Kernen

Wie die Corona-Impfaktion in Kernen lief - und was dem Bürgermeister Sorgen macht

Impfen  Impfung Corona Rommelshausen
Das mobile Impfteam des Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhauses war im Bürgerhaus Rommelshausen im Einsatz. © Gabriel Habermann

Die ersten Impfwilligen fanden sich am Freitagmorgen bereits kurz nach neun Uhr vor dem Bürgerhaus Kernen in Rommelshausen ein, um sich dort ihre Corona-Erstimpfung abzuholen. Und auch wenn der eigentliche Start der Impfaktion, eine gemeinsame Aktion der Gemeinden Kernen, Remshalden und Weinstadt, erst für 9.30 Uhr vorgesehen war, ließen sich Dr. Eva Thomas und Dr. Anna Reichert vom mobilen Impfteam des Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhauses davon nicht aus der Ruhe bringen.

Im Foyer des Bürgerhauses wurden die Impflinge von Sabine Payer-Herkommer, die im Rathaus von Kernen im Verwaltungsalltag für das Gemeindeentwicklungskonzept im Einsatz ist, in Empfang genommen und an eine der beiden im Saal mit Tischen und Wandstellern aufgebauten Impfstraßen verwiesen. Dort standen die Pfizer-Biontech-Impfdosen bereit, die über das Kreisimpfzentrum für diesen Impftermin der drei Kommunen beschafft worden waren.

Zur Impfung angemeldet waren über die Gemeinde Kernen 46 Personen, über Remshalden 42 und über Weinstadt 80.

Großer Organisationsaufwand für Gemeinde Kernen

Im Saal selbst wurden die Unterlagen, die ihnen vorab zugemailt worden waren, nochmals durchgesehen. Die Impfwilligen hatten Gelegenheit, noch letzte Fragen zum Thema Impfen loszuwerden, und dann gab es auch schon die Injektion in den Oberarm.

Nachdem sie noch eine knappe halbe Stunde im Saal ausharrten, um sicherzustellen, dass sie die Prozedur auch unbeschadet überstanden hatten, waren sie wieder in den Alltag entlassen und traten hinaus in den Sommertag, manche mit tatkräftig ausholenden Schritten Richtung Café, andere wieder eher vorsichtig prüfend. Sowohl die einen als auch die anderen waren leicht erkennbar an dem knallgelben Impfpass, den sie fest in der Hand hielten.

Auch wenn es auf den ersten Blick einen anderen Eindruck machte, hatte im Vorfeld ein beträchtlicher organisatorischer Aufwand geleistet werden müssen, versicherte Susanne Herrmann, die in der Gemeinde Kernen für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Die Termine mussten an die Impfwilligen vergeben werden, die Belehrungsformulare zugestellt und das Bürgerhaus hergerichtet.

Aber die Mühe lohne allemal, da derartige Aktionen vor Ort oftmals dabei helfen würden, die Hemmschwelle zu überwinden und sich überhaupt impfen zu lassen. Und die zahlreichen positiven Reaktionen, die es bereits für den Einsatz des Impftrucks gegeben habe, seien Bestärkung und Ansporn auch für den Zweitimpftermin am 12. August.

Schwierig: Genug Impfwillige finden

Gottfried Rommel, der im Remshaldener Rathaus für Soziales, Jugend, Senioren, Soziale Dienste und Bürgerschaftliches Engagement zuständig ist, merkte an, das Hauptproblem bei dieser Impfaktion habe darin bestanden, überhaupt das Kontingent der Gemeinde aufzufüllen. Man habe in den Arztpraxen, Vereinen und sozialen Einrichtungen regelrecht dafür werben müssen.

Zurückzuführen sei dies wohl auf eine gewisse Impfmüdigkeit und Skepsis, die überwunden werden müssten, nachdem diejenigen, die der Impfung gegenüber aufgeschlossen seien, mittlerweile zumindest einmal geimpft seien.

Bürgermeister Paulowitsch: Sorge wegen Ausstattung der Schulen

Glücklicherweise verfüge Kernen mit dem Bürgerhaus über die Infrastruktur für diese gemeinsame Aktion mit Weinstadt und Remshalden, merkte Bürgermeister Benedikt Paulowitsch an. Man habe sie gern zur Verfügung gestellt. Im Augenblick habe sich die Corona-Situation zwar entspannt, in der Gemeinde selbst gebe es nur noch zwei aktive Corona-Fälle (Stand: Freitag, 2. Juli). Kulturelle Einrichtungen und Gastronomie würden allmählich wieder Bestandteil des täglichen Lebens werden, „aber schließlich wünschen wir uns ja alle, dass sie auch im Herbst geöffnet bleiben, wenn die Menschen wieder aus dem Urlaub zurück sind und das neue Schuljahr beginnt“.

Größte Sorge bereite im Augenblick die Ausstattung der Schulen, so Paulowitsch. Das Förderprogramm des Bundes zur Ausstattung mit Luftfiltern sei leider ein Jahr zu spät aufgelegt worden.

Es sei fraglich, ob mobile Geräte überhaupt einen Nutzen hätten, und für bauliche Maßnahmen, die Wechselunterricht und Maskenpflicht entgegenwirken könnten, sei angesichts der Planungs-, Genehmigungs- und Ausschreibungsbestimmungen, an die man sich halten müsse, die zur Verfügung stehende Zeit einfach zu knapp bemessen.

Es zeige sich, dass die Kombination von Landtags-, Bundestagswahl und Pandemie sich „leider sehr suboptimal“ ausgewirkt habe.

Die ersten Impfwilligen fanden sich am Freitagmorgen bereits kurz nach neun Uhr vor dem Bürgerhaus Kernen in Rommelshausen ein, um sich dort ihre Corona-Erstimpfung abzuholen. Und auch wenn der eigentliche Start der Impfaktion, eine gemeinsame Aktion der Gemeinden Kernen, Remshalden und Weinstadt, erst für 9.30 Uhr vorgesehen war, ließen sich Dr. Eva Thomas und Dr. Anna Reichert vom mobilen Impfteam des Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhauses davon nicht aus der Ruhe bringen.

Im Foyer

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