Korb

1. Mai: Party ja, laute Musik nein

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1. Mai auf dem Kleinheppacher Kopf. Im vergangenen Jahr ging es friedlich zu. © Leonie Kuhn

Korb. Nichts gegen ein fröhliches Fest am 1. Mai. Nur artete die Party am Hanweiler Sattel früher öfter aus in ein Massen-Saufgelage. Zurück blieb eine Sauerei aus Scherben und Müll. Polizei und Rotes Kreuz sind am Montag vor Ort, und wieder sind Lautsprecheranlagen verboten.

Das ist los am 1. Mai im Rems-Murr-Kreis.

Noch mal will die Gemeinde Korb solche Maifeiern nicht erleben. Tausende Menschen drängten sich früher an den neuralgischen Punkten, der Alkohol floss in Strömen und fast jeder ließ nicht nur leere Flaschen fallen, wo er grade ging und stand. Hinterher: ein Scherbenmeer. So schlimm war’s schon länger nicht mehr.

Lautsprecheranlagen waren und bleiben verboten, was die Gemeinde Korb als einen Grund dafür sieht, dass die Feiern geordneter ablaufen als früher. Denn „übermäßige und massive Beschallung“ steigere das Aggressionspotenzial erheblich, wie es in einer Mitteilung der Gemeinde heißt. Deshalb darf auch dieses Jahr wieder niemand Lautsprecheranlagen mitbringen, weder zum Hanweiler Sattel noch auf den Kleinheppacher Kopf und auch nicht zur Buswendeschleife in Hanweiler. Die Stadt Winnenden hat zusätzlich für den an die Wendeschleife angrenzenden Bereich eine entsprechende Verfügung erlassen. Gegen kleinere Radiogeräte hat nach wie vor niemand was.

Ein Problem bleiben die vielen Scherben

Die Polizei ist vor Ort, den ganzen Tag. Nahe dem Grill- und Spielplatz am Hanweiler Sattel beziehen Beamte Station, und auf dem Kleinheppacher Kopf richtet die Polizei eine feste Anlaufstelle ein. Regelmäßige Kontrollen sind zudem für die Buswendeschleife und Hanweiler vorgesehen. Die Erfahrung zeige, „wenn wir nicht vor Ort sind, eskaliert es“, so Polizeisprecher Rudolf Biehlmaier. Die letzten Jahre habe es „relativ gut funktioniert“.

Ein Problem bleiben die vielen Scherben – aus mehreren Gründen. Betrunkene verletzen sich leicht daran, und bei Streitigkeiten dienen abgeschlagene Flaschen leicht als Waffe. Von „genug Gefährdungspotenzial“ spricht Rudolf Biehlmaier. Das unwegsame Gelände rund um Hanweiler Sattel und Kleinheppacher Kopf „macht es für uns nicht einfacher“.

Fröhliche Mai-Partygäste müssen sich zudem auf Alkoholkontrollen einstellen. Während des Streifendienstes stehen solche Kontrollen ohnehin jeden Tag an – „und natürlich auch am ersten Mai“.

„Am ersten Mai rechnen wir mit mehr Notfällen“

Auf Rettungskräfte und Rot-Kreuz-Helfer kommt am ersten Mai ebenfalls mehr Arbeit zu. Das Rote Kreuz positioniert sich dieses Jahr am Parkplatz Hanweiler Sattel, weil von diesem Standort aus die verschiedenen Treffpunkte am besten zu erreichen seien, erklärt die Gemeinde Korb.

Die Ortsvereine des Roten Kreuzes hatten bereits im Vorfeld jede Menge zu tun. Ungezählte Feste finden im ganzen Kreisgebiet statt, und die Veranstalter koordinieren mit den Rot-Kreuz-Ortsvereinen den Einsatz von ehrenamtlichen Kräften. Auf die Sanitätseinheiten greift das Rote Kreuz auch dann zurück, wenn es temporär zu Engpässen beim eigentlichen Rettungsdienst kommen sollte. „Am ersten Mai rechnen wir mit mehr Notfällen“, sagt Sven Knödler, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands. Manche überschätzen sich bei einer Wanderung – oder beim Alkoholkonsum. Kommt es so weit, dass ein Betrunkener nicht mehr ansprechbar ist, gehöre er ins Krankenhaus, so Sven Knödler. Bereits dann, wenn „eine Person nur noch bedingt ansprechbar ist“ – professionelle Hilfe holen, rät der Geschäftsführer. Vielleicht ist auch Unterzucker der Grund für einen bedrohlichen Zustand.

Klos und Müll

Mobile Toiletten sind sowohl am Hanweiler Sattel als auch auf dem Kleinheppacher Kopf aufgestellt, „um zu verhindern, dass die Notdurft in der freien Landschaft verrichtet wird“, wie es die Gemeinde Korb treffend beschreibt. An beiden Standorten stehen große Müllcontainer. Einen weiteren platzieren die Organisatoren auf der Buswendeschleife in Hanweiler.

„Die Gemeindeverwaltung appelliert an alle Besucher, den Platz so zu verlassen, wie sie ihn selbst auch anzutreffen wünschen, und es nicht der Gemeinde und damit der Allgemeinheit zu überlassen, ihren Müll zu entsorgen“, heißt es in einer Mitteilung aus dem Korber Rathaus. Am Tag danach dürfte der Bauhof dennoch genug zu tun haben. Eine Klasse der Salier-Realschule und einige Eltern helfen wieder beim Aufräumen.

Mit einem weiteren Appell wendet sich Korb an die Partygäste: „Alle Besucher sind gehalten, die Wege freizuhalten! Dies sind Rettungswege! Denken Sie bitte daran, auch Sie könnten in eine Notsituation kommen und Hilfe benötigen.“