Kernen

Wie Kernen die Biodiversität in Streuobstwiesen fördern möchte

Mikula
Auch soll im Rahmen des Projekts die Pflege der Obstbäume verbessert werden. © Gaby Schneider

Der Schafwanderweg, das Reallabor, die Umwandlung von Verkehrsgrünflächen in naturnahe Staudenflächen während der Remstal-Gartenschau – das sind einige der bisherigen Projekte zur Erhöhung der Biodiversität in der Grünlandpflege in Kernen.

Damit auch weiterhin artenreiche, bunte Wiesen statt kurz geschorener Rasenflächen in Kernen zu sehen sind, und die kleinsten Lebewesen in den Streuobstwiesen eine Chance zum Überleben haben, hat sich Kernen für eine Förderung im Rahmen des Bundesprogrammes „Leben.Natur.Vielfalt“ beworben. Es wird vom Umweltministerium und Bundesamt für Naturschutz gefördert.

Grundstückseigentümer informieren und sensibilisieren

Die Idee dazu ist nach einem Austausch mit dem Biodiversitätsplaner Philipp Unterweger sowie dem Verein Interessengemeinschaft (IG) Streuobstwiesen im September 2021 entstanden. Die im Vortrag vermittelten Erkenntnisse sollen nun in einem nächsten Schritt in die Praxis umgesetzt werden beziehungsweise Grundstückseigentümer und die Öffentlichkeit weiter informiert und sensibilisiert werden, schreibt die Verwaltung in ihrer Beschlussvorlage.

In der vergangenen Sitzung des Technischen Ausschusses hat Philipp Unterweger, der online zugeschaltet wurde, das Projekt vorgestellt. „Das Förderprogramm ist sehr vielfältig“, sagte der Biologe.

Bei einer Bewilligung des Antrags werden die Fördermittel innerhalb dieses Jahres zugeteilt, sagte der Referent. Das Projekt soll Anfang des kommenden Jahres starten.

Was soll in Kernen umgesetzt werden?

Was in Kernen umgesetzt werden soll, haben Philipp Unterweger und die Verwaltung in fünf Punkten im Förderantrag erarbeitet.

  • Die ortsumgebenen Streuobstwiesen sollen optimiert, gepflegt und dabei die Biodiversität verbessert werden.
  • Verschiedene regionale Akteure, etwa Bürger und Vereine, sollen aktiv in das Projekt miteingebunden werden. Wenn Kernen die Fördermittel bekommt, „dann geht es nicht darum, dass alles der Bauhof macht“, sagte der Referent. Durch Schulungen, Projekte und gemeinsame Aktivitäten sollen Akteure für dieses Thema sensibilisiert und das Projekt gemeinsam vorangebracht werden.
  • Damit das „netzwerkförmige Verbinden“ funktioniert, sollen Brücken und Verzahnungen zu „Grünflächen, Verkehrsteilern und dem kommunalen Straßenbegleitgrün“ geschaffen werden.
  • Auch sollen Akteure an einem „Runden Tisch Artenvielfalt“ zusammenkommen, sich austauschen, und das Projekt gemeinsam entwickeln.
  • „Die Sichtbarkeit von solchen Projekten ist essenziell“, sagte der Referent und nannte als Beispiel die Bedeutung der Öffentlichkeitsarbeit. Außerdem sei eine der Förderbürden, „ein Monitoring zu machen“, sagte er. Die Fortschritte und Änderungen sollen transparent präsentiert werden. „Das muss von einer externen Stelle, einem Fachbüro begleitet werden.“

Es geht nicht ausschließlich um Bienchen und Blümchen

Bei dem Projekt geht es „auch um Bienchen und Blümchen, aber nicht nur“, sagte der Fachmann. „Bei dem Thema biologische Vielfalt orientieren wir uns bei der Begründung zu diesem Projektentwurf an den 17 globalen Zielen der nachhaltigen Entwicklung“, sagte er. Viele dieser Ziele lassen sich ganz konkret mit Projekt zielführend und erreichbar in Kernen bearbeiten. Einige der wichtigsten inhaltlichen Arbeitsschritte zur Umsetzung wären der Verwaltung zufolge unter anderem die Schaffung mehrerer Musterflächen, Pflege des Obstbaumbestandes, Optimierung der Nutzung von Heu und Obst, Vermarktung von Produkten der Streuobstwiesen – beispielsweise Saft, Destillate, Liköre – und von Produkten der Weidetiere wie Schaffleisch, Felle und Wolle.

Matthias Kramer, Fraktionsvorsitzender der Offenen Grünen Liste, wollte wissen, was passiert, wenn das Projekt nicht bezuschusst wird? „Wir werden trotzdem vieles tun, aber dann eben nicht in dem Umfang“, antwortete Philipp Unterweger.

Hans-Peter Kirgis, Fraktionsvorsitzender der SPD, hingegen erkundigte sich über den Kostenrahmen. Der Projektzeitraum soll vier Jahre betragen (2023 bis 2026), die Kosten belaufen sich auf etwa 160.000 Euro, sagte der Bauamtsleiter Peter Mauch. „Vorbehaltlich einer Förderzusage von 75 Prozent fallen für die Gemeinde Kosten in Höhe circa 40.000 Euro für das Projekt an“, so die Verwaltung. Ralf Bulling, Tiefbau-Sachgebietsleiter, sagte: „Wir versuchen diesen Fördertopf, so weit es möglich ist, auszuschöpfen. Wenn es nicht gelingt, muss das Projekt natürlich finanziell zurückfahren.“

Der Schafwanderweg, das Reallabor, die Umwandlung von Verkehrsgrünflächen in naturnahe Staudenflächen während der Remstal-Gartenschau – das sind einige der bisherigen Projekte zur Erhöhung der Biodiversität in der Grünlandpflege in Kernen.

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Damit auch weiterhin artenreiche, bunte Wiesen statt kurz geschorener Rasenflächen in Kernen zu sehen sind, und die kleinsten Lebewesen in den Streuobstwiesen eine Chance zum Überleben haben, hat sich Kernen für eine Förderung im Rahmen

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