Korb

Absage für Bürgerbegehren

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Die Urbanschule in Korb. © Laura Edenberger

Korb. Eine Korber Initiative hat ein Bürgerbegehren vorbereitet. Sie wollte den Umbau der Urbanschule verhindern und forderte stattdessen einen Grundschul-Neubau an der Brucknerstraße. Bürgermeister Müller erteilte den Plänen am Dienstagabend eine Absage.

Die Plakate und Flugzettel sprechen eine klare Sprache: „Kein Umbau der Urbanschule für 13 bzw. 16,5 Millionen Euro!“, heißt es da. Weiter unten zeigt eine Kostenkurve in ungewisse Sphären – die Botschaft: Der Umbau der Urbanschule, einst mit vier Millionen veranschlagt, Stand heute 13 bis 16,5 Millionen Euro teuer, lohnt sich nicht: „Ein Grundschul-Neubau an der Brucknerstraße ist günstiger und besser.“

Unterschrieben ist das Flugblatt von Initiator Manfred Heinrich, Ortschaftsrat in Kleinheppach, Ex-Gemeinderat und Bürgermeisterkandidat 2017, sowie von mehreren Korber Vereinen. Der Musikverein Korb-Steinreinach, der Liederkranz, der Handharmonikaclub und der Bädlesverein stehen mit ihrem Namen zur Forderung nach einem Bürgerentscheid.

Ihre Argumente für den Neubau am Standort Brucknerstraße liefern Heinrich und Co. mit. Da heißt es unter anderem, Grund und Boden seien vorhanden, ebenso wie eine Mensa, Hallenbad, Sporthallen und Sportplätze in nächster Umgebung. Hort- und Kernzeitbetreuung könnten zentral geregelt werden. Es gebe kaum Nachbarn, viele Parkplätze, einen großen Pausenhof. Und der Neubau erfolge – anders als in der Urbanschule, wo die Baustelle laut Manfred Heinrich zur „Zumutung“ würde – ohne eine Störung des Schulbetriebs.

600 Unterschriften? „Kein Problem“

„Unterschriftenliste wird erstellt“, kündigte Manfred Heinrich am Ende des Flugblatts an. Sieben Prozent aller wahlberechtigten Bürger hätten ihr Servus auf die Liste setzen müssen. Etwas mehr als 600 Unterschriften wollte Heinrich sammeln, verkündete er noch am Dienstagnachmittag – das sei kein Problem. Da hatte er mit dem Sammeln noch nicht begonnen. Erst wollte er am Dienstagabend im Gemeinderat für sein Ansinnen werben. Doch dort erhielt er eine Absage.

Bürgermeister Jochen Müller gab bekannt, die Verwaltung habe gemeinsam mit dem Landratsamt geprüft, ob ein Bürgerbegehren in dieser Sache überhaupt zulässig sei, 600 Unterschriften hin oder her. Die Antwort: nein. Der Gemeinderat habe schon vor langer Zeit eine Entscheidung getroffen. Erste Erschließungsmaßnahmen seien bereits erfolgt. Wenn die Ergebnisse der erneuten Ausschreibung für den Schulumbau die Räte zufrieden stimmen, sollen die Bauarbeiten bald vergeben werden. Wie und ob die Initiative um Manfred Heinrich weitermacht, ist noch nicht bekannt.

Der Kleinheppacher kämpft schon seit Jahren für einen Schul-Neubau an der Brucknerstraße. 2016 trat er aus Frust über die Entscheidung für einen Umbau der Urbanschule aus dem Gemeinderat aus. Im vergangenen Jahr kandidierte er mit seinem Konzept sogar für das Bürgermeisteramt – er musste sich Amtsinhaber Jochen Müller (61 Prozent) zwar geschlagen geben, erzielte mit 32 Prozent der Stimmen aber einen Achtungserfolg. Noch am Wahlabend kündigte er damals an, er wolle weiterkämpfen und den Schulbau in der Urbanstraße verhindern, der Geldverschwendung sei.

Die Kosten für den Umbau der Urbanschule hatte die Verwaltung ursprünglich auf vier bis fünf Millionen Euro veranschlagt. Die Korber entschieden sich gegen einen deutlich teureren Schul-Campus an der Brucknerstraße, für den sich neben Heinrich auch Rektor Thomas Kuntz eingesetzt hatte. Dann jedoch explodierten die Kosten für den Umbau der Urbanschule: Aus vier wurden sechs, aus sechs fast zehn Millionen Euro. Der Gemeinderat beschloss Einsparungen, wurde aber enttäuscht. Im Juli dieses Jahres erhielt Korb katastrophale Ergebnisse für das erste Ausschreibungspaket: 43 Prozent über Plan lag der Bieterpreis. Im August hätten die Bauarbeiten beginnen sollen, daraus wurde freilich nichts. Die Räte zogen die Notbremse und schrieben die Arbeiten neu aus.

Mittlerweile schlägt der Umbau im Investitionsplan bis 2022 mit 16,5 Millionen Euro nieder (13 Millionen plus 30 Prozent der geschätzten Kosten als Sicherheit). Zur Erinnerung: Ein Schul-Campus an der Brucknerstraße war 2014 unter anderem wegen seiner hohen Kosten – fast 14 Millionen Euro – abgelehnt worden.