Kernen

Wieder Präsenzunterricht in der Karl-Mauch-Schule und der Rumold-Realschule in Kernen

Symbolfotoschulecorona
Die Grundschüler, die fünften und sechsten Klassen werden wieder vor Ort unterrichtet (Symbolfoto). © Gaby Schneider

Seit dieser Woche sind in Baden-Württemberg die Grundschüler und die fünften und sechsten Klassen in den Präsenzunterricht zurückgekehrt: In der Karl-Mauch-Grundschule in Stetten ist dadurch wenigstens ein Stück weit die Normalität zurückgekehrt, auch in der Rumold-Realschule Rommelshausen sind wieder mehr Schüler vor Ort. Die Hygiene- und Abstandsregeln gelten weiterhin. Und: In jedem Klassenzimmer steht eine Ampel, die piept, wenn die Luft zu dick wird und gelüftet werden muss.

Drei Monate sind lang für Grundschulkinder

„Bei uns sind jetzt alle Klassen wieder vor Ort“, berichtet Barbara Käser, Schulleiterin der Karl-Mauch-Schule. Wechselunterricht gibt es hier nicht mehr, das lässt die geltende Corona-Verordnung des Landes im Moment auch gar nicht zu. Kommentieren möchte die Direktorin diese Entscheidung nicht: „Es ist eine Vorgabe, die setzen wir um“, so Käser.

Für die Kinder ist es gut, nach rund drei Monaten wieder zurück in der Schule zu sein, glaubt die Schulleiterin. Für Erwachsene seien drei Monate keine lange Zeit, für ein Grundschulkind aber schon, führt sie vor Augen. „Es war einfach eine lange Zeit ohne die Mitschüler.“ Die Kinder seien froh, wieder zur Schule gehen zu dürfen.

Natürlich gelten immer noch strenge Abstands- und Hygieneregeln, Sportunterricht darf nicht stattfinden. Jede Klasse hat auf dem Schulhof einen separaten Pausenbereich. „Wir leiten die Gruppen auch einzeln durchs Schulhaus, damit es so wenig Begegnung gibt, wie nur möglich“, berichtet Barbara Käser. „Das klappt eigentlich ganz gut.“

CO2-Ampeln machen das Lüften leichter

Die Klassenzimmer müssen während des Unterrichts regelmäßig gelüftet werden: Alle 20 Minuten für fünf Minuten, schreibt die Corona-Verordnung vor. Schon im Dezember hat die Gemeinde Kernen sogenannte CO2-Ampeln bestellt und an die Schulen verteilt. Die kleinen Apparate, die die CO2-Konzentration in der Raumluft messen und mit einem roten Licht und einem Warnton ans Lüften erinnern, sind auch in der Karl-Mauch-Schule im Einsatz.

„In jedem Klassenzimmer und in allen Räumen, die viel in Benutzung sind, steht eine Ampel“, so die Schulleiterin. „Sie sind eine Hilfe, um regelmäßig und rechtzeitig zu lüften.“

Frischluftzufuhr im Klassenzimmer sei schließlich schon vor Corona immer wieder ein Thema gewesen: Die Schüler brauchen gute Luft, um konzentriert lernen zu können. Die CO2-Ampeln helfen dabei, das Lüften nicht zu vernachlässigen. Deshalb könne sie sich durchaus vorstellen, die Ampeln auch nach der Pandemie weiterhin einzusetzen.

Kein Wechselunterricht, sondern ein Kompromiss

Auch in der Rumold-Realschule in Rommelshausen stehen die kleinen, kaum mehr als zehn Zentimeter großen Geräte in allen Klassenzimmern. „Die funktionieren“, attestiert Schulleiterin Ingeborg Nagl-Kranzinger. Seit Montag sind in der Realschule nicht mehr nur die Prüfungsklassen vor Ort, sondern auch die fünften und sechsten Klassen.

Anders als an der Karl-Mauch-Grundschule sitzen hier die Schüler einer Klasse aber nicht alle gemeinsam in einem Klassenraum: Die Schule hat einen Kompromiss gefunden zwischen Wechselunterricht und Präsenz für alle – einen ziemlich aufwendigen Kompromiss. „Wir arbeiten immer mit halbierten Gruppen“, erklärt die Schulleiterin. Alle Fünft- und Sechstklässler sind also wie vorgeschrieben die ganze Zeit vor Ort, aber die eine Hälfte jeder Klasse hat in einem Klassenzimmer unterricht, die andere Hälfte in einem anderen.

So werden die Gruppengrößen verkleinert, die Kontakte dezimiert, die Schüler können einfacher die Abstandsregeln einhalten.

Die Sportlehrer helfen im Fachunterricht aus

„Das ist sehr komplex zu planen“, bestätigt Ingeborg Nagl-Kranzinger. Im Moment ist der gesamte Stundenplan auf dieses Vorgehen zugeschnitten. Die Sportlehrer, die ihr Hauptfach ja im Moment nicht unterrichten dürfen, seien dabei eine große Unterstützung. Jeder von ihnen habe ja ein Zweitfach, zum Beispiel Mathe oder Englisch.

Trotzdem ist klar: Die Aufteilung in halbe Klassen kann nur so lange funktionieren, wie die siebten, achten und neunten Klassen weiterhin im Fernunterricht lernen. Jetzt im Moment sei es ja schon so, dass alle Lehrer abwechselnd sowohl Präsenzunterricht als auch Video-Unterricht für die Klassen, die noch zuhause sind, durchführen müssen. Ob es grundsätzlich die richtige Entscheidung war, die fünften und sechsten Klassen zurück in die Schule zu holen, könne sie gar nicht sagen, so die Direktorin. „Das ist einfach von den Inzidenzzahlen abhängig, da lässt sich nicht so einfach ein abschließendes Urteil fällen.“

Ab kommender Woche soll getestet werden

Für die Kinder sei es erst einmal gut, wieder in der Schule sein zu dürfen. „Mir hat neulich ein Schüler gesagt, wie froh er ist, dass wieder Schule ist“, berichtet sie. Die Schüler seien zwar mittlerweile ans Homeschooling gewöhnt – „aber sie sind einfach fernunterrichtmüde.“

„Es ist ein großer Vorteil, dass wir unsere Schüler jetzt wieder sehen“, so Nagl-Kranzinger. Die Kommunikation sei online trotz aller Routine eben einfach schwieriger als im Klassenzimmer. „Aber wir tun unser Bestes, um auf den unterschiedlichen Wegen mit den Schülern Kontakt zu halten.“

Corona-Schnelltests für Schüler werden an den Schulen in Kernen im Moment noch nicht angeboten. Ab kommender Woche will die Gemeinde Kernen Tests für alle Schüler möglich machen.

Seit dieser Woche sind in Baden-Württemberg die Grundschüler und die fünften und sechsten Klassen in den Präsenzunterricht zurückgekehrt: In der Karl-Mauch-Grundschule in Stetten ist dadurch wenigstens ein Stück weit die Normalität zurückgekehrt, auch in der Rumold-Realschule Rommelshausen sind wieder mehr Schüler vor Ort. Die Hygiene- und Abstandsregeln gelten weiterhin. Und: In jedem Klassenzimmer steht eine Ampel, die piept, wenn die Luft zu dick wird und gelüftet werden

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