Korb

20 Kinder auf Kita-Warteliste: Wie Korb es dennoch schafft, alle zu versorgen

Kindergarten
Symbolfoto. © Alexandra Palmizi

Bis September 2022 warten 20 Kinder auf einen Platz in einem Korber Kindergarten. Das gab Bürgermeister Jochen Müller in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats bekannt. Allerdings will die Gemeinde aktuell keine neuen Plätze schaffen, da im Herbst aller Voraussicht nach 70 Kinder eingeschult werden. Weitere 33 Kinder seien bereits für den Herbst angemeldet. Zwar rechne Korb zusätzlich mit Nachzüglern, die etwa die Anmeldefrist verpasst haben oder frisch nach Korb gezogen sind, dennoch müssten aller Voraussicht nach alle Kinder einen Platz in einer Einrichtung – sei es eine kirchliche oder sei es eine gemeindeeigene – im kommenden Herbst bekommen, so Müller. Er geht davon aus, dass nicht alle Einrichtungen voll belegt werden müssen, so dass Integrationskinder sogar mit zwei Plätzen berechnet werden könnten.

Dennoch hat die Gemeinde Korb seit Herbst verschiedene Interimsmöglichkeiten geprüft, wie Müller erläutert. Demnach sei untersucht worden, ob das Foyer des Hallenbads als Ort der Betreuung infrage käme, nachdem die Grundschulklasse dort ausgezogen ist. Die Idee dahinter war, dass die Gruppe später – im Kindergartenjahr 2023/2024 – in das neue Kinderhaus Südrand-Langenäcker umgesiedelt wird. Doch die Kosten für den Umbau und die kurze Nutzdauer seien unverhältnismäßig gewesen, weshalb die Idee nicht weiterverfolgt werde. Inzwischen hätten Vereine ihr Interesse für das frei werdende Foyer geäußert, darunter der Handharmonika-Club, der Liederkranz und der Musikverein.

Umbau des Alten Pfarrhauses als Interimslösung zu teuer

Eine zweite Idee war, dass man den Saal des Alten Pfarrhauses zur Kinderbetreuung umfunktioniere. Für den Umbau sei mit Kosten in Höhe von 30 000 Euro zu rechnen, erklärte Bürgermeister Jochen Müller dem Gemeinderat. Weitere 25 000 Euro müssten in Möbel investiert werden, wobei man in der momentanen Situation auch nicht wisse, wann Handwerker, Material und die Möbel zur Verfügung stünden. Zudem wäre baurechtlich eine Nutzungsänderung für das Alte Pfarrhaus erforderlich. Der Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) und die evangelische Kirche hätten positiv auf die Überlegungen reagiert, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Erstes Ziel: Betreuungszeiten mit ausreichend Personal voll erfüllen

Obwohl im vergangenen Herbst 2021 elf Kinder und im Frühjahr 2022 neun Kinder keinen Kindergartenplatz bekommen haben, möchte die Verwaltung beide Überlegungen – zum Foyer des Hallenbads und zum Alten Pfarrhaus – nicht weiterverfolgen, da sich im Herbst aller Voraussicht nach das Problem von alleine löst. Laut Sitzungsvorlage hätten einige Familien im vergangenen Herbst einen Platz in einer anderen Einrichtung angeboten bekommen, was aber nicht ihrer Wunscheinrichtung entsprochen hätte. Einige von ihnen hätten den Platz abgelehnt, heißt es. Es sei zudem sehr schwierig, Betreuungspersonal zu finden. „Lieber stärken wir das Personal in den bisherigen Gruppen und können dann wieder den vollen Betreuungsumfang anbieten“, sagte er. Zur Erinnerung: Im vergangenen Dezember erklärte die Gemeinde in einer Pressemitteilung, dass sie von Februar an in den Einrichtungen „Im Körble“ und „Schau hinaus“ die Betreuungszeiten um eine Stunde reduzieren müsse, weil Personal fehle. Für die Gruppe Sonnenkäfer in der Einrichtung „Im Körble“ gab es bereits im Januar eine Reduzierung um zwei Stunden, so dass die Betreuung der Kinder schon um 15 Uhr endete.

Eingewöhnungsphase sehr sensible Zeit

Nicola De Vitis (Korber Freie Bürger) erkundigte sich, ob nicht die Möglichkeit bestünde, dass man Kinder vorübergehend bis Herbst in einer anderen Einrichtung unterbringe, die Gruppen demnach um ein oder zwei Kinder ergänze. Bürgermeister Jochen Müller verwies auf die sensible Eingewöhnungszeit, die sich über einen längeren Zeitraum erstreckt. „Es ist nicht mehr so, dass man einfach in den Kindergarten gestellt wird und man gesagt bekommt, da darfst du jetzt hingehen“, wie es früher der Fall gewesen sei, sagte er mit einem Lachen. Eine Umgewöhnung sei erneut aufwendig. Müller verwies zudem auf die Tatsache, dass die Mobilität heutzutage eine andere sei. Für viele sei es kein Problem, als Korber einen Kindergarten in Kleinheppach zu besuchen oder andersherum.

Bis September 2022 warten 20 Kinder auf einen Platz in einem Korber Kindergarten. Das gab Bürgermeister Jochen Müller in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats bekannt. Allerdings will die Gemeinde aktuell keine neuen Plätze schaffen, da im Herbst aller Voraussicht nach 70 Kinder eingeschult werden. Weitere 33 Kinder seien bereits für den Herbst angemeldet. Zwar rechne Korb zusätzlich mit Nachzüglern, die etwa die Anmeldefrist verpasst haben oder frisch nach Korb gezogen sind, dennoch müssten

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