelte, ausgelassene Stimmung: Ganz Rommelshausen im Kirbe-Rausch

Römer Kirbe
Die Besucher hatten Grund zur Freude, denn die Kirbe konnte wieder wie gewohnt im Festzelt gefeiert werden. Vergangenes Jahr fand die Party aufgrund der Corona-Pandemie im Open-Air-Hocketseformat statt. © Gabriel Habermann

Schlag 19 Uhr setzte in Kernen die Musik ein, sowohl im Kirbezelt der Kirbegemeinschaft wie auch im Weinzelt der Fußballabteilung der Spielvereinigung. Nach einem vollgepackten Nachmittagsprogramm startete Kernen in die zweite Festnacht.

Partystimmung in zwei Festzelten

Im Kirbezelt bildeten sich vor den Kassen die ersten Schlangen der Hungrigen und Durstigen, die um Bier, neuen und vergorenen Wein, Trauben- und Apfelsaft, Kaffee oder Maultaschen, Trollingerbraten, Kutteln, Wurst vom Grill oder auch Falafel anstanden. Vor der Bühne tobten noch Kinder und genossen den schwingenden Zeltboden, während über ihnen die Partyband „Jump up“ die Regie übernahm, die Bässe brummen ließ und mit Heulern wie „Scheißegal ich lieb dich“ und „Aber bitte mit Sahne“ für Stimmung sorgte.

Im Weinzelt ging es währenddessen mehr in Richtung Rock. Mit Kiss und Cindy Lauper zum Auftakt erinnerte „EdelRock“ nicht einfach nur an vergangene Zeiten, sondern heizte ordentlich ein und lockte die ersten Tanzbegeisterten auf die Bänke.

Langosch ausverkauft

Während in den Zelten der Festbetrieb erst richtig losging, bauten die Mitglieder des Fördervereins der Spielvereinigung bereits ab. Sie hatten die Festbesucher mit „Langosch“ versorgt, der Spezialität, die einst die Vertriebenen aus Ungarn ins Remstal brachten. Es tue ihr leid, meinte Yvonne Rothe, aber sie seien total ausverkauft.

Kirbe schweißt Verantwortliche zusammen

Vincent Teichmann, der Jugendleiter der Fußballabteilung der Spielvereinigung, betonte, wie wichtig die Kirbe gerade für die Jugendarbeit des Vereins sei. Letztendlich stelle sie die einzige Einnahmequelle dar, und jeden Euro, den man mit dem Zelt verdiene, müsse der Hauptverein nicht zuschießen. Neben dem finanziellen Aspekt seien Vor- und Nachbereitung sowie der Kirbedienst jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung, die zusammenschweiße und die Gemeinschaft fördere.

Er habe 170 Helfer-T-Shirts bestellt, dies allein zeige schon, welchen Stellenwert die Kirbe einnehme. Deshalb sei er auch froh, dass der Freitagabend ohne große Zwischenfälle verlaufen sei, Polizei, Security und Rotes Kreuz nicht allzu viel Arbeit hatten. Und trotz Regens hätten die Besucherzahlen gestimmt.

Jeder kommt auf seine Kosten

Zwei Zelte auf dem Festplatz seien keine Konkurrenz, versicherte Erich Ehrlich als Mitglied der Kirbegemeinschaft, im Gegenteil. Man sei froh, dass man sie habe. So könne man alle Festbesucher unterbringen und auch die unterschiedlichen Musikgeschmäcker abdecken. Auf der Römer Kirbe komme jeder auf seine Kosten, versicherte Erich Ehrlich, sowohl die Familien als auch die Jugend und die jungen Erwachsenen. Und natürlich sei man auch froh über den verkaufsoffenen Sonntag, der zusätzlich Besucher aus den vier Wänden locke.

Gewerbeverein-Vorsitzender: „Hoch zufrieden“ mit dem Verlauf der Kirbe

Dem stimmte Florian Schenk auf Anhieb zu. Der Vorsitzende des Gewerbevereins zeigte sich „hoch zufrieden“ mit dem Verlauf der Kirbe. Nach zwei Jahren Unterbrechung müsse man froh sein, dass sie überhaupt wieder stattfinde. Und im Vordergrund stehe bei all dem nicht einmal der wirtschaftliche Aspekt, es handle sich um ein Geschenk an die Bewohner Kernens, an die Ortsgemeinschaft, das man schmerzlich vermisste. Die Kirbe bringe sie zusammen, sie schaffe Gemeinschaft. Es sei doch symptomatisch: Er sei Bekannten begegnet und habe sich mit ihnen ausgetauscht, die er seit der letzten Kirbe nicht gesehen habe, und da sei er sicherlich nicht der Einzige.

Nicht nur in den Zelten füllten sich allmählich die Sitzreihen. Immer mehr Festbesucher fanden sich auch auf dem Rathausplatz ein, Bekannte, die sich verabredet hatten oder nur zufällig zusammenfanden, Familien mit Kind und Kegel. Ein paar Entschlossene schlugen einige neben dem Rathauseingang gestapelte Biergarnituren auf und ließen sich darauf nieder. Die Temperaturen seien fast sommerlich, von „oben“ sei nichts zu befürchten und vor dem ab und zu aufkommenden scharfen Wind sei man hier relativ geschützt, erklärte ein Familienvater, der Frau und Kinder gerade aus dem Kirbezelt mit Essen und Trinken versorgt hatte.

Kernener Schausteller-Familie Krecksch mit Holzkohlegrill und Attraktionen vor Ort

Mit sich und der Welt zufrieden gab sich Denis Krecksch, während er am Holzkohlegrill Hungrige mit Leckerbissen wie Halbmeter- oder Käse-Feuer-Chiliwurst versorgte. Die Römer Kirbe sei aus der Sicht der Kernener Schaustellerfamilie bisher sehr gut verlaufen, versicherte er, trotz des unvorteilhaften Wetters am Freitag und trotz, oder vielleicht auch gerade wegen der Sorgen, die jeder mit sich herumtragen müsse.

Krecksch: Engagement für die Kirbe ist Ehrensache

Die Menschen hätten das Bedürfnis, aus ihren vier Wänden herauszukommen, ihre Mitbürger zu treffen und sich zu amüsieren. Und Kreckschs seien wie jedes Mal mittendrin, nicht nur mit dem Grillstand und dem Karussell, sondern auch mit ihren anderen Attraktionen, wie ihr Zügle, das die kleinen Festbesucher durch eine fantastische Traum- und Märchenwelt kutschiert, und am Sonntag sogar eine Hüpfburg. Das Engagement für die Römer Kirbe sei Ehrensache, versicherte Denis, schließlich sei Kernen Heimat der Familie Krecksch, die Festbesucher nicht einfach nur Kunden, sondern auch Nachbarn und Freunde.

Steigende Preise machen sich bemerkbar

Ein „Wahnsinn“ sei das Fest, meinte die 84-jährige Christa Bodenhaupt, die den Festbetrieb auf sich wirken ließ, den sie vor dem Dönerstand beobachtete, der sich vor dem Ladenlokal der Metzgerei Schäfer etwas abseits des Trubels befand. Überall in der Straße herrsche gute Laune und Feierstimmung, konstatierte sie. Es sei schön, dass die Menschen zusammenkämen und sich für ein paar Stunden fallenließen. Allerdings frage sie sich, wer und wie lange man sich derartige Preise überhaupt noch leisten könne, wo doch selbst das Lebensnotwendige immer teurer werde.

Schlag 19 Uhr setzte in Kernen die Musik ein, sowohl im Kirbezelt der Kirbegemeinschaft wie auch im Weinzelt der Fußballabteilung der Spielvereinigung. Nach einem vollgepackten Nachmittagsprogramm startete Kernen in die zweite Festnacht.

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Partystimmung in zwei Festzelten

Im Kirbezelt bildeten sich vor den Kassen die ersten Schlangen der Hungrigen und Durstigen, die um Bier, neuen und vergorenen Wein, Trauben- und Apfelsaft, Kaffee oder Maultaschen, Trollingerbraten,

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